Oblinger verpasst die erhoffte Medaille klar

1. August 2012, 16:59
  • Am Ziel vorbei gepaddelt.
    foto: dapd/kienzler

    Am Ziel vorbei gepaddelt.

  • Für Italiens neunte Medaille sorgte  Daniele 
Molmenti.
    foto: reuters/nicholson

    Für Italiens neunte Medaille sorgte Daniele Molmenti.

Wildwasser-Kanute belegt im Finale den achten Rang. Gold geht an den Italiener Molmenti - "Die vorne sind, haben es sich verdient" - Zukunft unklar - Bundesheer kündigte Vertrag vorzeitig

London - "Ich habe meine Goldmedaille zu Hause, das ist (Sohn, Anm.) Milo. Das ist, was zählt." Schon ein paar Minuten nach der Enttäuschung über Rang acht im Finale des olympischen Wildwasser-Slaloms in London dachte Helmut Oblinger bereits wieder an das Wichtige in seinem Leben. "Ich bin schon enttäuscht. Als Sportler strebt man immer nach Höherem, aber es hat halt nicht geklappt."

Gold im Lee Valley White Water Center ging an den Italiener Daniele Molmenti, der sich vor dem Tschechen Vavrinec Hradilek und dem Deutschen Hannes Aigner durchsetzte. Am Donnerstag kämpft für Österreich Corinna Kuhnle um Edelmetall, die zweifache Weltmeisterin wird vielerorts als heißer Goldtipp gehandelt.

Mit Platz 28 in Atlanta, 4 in Sydney, 13 in Athen, 7 in Peking und 8 in London kann sich die olympische Erfolgsliste von Helmut Oblinger sehen lassen. Der Europameister von 2005 aus Schärding durfte am Mittwoch nach dem siebenten Platz im Halbfinale und den knappen Rückständen durchaus mit einer Medaille spekulieren. "Im Halbfinale war ich nicht weit weg, im Finale waren die Abstände groß. Da wäre ich mit meiner besten Leistung nicht drangekommen. Die vorne sind, haben es sich verdient."

Milo ist das Adäquat zu Gold

Oblinger meisterte im Endlauf die ersten Tore gut, kam dann aber aus dem Konzept und nahm jede Welle mit. "Wenn du mal aus dem Rhythmus bist, kommst du schwer wieder rein. Das Boot ist nicht ins Laufen gekommen", erzählte der 39-Jährige.

"Jetzt habe ich 24 Stunden Zeit, enttäuscht zu sein. Dann fliege ich heim, da wartet Milo, da habe ich keine Zeit mehr, traurig zu sein." Zwei Wochen lang den Kleinen nur via Skype zu sehen und sich dann verabschieden zu müssen, würde ihm jedes Mal das Herz zerreißen. Ehefrau Violetta Oblinger-Peters, die 2008 in Peking die Bronzemedaille gewonnen hat, war als Rückhalt nach England gereist. Sie lief während des Rennens neben dem Kanal her, alles Anfeuern war jedoch vergebens.

Ans Aufhören denkt das Paddler-Paar nicht, konkrete Pläne können aber auch noch nicht gemacht werden. "Wenn die Emotionen hoch sind, soll man keine Entscheidungen treffen. Jetzt geht einmal die Familie vor. Der Plan, der steht, ist, dass Milo im September in den Kindergarten kommt", sagte Oblinger.

Das Bundesheer hat zudem seinen bis Ende 2013 laufenden Vertrag vorzeitig mit November 2012 gekündigt. Ohne die Unterstützung des Bundesheers ist Spitzensport für Oblinger nicht möglich. Mit Sport und Verteidigungsminister Norbert Darabos, am Mittwoch als Zuschauer im Stadion, hat der bald 40-jährige Sportler diesbezüglich bereits Kontakt aufgenommen. (APA, 01.08.2012)

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20 Postings
bissi milo-fixiert, der heli

niemand scheint zu wissen, dass der deutsche bronzemedailliengewinner hannes aigner österreichische wurzeln hat (und sogar einen österreichischen pass...)

nu der weiss schon warum er sich das sporteln in einer Niesche in .at nicht antut, in Anbetracht der Zustände bei uns.

erhoffte medaille

er hofft, er hoffte, er hat gehofft.

hoffentlich ist der nachwuchs besser. bis wirs wissen dauerts noch.

Sehr schade, aber ist ja schließlich nicht der Einzige der leer ausgeht.

Nix Neues im Westen!!

michael berger hat erwähnt dass in wien ein solcher künstlicher wildwasserkanal gebaut wird, weiss jemand von euch wo der ist?

Auf der Donauinsel

beim jetzigen Ruderinsel ...

und ich erspare mir das über lmgtfy laufen zu lassen ...

das ist definitiv ein wichtiger schritt um den sport vorwärts zu bringen. damit könnte ich österreich in der kanu-weltspitze etablieren. gut so!

"damit könnte ich österreich in der kanu-weltspitze etablieren"

na, da haben sie sich ja einiges vorgenommen!

tja in unmittelbarer nähe ist auch das Ruderzentrum, nur wo sind da unsere Olypiateilnehmer?? Von Sieger red ich ja gar nicht! Könnte es sein dass die funktionärsbedingten sozialen und finanziellen Reibunsgverluste dermaßen hoch sind? Sollte Jukic mit seiner Kritik doch recht haben?

ja, wird hart. außerdem bin ich schon 40! aber ich werde meine töchter zu weltklasse-kanuten machen.

Ich habe meine Goldmedaille zu Hause, das ist (Sohn, Anm.) Milo.

schöner satz. gefällt mir. olympiagold ist NICHT alles

Hoffen darf jeder,

aber der Klasseunterschied zu den Medaillengewinnern war in allen Läufen ganz einfach viel zu groß.

So langsam gehen uns die Hoffnungsträger aber dezent aus...

auch bei 0 medaillen dreht sich die welt weiter. solang die strukturen in den verbänden nicht besser werden sind medaillen ja in erster linie nur der klasse der athleten zu verdanken und nicht dem system.

Auch wieder richtig...

Mission Zero geht weiter

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