UPC und Tele2 überlegen Einstieg in Mobilfunkmarkt

31. Juli 2012, 19:08
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Im Zuge der Übernahme von Orange muss "3" sein Netz öffnen

Im Ringen um grünes Licht für die Übernahme des Mobilfunkanbieters Orange durch den Konkurrenten "3" (Hutchison) prüft die EU nun Zugeständnisse des Käufers. Um die Bedenken der Wettbewerbshüter auszuräumen, will „3" anderen Firmen erlauben, sein Netz für einen Quereinstieg als neue Mobilfunkanbieter anzumieten - der WebStandard berichtete.

Mobile Virtual Network Operator

Die EU befragt nun konkurrierende Mobilfunkkonzerne, was sie von dem Vorschlag halten. Dieser sogenannte Markttest deutet darauf hin, dass die Wettbewerbshüter in Brüssel grundsätzlich derartige Zugeständnisse für eine Übernahme akzeptieren würden - sofern die Rückmeldungen anderer Anbieter dem nichts entgegenstellen.  Im Kern geht es um sogenannte MVNOs (Mobile Virtual Network Operators), die bislang nicht im Mobilfunkgeschäft tätig waren und über das Netz eines anderen Konzerns eine eigene Marke aufbauen.

Ihre finale Entscheidung müssen die Wettbewerbshüter bis 27. November fällen. Hutchison selbst hofft allerdings auf grünes Licht für die vorgeschlagenen Zugeständnisse in etwa drei Wochen.

UPC sondiert

Laut einem Bericht des Wirtschaftsblattes zufolge, der auch von Nachrichtenagentur Reuters aufgegeriffen wurde,  will "3" sein Mobilfunknetz an den Kabelanbieter UPC vermieten. Entsprechende Verhandlungen sollen bereits laufen. Der Provider wurde in den letzten Monaten durch Marktführer A1 unter Druck gesetzt. Mit Handydiensten als Vollanbieter könnte UPC allerdings  A1 Paroli bieten. Offiziell werden Verhandlungen zwischen den beiden Unternehmen, die bereits seit Jahren gemeinsame Produkte anbieten, noch nicht bestätigt. UPC zum WebStandard: "Wir werden die Diskussion rund um MVNO-Aktivitäten in Österreich genau verfolgen."

Auch Tele2 interessiert

Dem "WirtschaftsBlatt" zufolge sollen auch Tele2 daran interessiert sein, das Netz von "3" zu nutzen. Tele2-Chef Alfred Pufitsch meinte gegenüber der APA: "Die Tele2-Gruppe macht 75 Prozent des Umsatzes mit Mobilfunk. Tele 2 Österreich hat guten Cash generiert, da liegt es nahe weiter zu wachsen." Es gäbe Gespräche, das Thema sei aber sehr umfangreich. Sollte es zu einer Einigung kommen, dann dauere es vom Zeitpunkt der Rechtssicherheit noch sechs bis zwölf Monate bis man die Dienste auch anbieten könne. Es gehe jedenfalls nicht darum, den Preiskampf weiter anzuheizen, sondern den Kunden konvergente Produkte aus Mobilfunk und Festnetz anzubieten. (APA/reuters/Sum, 01.08. 2012)

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