Fallschirmspringer überlebte Absturz aus 500 Metern

27. Juni 2003, 19:29
14 Postings

Dramatische Sekunden bei der Flugschau in Zeltweg - Bei Kunstsprung in eigenen Fallschirm verheddert - mit Ansichtssache

Zeltweg - Der Absturz eines Fallschirmspringers hat Freitag den ersten Tag der Flugschau "Air Power 03" in Zeltweg überschattet. Kurz nach Mittag sahen Tausende Zuschauer, wie der 28-jährige Sportler aus rund 500 Metern Höhe zu Boden stürzte. Er konnte noch zum Teil den Notschirm öffnen, was ihm nach Angaben von Pressesprecher Oberstleutnant Gerhard Schweiger das Leben gerettet haben dürfte.

Schwere Rückenverletzungen

Der Mann, ein ziviler Fallschirmspringer aus Salzburg, dürfte schwere Schädel- und Rückenverletzungen erlitten haben, war aber nach dem Unfall ansprechbar, so Schweiger zum STANDARD. Der Verunglückte wurde ins LKH Graz geflogen.

Der Fallschirmspringer gehört laut Bundesheer dem Heeressportverband Salzburg an und ist Mitglied des Vorführungsteams von Koveranstalter Red Bull. Der Zwischenfall ist bei einem so genannten Kappenrelativsprung geschehen. Dies bedeutet, dass sich ein Springer während des Sprunges auf die "Kappe", den Fallschirm eines anderen Springers stellt, erklärte Major Oskar Krasser. Dabei habe sich der obere der beiden mit den Seilen verhängt. Der untere Springer konnte sicher landen.

Größte Flugshow Europas

Die Veranstaltung wurde nach dem Unfall unterbrochen, eine halbe Stunde später aber mit dem "Air Race", einem Slalomflug von Kunstfliegern, wieder aufgenommen. Die "Air Power 03" ist nach Angaben der Veranstalter - Bundesheer, Land Steiermark und Red Bull - heuer die größte Flugshow Europas. Bis heute, Samstag, werden mehr als 200.000 Besucher erwartet.

Die Kosten für das Spektakel liegen laut Krasser bei 1,8 Millionen Euro, von denen je 500.000 Euro das Bundesheer und das Land Steiermark tragen. 800.000 Euro verleiht Red Bull Flügel. Bei der Flugschau 2000 wurden rund 1,7 Millionen Euro umgesetzt.

Kritik an der Veranstaltung

Massive Kritik an der Veranstaltung kommt von den Grünen in der Steiermark. Der Knittelfelder Gemeinderat Manfred Skoff erstattete bereits im Vorfeld Anzeigen wegen vorsätzlicher, fahrlässiger Gemeingefährdung gegen Veranstalter und Behörden. Der grüne Abgeordnete Werner Kogler sprach von einer "Verhöhnung der Steuerzahler", wenn Gelder des Bundesheeres und des Landes Steiermark für das gefährliche Spektakel verwendet würden. Er will sich für eine Prüfung durch den Rechnungshof stark machen. Erwin Webersing von der Anti-Abfangjäger-Plattform "Abflug" sieht die Show für die Bewohner der Region Aichfeld als "Vorahnung" dessen, was ihnen nach Stationierung der Eurofighter blühen werde. (APA, simo, DER STANDARD Printausgabe 28.6.2003)

Ansichtssache

Fallschirm Absturz aus 500 Metern in Zeltweg

Dramatische Sekunden bei der Flugschau in Zeltweg: Bei einem Kunstsprung zweier Fallschirmspringer verhedderte sich einer der beiden in seinen Seilen und stürzte mit nur teilweise geöffnetem Notschirm aus 500 Metern Höhe zu Boden. Er überlebte schwer verletzt.

Link

Air Power 03

  • Bild nicht mehr verfügbar
Share if you care.