Sponsoren für Pompeji und Tivoli gesucht

Starke Kürzungen im Budget des Kulturministeriums verhindern notwendige Sanierungen

Rom  - Wegen der drastischen Einsparungen im Budget des Kulturministeriums sucht die Regierung Monti Privatsponsoren für die Restaurierung von Kulturbauten und Kunstdenkmälern.  Um 50 Millionen Euro werden im kommenden Jahr die Kulturausgaben reduziert, berichtete die Mailänder Tageszeitung "Corriere della Sera" am Mittwoch. Dabei war das Kulturbudget schon in den vergangenen Jahren starken Ausgabenkürzungen unterzogen worden. Das Kulturministerium sucht daher nach Privatsponsoren, die für Restaurierungen von Kunstschätzen aufkommen können.

Besonders dringend ist laut der Generalsekretärin des Kulturministeriums Antonia Pasqua Recchi die Restaurierung der "Villa der Mysterien" in Pompeji, für die 3,5 Millionen Euro aufgebracht werden müssen. Auch die bekannte Hadriansvilla in Tivoli östlich von Rom, Sommerresidenz und Alterssitz des römischen Imperators Hadrian (76-138), muss restauriert werden. Für die Arbeiten sind mindestens zwei Millionen Euro notwendig. Auch das Mausoleums des römischen Kaisers Augustus benötigt ein Restyling, für das vier Millionen Euro aufgebracht werden müssen.

"Wegen der drastischen Einsparungen im Kulturbudget wird es zu enormen Problemen bei den Investitionen für Restaurierungen kommen. Wir sind in großen Schwierigkeiten. Es wäre schön, wenn Unternehmen Verantwortungsbewusstsein gegenüber den Kulturschätzen unseres Landes zeigen würden", sagte Pasqua Recchi. 

Vorbild  Della Valle

Als Vorbild soll das Abkommen zwischen dem Kulturministerium und dem bekannten Modeunternehmer Diego Della Valle dienen, der 25 Millionen Euro für die Restaurierung des Kolosseums zur Verfügung stellt. Der italienische Kulturminister Lorenzo Ornaghi begrüßte am Dienstag die Zusammenarbeit zwischen Staat und Privatunternehmen zum Erhalt von Denkmälern. Della Valles Einsatz für die im Dezember beginnende Restaurierung des Kolosseums sei ein Beispiel für ganz Italien. "Unternehmen können einen wesentlichen Beitrag für die Kultur leisten", so Ornaghi. (APA, 1.8.2012)

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