Bärig unter der Gürtellinie

Dorian Waller
31. Juli 2012, 17:18
  • Lebensgemeinschaft mit hoher Gag-Frequenz: Titelbär Ted, sein bester 
Freund John (Mark Wahlberg) und dessen Freundin Lori (Mila Kunis), die 
lieber eine teddylose Beziehung führen würde.
    foto: upi

    Lebensgemeinschaft mit hoher Gag-Frequenz: Titelbär Ted, sein bester Freund John (Mark Wahlberg) und dessen Freundin Lori (Mila Kunis), die lieber eine teddylose Beziehung führen würde.

TV-Serienmacher Seth MacFarlane ("Family Guy") hat sich für sein Kinodebüt, die Brachialkomödie "Ted", ein Plüschtier ausgedacht, dem nichts heilig ist

Wien - Wer in jungen Jahren von der Unterhaltungsindustrie verschluckt wird, braucht ein dickes Fell, um bei nachlassendem Pu blikumsinteresse in ein normales Leben zurückzufinden. Ted, der Titelbär von Seth MacFarlanes Regiedebüt, hat als Teddy nicht bloß einen dicken, sondern auch einen ausgesprochen flauschigen Pelz. Trotzdem ist in Teds Leben nicht alles eitel Wonne. Beispielsweise hat er trotz erhöhten Leistungsdrucks keinen Penis, ein bedrückendes Manko, dem er mit exzessivem Alkohol- und Drogenkonsum wacker begegnet.

Das klingt nicht nur komisch, sondern ist tatsächlich einer der lustigsten Filme der letzten Zeit und für seinen Macher ein unerwartet großer Erfolg. Dabei konnte sich MacFarlane insbesondere als Schöpfer der Animationsserie "Family Guy" - einer Art Holzhammervariante von "Die Simpsons" - einer treuen, leicht zu mobilisierenden Fanbasis sicher sein. Für "Ted" verlässt er sich mit seinen langjährigen Koautoren Alec Sulkin und Wellesley Wild auf bewährte Elemente: anthropomorphe Kreaturen, popkulturelle Anspielungen und einen Humor, wie man ihn nur sehr weit südlich der Gürtellinie findet. Die Geschichte gerät dabei leider immer wieder ins Hintertreffen.

Das Vorspiel beginnt 1985 im Stil eines Spielberg-Märchens im amerikanischen Vorortidyll. Der schüchterne John Bennett hat hier nur einen Freund, seinen Teddy, und nur einen Wunsch - dass dieser lebendig wird. Die Erfüllung folgt prompt, und der knopfäugige Kumpan wird zum Star der Nation. Schnitt: 27 Jahre später, eine Couch in Boston. Der Medienrummel ist vorbei, doch John (Mark Wahlberg) und Ted sind noch immer beste Freunde sowie weit davon entfernt erwachsen zu werden. Was sie vielmehr auszeichnet, ist ein starker Zug zur Haschpfeife und ein Faible für schlechte Filme. Einzig Johns Freundin Lori (Mila Kunis) ist unzufrieden. Nach vier Jahren Beziehung hätte sie gerne einen Ring am Finger und den Saubartlbären in einer eigenen Wohnung.

Der Film bewegt sich somit auf dem von Judd Apatow ("The 40-Year-Old Virgin") ausplanierten Terrain der Bromance Comedies, die von den Schwierigkeiten des verspäteten Erwachsenwerdens unter Kumpels erzählen. Neue Facetten kann MacFarlane dem Genre nicht abgewinnen. Der zur Beziehungsdramatik zwischen John, Ted und Lori ins Skript gequetschte Entführungsplot ändert daran nichts.

Knuffig und verdorben

Als Alleinstellungsmerkmal fungiert einzig Ted selbst. Der von MacFarlane per Motion-Capture gespielte und in der Originalfassung auch gesprochene Plüschpetz ist großartig animiert und gibt mit seiner Mischung aus Verdorbenheit und Knuffigkeit den nur selten jugendfreien Zoten einen speziellen Twist. Dazu funktioniert die Interaktion der Schauspieler mit dem sprechenden Teddy bärig. Falls MTV auch 2013 Prügelszenen auszeichnet: hier wäre ein wahnwitziger Favorit.

Das große "K. o."-Kriterium sind aber freilich die Gags, und diese kommen ohne Unterlass. Verhältnismäßig leise Schmähs wechseln mit dem tiefsten Fäkalhumor, präzise Wortwitze mit blanken Absurditäten. Selbst die Protagonisten müssen sich stellenweise erst gegenseitig versichern, dass etwa das, was wie ein Haufen menschlicher Exkremente aussieht, tatsächlich ein Haufen menschlicher Exkremente ist. Und auch wenn die Autoren nicht immer ins Schwarze treffen, dank ausreichend Besuchern mit ausgedehnter Toleranzgrenze haben sie die Lacher auf ihrer Seite. (Dorian Waller, DER STANDARD, 1.8.2012)

Ab Freitag im Kino

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Was war gut an diesem Film?

Fucking Patrick Stewart und Sam Jones.

Sonst eigentlich ned viel. Die 08/15-Love-Story und den lächerlichen Entführungsplot hätten sie sich auch schenken können.

ja es war wirklich nicht das was man sich erwartet hat.

ihr habt euch aufgrund des trailers irgendwas erwartet?
ich denke, ich hab einen neuen anwärter auf den schlechtesten film entdeckt.

Ich finde ja schon das Plakat klasse

Teddy, von hinten, mit Bierflasche in der Hand am Urinal stehend.

er war sehr lustig, aber ab der Mitte (mir) zu tief.

sprich

die erste Hälfte is zach, ab dann geht's :-D

Dann dürfte er für mich perfekt sein :D

freu mich schon drauf als ich den trailer das erstemal gesehen habe.

schon in den usa gesehen! absolut genial. aber bitte unbedingt auf englisch anschauen. die pie... äh deutsche synchronisierung macht den film einfach nur mühsam und unerträglich.

meine lieblingsszene ist der thunder song. :)

Hast du dir die deutsche Version auch noch angeschaut oder ist dieses Posting nur die Langversion von "He, ich kann ursuper Englisch"?

Ich habe mir die deutsche Version deshalb angeschaut, weil meine bessere Hälfte zwar 4 Sprachen, aber leider nicht gut Englisch spricht...

Abgesehen davon tun sich einige Bildungslücken auf. Würde ich damit prahlen wollen, dass ich die englische Sprache gut beherrsche, hätte ich behauptet, dass ich eine britische Produktion in London gesehen habe.... Ted ist linguistisch nicht sehr fordernd.

Haben Sie prinzipiell Probleme mit Leuten, die das öffentliche Bildungssystem nicht verweigert haben?

In diesem Sinne wünsche ich einen guten Morgen und einen schönen Tag.

Die Synchronisation ...

... ist ein Relikt und sollte endlich sterben. Meine Erlaubnis hat sie.

Wenn ich eine Sprache nicht verstehe, dann sehe ich gern eine übersetzte Version.
Und genau das billige ich anderen Menschen auch mit Sprachen zu, die ich im Gegensatz zu ihnen verstehe.

wieder einer der "unbedingt-original-kampfposter" :/

Interessant, dass die Synchronfans immer persönlich werden.

Kein OV-Fan hat hier oder anderswo jemals Synchron-Fans als Deppen oder Schulschwänzer beschimpft.
Umgekehrt aber scheinen die Synchronfans ein riesiges Problem damit zu haben, dass andere Leute lieber die echten Stimmen bevorzugen, und beschimpfen sie als Angeber und Bobos.
Da führt der Minderwertigkeitskomplex zu Reaktionen wie beim Pawlow'schen Hund...

ist sicher super :)

Donner Song

Bin schon sehr gespannt, ob das in Zukunft auf den Festivals gegröhlt wird wenn ein Gewitter aufzieht...

"Wenn du den Schall des Donners hööörst, mach dir nicht ins Hemd..."

schöne, neue welt

fäkalsprache, gags à la jackass, und verbalerotik vom niveau eines wanderbordells begeistern das publikum...
o tempora! o mores!

Die Mehrheit der Menschen war schon immer niveaulos.

geh nach hause opa !

zweiunfvierzig geboren?

oder zweiundfvierzig noch an den endsieg geglaubt?

die Antwort nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest = 42. alles klar opa ?

dann musst schon uropa sagen,

mit 42 bist du ja selber schon ein opa

gell die 50er waren schon super oder?

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