Schlecker-Firmengründer droht Haft

31. Juli 2012, 17:29
24 Postings

In Deutschland mussten 5000 Läden schließen

Staubige leere Regale stehen quer im Laden. Auf dem Boden liegen Plakate mit der Aufschrift "Ausverkauf". Schön ist es nicht, was von den Schlecker-Läden in Deutschland übrigblieb. 5000 Läden wurden in Deutschland im Zuge der Insolvenz geschlossen, 13.000 Mitarbeiter (der Großteil davon Frauen) verloren ihren Arbeitsplatz.

Deutlich lebhafter geht es dieser Tage in den 725 Filialen der Schlecker-Töchter IhrPlatz und XL-Schlecker zu. Doch der Schein trügt. Auch hier wird abverkauft, die letzte Ware landet auf dem Ramschtisch. Die XL-Filialen schließen Ende August, für den Großteil der IhrPlatz-Läden fanden sich Käufer.

Zugeschlagen hat nicht nur der Konkurrent Rossmann und die österreichische MTH Retail Group rund um den Industriellen Josef Taus. Die deutsche H. H. Holding, zu der die Billigketten Kik, Tedi und die Woolworth-Kaufhäuser gehören, wollte sowohl IhrPlatz-Läden als auch XL-Filialen übernehmen.

Die Einnahmen fließen in die Insolvenzmasse. Dass daraus alle Gläubiger bedient werden können, ist jedoch unwahrscheinlich. Denn deren Forderungen sind gewaltig: 22.738 Gläubiger verlangen 1,075 Milliarden. Euro.

Justiz ermittelt

Gegen Firmengründer Anton Schlecker, seine Kinder Lars und Meike sowie elf Mitarbeiter ermittelt indes die Justiz wegen des Verdachts der Untreue, des betrügerischen Bankrotts und der Insolvenzverschleppung. Sollte der Vorwurf der "Vermögensverschiebung" vor der Insolvenz zutreffen, drohen Anton Schlecker bis zu fünf Jahre Haft.

Seine Tochter Meike bestreitet, dass noch Vermögen da ist. Ihr Vater habe alles abgeben müssen - "vom Sportwagen bis zur schönen Uhr". (bau, DER STANDARD, 1.8.2012)

Share if you care.