Milan muss den Gürtel enger schnallen

31. Juli 2012, 17:56
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Besitzer Berlusconi will selbst Talente entdecken und nimmt sich Barcelona als Vorbild - Kaka-Rückkehr möglich

Mailand - Nach dem Verkauf der Stars Zlatan Ibrahimovic und Thiago Silva an Paris St. Germain kündigt der Präsident des AC Mailand, Silvio Berlusconi, eine Wende in der Einkaufspolitik des Fußball-Renommierklubs an. "Es ist nicht mehr Zeit für millionenschwere Einkäufe. Jetzt müssen wir uns den FC Barcelona zum Vorbild nehmen und selbst Talente entdecken. Doch dafür braucht es Zeit", sagte Berlusconi in einem Interview mit Milan Channel.

Der 75 Jahre alte ehemalige italienische Ministerpräsident berichtete, er habe das Angebot in Höhe von 65 Millionen Euro von Paris Saint Germain für Ibrahimovic und Thiago Silva nicht ablehnen können. "Wir wollten die beiden Spieler nicht verkaufen. Sie haben aber gedrängt und wir haben auch an die Stabilität unserer Finanzen gedacht. Mit diesem Opfer werden unsere Bilanzen in den nächsten drei bzw. vier Jahren in Ordnung sein", sagte Berlusconi.

Riesensummen, wie jene, die er in den vergangenen Jahren in Milan gesteckt habe, könne er sich jetzt nicht mehr leisten. Man müsse in allen Bereichen den Gürtel enger schnallen: "Meine Familie hat jährlich 50 Millionen Euro in den Fußball gesteckt. Heute wäre das für uns nicht mehr möglich, da wir auch die Ausgaben anderer Gesellschaften unserer Gruppe einschränken müssen."

Mit Spielern wie Alexandre Pato, Robinho, Kevin-Prince Boateng und Antonio Cassano verfüge Milan immer noch über eine konkurrenzfähige Mannschaft. Eine Rückkehr des Brasilianers Kaka (Real Madrid) hält Berlusconi für möglich: "Kaka ist in unserem Herzen wegen seiner Eigenschaften als Spieler und als Mensch. Ich schließe seine Rückkehr nicht aus, man muss aber die Bedingungen betrachten", sagte Milan-Boss.

Berlusconis Entscheidung, Ibrahimovic und Thiago Silva zu verkaufen, hatte den Protest der Milan-Tifosi ausgelöst. Deshalb hatte sich AC Milan bereit erklärt, unzufriedenen Anhängern das Geld für die Dauerkarten zu erstatten. (SID, 31.7.2012)

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