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Wien - Ein mutmaßlicher Kindesmörder ist 13 Jahre nach der Tat in Albanien gefasst worden. Diesen Fahndungserfolg gab das österreichische Bundeskriminalamt in einer Aussendung am Mittwoch bekannt. Der mittlerweile 44-Jährige soll im Jahr 1999 den einjährigen Sohn seiner damaligen Lebensgefährtin brutal misshandelt haben. Der kleine Mirel erlag am 14. April einem Schädel-Hirn-Trauma. Der Mann befindet sich derzeit in Auslieferungshaft in Albanien.
Der 44-Jährige sollte im Jahr 1999 in einer Wohnung in Wien-Favoriten auf das Kind seiner Lebensgefährtin aufpassen, während diese arbeitete. Dabei misshandelte er das Baby am ganzen Körper. Die Mutter brachte den Buben zwei Tage vor seinem Tod ins Krankenhaus. Bei der Untersuchung entdeckten die Ärzte die schweren Misshandlungsspuren und verständigten die Polizei. Der Einjährige wies 30 Brüche, Verletzungen im Brustbereich, schwerste Misshandlungsspuren im Genitalbereich und innere Blutungen auf.
Mann flüchtete ins Ausland
Die Mutter des Babys wurde kurzfristig festgenommen. Gegenüber der Polizei gab die Frau damals an, dass sie etwa eineinhalb Monate vor dem Vorfall täglich blaue Flecken am Körper und im Gesicht von Mirel entdeckt habe. Ihr Lebensgefährte habe daraufhin jeweils behauptet, das Kind sei von der Bank gefallen, die Hämatome habe es sich beim Spielen durch Zwicken zugezogen.
Der Lebensgefährte der Frau flüchtete noch am selben Tag ins Ausland. Die internationale Fahndung nach ihm blieb mehr als 13 Jahre erfolglos. Elektronisch verarbeitbare Fingerabdrücke für Fahndungszwecke gab es zunächst nicht. Das Referat für Gewaltkriminalität im Bundeskriminalamt (Leitung Mag. Ebner/Sachbearbeiter Kontrollinspektor Starkl) sichtete nun die kompletten Aktenbestände zu diesem Fall neu.
Im Zuge der Ermittlungen wurden brauchbare Fingerabdrücke des Verdächtigen aus einem Asylverfahren gesichert und ins Fahndungssystem eingespeichert. Kurze Zeit später, am 22. Juli 2012, erfolgte ein Treffer in Albanien. Der Mann wurde von den zuständigen Behörden festgenommen. "Er hat sich nach dieser langen Zeit schon relativ sicher gefühlt und auch unter seinem Namen gelebt", sagte Bundeskriminalamts-Sprecher Mario Hejl. (APA, 1.8.2012)
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