Oberbank steigert Ergebnis

Das Kreditwachstum wurde von Kommerzkrediten getragen. Die Kernkapitalquote ist gestiegen

Wien/Linz - Die börsenotierte Oberbank ist mit dem Ergebnis des ersten Halbjahres 2012 zufrieden: "Trotz der Krise hat das erste Halbjahr unsere hoch gesteckten Erwartungen erfüllt", sagte Oberbank-Generaldirektor Franz Gasselsberger heute Mittwoch. Vor Steuern wurde ein Überschuss von 73 Mio. Euro (+5,1 Prozent) erzielt, nach Steuern bleiben 59,5 Mio. Euro. Für das Gesamtjahr erwartet der Oberbank-Chef ein Ergebnis "nahezu auf dem Niveau des Vorjahres". 2011 wurde nach Steuern ein Überschuss von 111,2 Mio. Euro erzielt.

Das Filialnetz in Wien will die Oberbank weiter ausbauen, Ziel bleiben 30 Zweigstellen in der Bundeshauptstadt. "Wien ist overbanked, aber noch nicht "Oberbank-overbanked", meint der Oberösterreicher. 16 Wiener Filialen gebe es bereits, fünf weitere seien in Vorbereitung. Dabei wolle man die Kunden nicht durch besonders günstige Konditionen locken, sondern mit der Servicequalität und Betreuung einer Regionalbank punkten.

Trotz der Krise entwickle sich die Oberbank weiter gut, die Expansion schreite voran, zog Gasselsberger Bilanz: Getragen werde das Wachstum vom Zuwachs bei den Krediten, wobei die Kommerzkredite als Hauptträger des Kreditwachstums aufscheinen. Mitte 2012 wurde bei der Kreditvergabe erstmals die 11-Mrd.-Euro-Grenze überschritten. Die Investitionsfinanzierungen stiegen um 4,3 Prozent auf 6,212 Mrd. Euro, die Betriebsmittelfinanzierungen um 3,5 Prozent auf 3,03 Mrd. Euro. In der Exportfinanzierung wurde ein Zuwachs von 7,6 Prozent erzielt, im Leasing-Neugeschäft von 24 Prozent.

Strengere Kapitalvorschriften

Im Gegensatz zu anderen Banken, die wegen der strengeren Eigenmittelvorschriften die Kreditvergabe bremsen, habe die Oberbank eine ausgezeichnete Kapitalausstattung und sitze auch auf einem Liquiditätspolster, freute sich Gasselsberger. Deswegen habe man die Kredite noch ausweiten können. Das Kernkapital stieg um 13 Prozent auf 1,162 Mrd. Euro, die Kernkapitalquote von 10,13 auf 10,92 Prozent. Die Eigenmittelquote liege bei 15,41 Prozent.

Die Sparquote der Österreicher sei rückläufig und könne noch weiter zurückgehen, denn die Niedrigzinsphase werde noch lange anhalten, erwartet Gasselsberger. Anlegern empfiehlt er eine konservative Strategie, die Anlagen sollten gestreut werden. Auch die eine oder andere gute Aktie könnte schon im Portfolio dabei sein. Beim betreuten Kundenvermögen hat die Oberbank mit 20,3 Mrd. Euro einen neuen Höchststand erreicht. Die Primäreinlagen stiegen um 4,0 Prozent auf 11,43 Mrd. Euro, das Depotvolumen der Kunden blieb mit 8,91 Mrd. Euro annähernd auf Vorjahresniveau stabil.

Der Kreditzuwachs von 5 bis 6 Prozent dürfte laut Gasselsberger auch im zweiten Halbjahr anhalten. Bei den Kundeneinlagen prägen die rückläufige Sparquote und der Margendruck die Volumensentwicklung, die Vorsorgen für das Kreditrisiko sollten geringer ausfallen als im Vorjahr. (APA, 1.8.2012)

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