Nokias Niedergang "hat auch positive Effekte"

  • "Nokia hat kontinuierlich an Einfluss und Attraktivität eingebüßt."
    foto: nokia

    "Nokia hat kontinuierlich an Einfluss und Attraktivität eingebüßt."

  • Lasse Mäkelä ist Direktor der finnischen Crowdfunding-Plattform Invesdor, die auf Start-up-Finanzierungen spezialisiert ist.
    foto: invesdor

    Lasse Mäkelä ist Direktor der finnischen Crowdfunding-Plattform Invesdor, die auf Start-up-Finanzierungen spezialisiert ist.

Start-up-Investor Lasse Mäkelä über die Auswirkungen von Nokias Krise für die finnische Wirtschaft

Lasse Mäkelä ist Chef von Invesdor, einer finnischen Institution, die auf die Finanzierung von Start-ups spezialisiert ist. Andreas Stangl erklärt er, dass der Niedergang Nokias nicht nur Nachteile hat.

STANDARD: Wie wirkt sich die Nokia-Krise auf die finnische Wirtschaft aus?

Mäkelä: Die Veränderungen sind drastisch und betreffen viele Menschen. Nokia hat kontinuierlich an Einfluss und Attraktivität eingebüßt. Ich glaube, das hat auch positive Effekte. Das Talentevakuum für Start-ups, das durch die Stellung Nokias entstand, ist geringer geworden. Bei Newcomern ist die Stimmung begeistert und dynamisch.

STANDARD: Nokia hat den Nimbus der Unbesiegbarkeit verloren. Wie geht man damit um?

Mäkelä: Es ist ein schmerzhafter Prozess. Aber ich glaube, die Veränderung ist notwendig. Attraktive Beispiele aufstrebender Start-ups legen den Grundstein für weitere Erfolgsstorys.

STANDARD: Was muss trotz Firmen wie Rovio getan werden, damit der Erfolg nicht abreißt?

Mäkelä: Rovio ist eine großartige Start-up-Geschichte, und sie werden es sehr weit bringen. Aber wir brauchen mehr solcher Geschichten. Finnland hat eine gute Infrastruktur, aber der Unternehmergeist lässt noch zu wünschen übrig. Um mehr Unternehmer zu animieren, brauchen wir eine neue Einstellung, etwa in der Richtung: "Wenn dein Unternehmen baden geht, solltest du nicht dafür büßen müssen, sondern eine neue Chance kriegen. Und wenn du Erfolg hast, ist es auch okay, dafür ordentlich belohnt zu werden." (Andreas Stangl, DER STANDARD, 1.8.2012)

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