Zehn Tote bei Gefecht in Sanaa

31. Juli 2012, 17:58
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Ex-Milizionäre versuchten offenbar Sturm auf Innenministerium

Sanaa - Ehemalige Stammesmilizionäre und jemenitische Sicherheitskräfte haben sich am Dienstag im Zentrum der Hauptstadt Sanaa ein schweres Feuergefecht geliefert. Mindestens zehn Menschen kamen dabei ums Leben, wie Augenzeugen berichteten. Die Ex-Milizionäre hatten versucht, erneut das Innenministerium zu stürmen.

Bei den Angreifern handelte sich um Angehörige einer inzwischen aufgelösten Stammesmiliz des früheren autokratischen Präsidenten Ali Abdullah Saleh. Ihnen war im Vorjahr im Gegenzug für ihre Teilnahme an der gewaltsamen Unterdrückung von friedlichen Protesten die Übernahme in die reguläre Polizei versprochen worden.

Saleh trat allerdings nach einem fast einjährigen Machtkampf im Jänner dieses Jahres zurück. Die Aufnahme der ihm loyalen Stammesmilizionäre in die Polizei blieb infolgedessen auf der Strecke. Die enttäuschten Saleh-Gefolgsmänner hatten bereits vor zwei Tagen das Innenministerium gestürmt. Bei diesem Zwischenfall war niemand verletzt worden.

In ersten Meldungen hatten lokale Medien die Angreifer des Innenministeriums fälschlicherweise der Brigade von General Ali Mohsen al-Ahmar zugeordnet. Ahmar war im Vorjahr der erste Militärkommandant, der sich während der Protestwelle gegen Saleh von diesem losgesagt hatte. Seine Einheit hatte dann die Demonstranten zeitweise sogar gegen Übergriffe des Saleh-Regimes geschützt.

Auch nach dem Rücktritt Salehs ist die Lage im Jemen immer noch instabil. Bewaffnete Zusammenstöße und Entführungen sind häufig. (APA, 1.8.2012)

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