Auf Monate keine Veranstaltungen im Schlosspark Pöchlarn

  • Der Bürgermeister fühlt sich in seiner Funktion für das Unglück "letztlich verantwortlich".
    foto: apa/paul plutsch

    Der Bürgermeister fühlt sich in seiner Funktion für das Unglück "letztlich verantwortlich".

Vor allem aus Pietätsgründen - Vier Verletzte noch in Kliniken - Sachverständiger arbeitet

Pöchlarn/St. Pölten - Nach dem Unwetter mit zwei Toten beim Mittelalterfest am Samstagabend werden im Schlosspark von Pöchlarn (Bezirk Melk) auf Monate keine Veranstaltungen stattfinden. Das sei vor allem aus Pietätsgründen in einem Zusammentreffen des Gemeinderates beschlossen worden, sagte Bürgermeister Alfred Bergner. Die Parten der beiden Opfer auf dem Schreibtisch, zeigte er sich unverändert schwer betroffen.

Er fühle sich in seiner Funktion "letztlich verantwortlich", so der Stadtchef. Gleichzeitig wisse er, dass er das Unglück "als Mensch Bergner" nicht verhindern hätte können. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft seien im Gang. Der bestellte Sachverständige sei noch am Dienstag im gesperrten Schlosspark gewesen, sagte der Bürgermeister. Er selbst sei bisher nicht einvernommen worden.

Gutachter wurde tätig

Michaela Schnell, Leitende Staatsanwältin in St. Pölten, bestätigte am Mittwoch, dass der beauftragte Gutachter - er soll die Beschaffenheit jenes Kastanienbaumes prüfen, von dem Äste auf Zelte gestürzt waren und Menschen unter sich begraben hatten - bereits tätig geworden ist. Die Staatsanwaltschaft selbst hat Ermittlungen wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung gegen zwei Personen aufgenommen, die als Ansprechpartner bzw. Verantwortliche des Mittelalterfestes aufscheinen. Veranstalter sei die Stadtgemeinde gewesen, die Organisation sei über den Verein "Ritterschaft zue Bechelaren" erfolgt, sagte Bürgermeister Bergner.

Nach dem Unwetter starb noch in der Nacht auf Sonntag ein Trafikant (51) aus Pöchlarn im Landesklinikum St. Pölten. Er hinterlässt einen Sohn, der in diesem Monat acht Jahre alt wird und nun Vollwaise ist. Am Montagabend verloren die Ärzte in Amstetten den Kampf um das Leben des ebenfalls aus der Stadtgemeinde im Bezirk Melk stammenden "Ritterschaft"-Obmannes (32).

Der Sohn des ums Leben gekommenen 51-Jährigen erlitt bei dem Unwetter-Unglück schwere Kopfverletzungen. Er wurde am Mittwoch weiterhin in St. Pölten behandelt. Die Landeskliniken- Holding bezeichnete den Zustand des inzwischen auf die Normalstation verlegten Buben als stabil. Zwei Schwerverletzte befanden sich im Landesklinikum Amstetten. Eines der Opfer wurde unverändert intensivmedizinisch versorgt. Es war laut Landeskliniken-Holding ebenfalls stabil. Ein vierter Patient war außerdem noch in Scheibbs in Behandlung. (APA, 1.8.2012)

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