Akademische Bildung schützt vor Alzheimer

27. Juni 2003, 13:25
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Langfristige Anstrengungen des Gehirns erhöhen dessen Anpassungsfähigkeit bei Funktionsausfällen

Chicago - Menschen mit hoher Bildung sind vor Alzheimer besser geschützt als andere Personen. Darauf deutet eine amerikanische Studie an 130 katholischen Nonnen, Priestern und Mönchen hin. Die Wissenschafter hatten jährlich die Gedächtnis- und Intelligenzleistung der Studienteilnehmer getestet. Nach deren Tod wurde zudem das Gehirn auf Demenz-Leiden hin genau untersucht.

Akademiker bleiben intelligenter

Es seien zwar bei vielen die für Alzheimer typischen eiweißhaltigen Ablagerungen, die so genannten Plaques, festgestellt worden, erklärten die Mediziner. Kurz vor dem Tod hätten auch die meisten über deutliche Gedächtnis- und Intelligenzeinbußen gelitten.

Deutlich weniger Intelligenzeinbußen seien jedoch bei jenen Studienteilnehmern festgestellt worden, die über einen hohen Grad akademischer Bildung verfügt hätten. Dabei sei im Gehirn die gleiche Menge an Plaques vorhanden gewesen wie bei den weniger gebildeten Menschen.

Erhöhte Anpassungsfähigkeit

Die Forscher gehen davon aus, dass eine hohe Bildung zu einer erhöhten Anpassungsfähigkeit des Gehirns führt. Vorhandene Hirnschäden könnten zumindest teilweise wieder ausgeglichen werden, erklärten die Wissenschafter in der Fachzeitschrift "Neurology". (APA/AP)

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