Alexander Manninger unterschrieb für zwei Jahre bei Bologna

30. Juni 2003, 11:05
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Salzburger hofft auf Aufwärtstrend - Rückkehr in ÖFB-Team als Ziel

Bologna - Der frühere österreichische Fußball-Teamtorhüter Alexander Manninger hat beim italienischen Erstligisten Bologna FC einen Zweijahresvertrag unterschrieben. Damit macht der 26-Jährige zum dritten Mal bei einem Serie-A-Klub Station. Im Vorjahr war er mit AC Fiorentina und zuletzt mit Torino Calcio abgestiegen.

Schwieriges Jahr hinter sich

Nachdem Manninger in der Vorsaison laut eigenen Angaben "ein Albtraum-Jahr" durchgemacht hat, ist er nun froh, "wieder eine Bahn eingeschlagen zu haben, wo ich mit seriösen Leuten arbeiten kann." Vor einem Jahr verließ der Keeper den finanzmaroden Klub aus Florenz, ehe dieser wegen eines riesigen Schuldenbergs von der Bildfläche verschwand. Danach zerschlug sich im letzten Moment ein Wechsel zum spanischen Oberhaus-Verein Espanyol Barcelona.

Tribünengast in Turin

Angebote von Austria Wien und Sturm Graz nahm der frühere Arsenal-Torwart nicht wahr, wechselte dafür aber im Februar zu Torino, wo er aber bald zum Tribünengast degradiert wurde. Nun hofft Manninger in Bologna wieder auf einen Aufwärtstrend und vor allem auf Spielpraxis, wenn er auch mit der italienischen Torwart-Legende Gianluca Pagliuca um das Einser-Leiberl kämpfen muss.

Keine Angst vor der Bank

Vor einem ähnlichen Schicksal wie bei Arsenal, als er gegen den damaligen Stamm- und Team-Keeper David Seaman das Nachsehen hatte, hat Manninger keine Angst. "Er war damals 33 und ich 20. Jetzt bin ich 26 und Pagliuca 36", gab sich der frühere ÖFB-Goalie optimistisch. "Ich weiß, was ich kann, nur ist es mir im letzten Jahr verbaut worden, das zu beweisen."

UEFA-Cup knapp verpasst

Bologna, der siebenfache italienische Meister (zuletzt 1964) und zweifache Cupsieger (zuletzt 1974), lag in der vergangenen Saison lange auf UEFA-Cup-Kurs, verpasste aber unter anderem auf Grund eines schlechten Schluss-Spurts (drei Niederlagen in den letzten drei Meisterschaftspartien) die Qualifikation für das internationale Geschäft und musste sich mit Endrang elf begnügen. "Das Ziel muss sein, besser als im Vorjahr abzuschneiden", sagte Manninger.

Team ohne große Stars

Das Potenzial dafür sei vorhanden. "Bologna ist eine kompakte Mannschaft, mit der in der Vergangenheit gut gearbeitet wurde", lobte der Salzburger die Elf von Trainer Francesco Guidolin, in der außer Pacliuca und dem früheren italienischen Teamstürmer Giuseppe Signori keine echten Stars stehen. "Ihre Stärke liegt im Kollektiv", meinte Manninger, der momentan in Bologna auf Wohnungssuche ist und Mittel Juli das Training mit seinem neuen Verein aufnimmt. Der Startschuss zum Spieljahr 2003/04 in der Serie A fällt am 30. August.

Nationalteam als Ziel

Über den Umweg Bologna hat der 26-Jährige auch wieder ein Comeback im Nationalteam im Visier. "Das ist ein großes Ziel für mich. Ich war ja in den letzten Monaten nie enttäuscht, nicht dabei gewesen zu sein, weil ich gewusst habe, dass dafür keine sportlichen Gründe ausschlaggebend waren."(APA)

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