Weniger Immo-Verkäufe, Preisanstieg "wieder normal"

1. August 2012, 16:26
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Im ersten Halbjahr gab es um fünf Prozent weniger Transaktionen, auch der gehandelte Wert ging leicht zurück - Schere zwischen billigstem und teuerstem Bundesland geht etwas zu

Im ersten Halbjahr 2012 wechselten in Österreich Immobilien im Gesamtwert von 8,08 Milliarden Euro die Besitzer. Gegenüber dem ersten Halbjahr 2011 entspricht dies einer Verringerung des Handelsvolumens um 2,4 Prozent, wie aus dem aktuellen Immobilienpreisspiegel des Makler-Netzwerks Re/Max hervorgeht. Bei der Anzahl der Transaktionen gab es ein größeres Minus von 5,0 Prozent. 43.246 Immobilienkäufe wurden von 1. Jänner bis 30. Juni 2012 im österreichischen Grundbuch eingetragen, um 2.282 weniger als im Vorjahresvergleichszeitraum.

Den Grund dafür sieht Marketingleiter Anton Nenning einerseits in erheblichen Verteuerungen der letzten beiden Jahre, andererseits hält er auch "minimale Verschiebungen ins 3. Quartal aufgrund von IT-Umstellungen im Grundbuch Ende April/Anfang Mai 2012" für möglich.

Eigentumswohnung kostet im Schnitt 140.230 Euro

15.414 Eigentumswohnungen wurden im ersten Halbjahr ge- bzw. verkauft, zahlenmäßig ein Minus von 8,9 Prozent. Im Schnitt wechselten die Wohnungen um 140.230 Euro den Eigentümer, was eine moderate Preissteigerung von 2,5 Prozent bedeutet. Re/Max-Österreich-Chef Bernhard Reikersdorfer meint deshalb auch, dass "von einer endlosen Immobilien-Preis-Rallye oder Immobilien-Blase" überhaupt keine Rede sein könne, "im Gegenteil, wir befinden uns wieder im Bereich der normalen Preissteigerungen".

In Wien wurden von 1. Jänner bis Ende Juni 4.772 Wohnungen verkauft, um 9,5 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Der Durchschnittspreis lag bei 148.942 Euro, ein leichtes Plus von 1,4 Prozent. Die teuersten Wohnungen wechselten demnach wieder in Vorarlberg den Besitzer, nämlich im Schnitt um 178.046 Euro (-0,4%), die wenigsten und billigsten im Burgenland um 72.917 Euro - allerdings mit einem beachtlichen durchschnittlichen Preisanstieg von 10,1 Prozent.

Preise im Westen am höchsten

Die Schere zwischen dem billigsten und dem teuersten Wohnungsbundesland sei damit wieder ein wenig zugegangen, so das Makler-Netzwerk in einer Aussendung. Eine Vorarlberger Wohnung kostete im ersten Halbjahr 2012 das 2,4-Fache einer burgenländischen.

Generell sind im Westen die Preise weiterhin am höchsten (siehe Grafik), wobei es in Salzburg zuletzt ein leichtes Minus von 1,2 Prozent gab, in Tirol ein Plus von 3,3 Prozent.

Weniger Einfamilienhäuser

Die Anzahl der ge- und verkauften Einfamilienhäuser ging im ersten Halbjahr um 4,2 Prozent zurück. Hier lag mengenmäßig einmal mit Niederösterreich mit 1.275 Käufen bzw. Verkäufen (+10,4 Prozent) voran, der durchschnittlich erzielte Preis betrug 144.229 Euro (-0,2 Prozent).

Die Preisliste für Einfamilienhäuser führt nach einem starken Wachstum erstmals Tirol (375,373 Euro/+22,2 Prozent) vor Wien (302.342 Euro/-1,6 Prozent) und Salzburg (284.012 Euro/+1,3 Prozent) an.

Boom bei Grundstücken

Bei Grundstücken gibt es einen regelrechten Boom: Im ersten Halbjahr wurden 11.412 Grundstücke gehandelt, um 623 oder 5,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Gesamtwert stieg sogar um 8,2 Prozent auf 1,32 Milliarden Euro. "Der Grundstückskauf ist für viele Österreicher eine sichere Form der Geldwertsicherung geworden", so Reikersdorfer, der gleichzeitig auf einen interessanten Umstand hinweist: "Die Grundstückspreise entwickeln sich in den Bundesländern
durchaus unterschiedlich; moderat in den beiden stärksten Bundesländern Niederösterreich und Oberösterreich, die zusammen fast die Hälfte aller österreichischen Grundstückskäufe repräsentieren, und steigend in alle anderen Bundesländern."

Die Daten für den Preisspiegel werden von IMMOunited einzeln auf Basis von im Amtlichen Grundbuch verbücherten Kauftransaktionen erhoben. Re/Max errechnet daraus vergleichbare Mittelwerte.  (red, derStandard.at, 1.8.2012)

  • Artikelbild
    grafik: re/max
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