"ÖFI - ade?": Morak verneint

27. Juni 2003, 11:56
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Diskussionsveranstaltung in der Wiener Filmakademie "Zur Zukunft der Filmförderung"

Wien - Außerordentlich gut besucht war Donnerstag Abend eine Diskussionsveranstaltung in der Wiener Filmakademie "Zur Zukunft der Filmförderung". Den provokant gemeinten Titel "ÖFI - ade?" wies Kunststaatssekretär Franz Morak jedoch zurück: "Sie können mir glauben, ich werde das Österreichische Filminstitut (ÖFI) sicher nicht verabschieden. Ich halte das für eine wesentliche Institution." Allerdings befinde sich eine Adaption des entsprechenden Gesetzes in Ausarbeitung. Morak verwies auf die Schaffung des neuen Fernsehfilmförderungsfonds und zeigte sich zuversichtlich: "Ich glaube, dass wir hier eine gute Basis geschaffen haben."

Studie

Nach Angaben Moraks erstellt die Firma "Triconsult" gerade eine Studie, die Mitte des Herbstes fertig gestellt sein soll. "Auf Basis dieser Studie werden wir gemeinsam mit Produzenten und Filmschaffenden eine Vorlage erarbeiten, die dann in die Begutachtung gehen wird." Das ÖFI-Gesetz sei schließlich immer wieder den Veränderungen der Szene und des Marktes angepasst worden. Nun gehe es u.a. darum, die Überführung von der Ausbildung zur Professionalität friktionsfreier zu gestalten. ÖFI-Geschäftsführer Gerhard Schedl, dessen Funktionsperiode im kommenden Frühjahr ausläuft, meinte, er sei optimistischer als noch vor einiger Zeit: "Es ist für mich unvorstellbar, dass man ein erfolgreiches Modell abschafft."

Ebenfalls in Ausarbeitung befinden sich die Richtlinien für den mit 7,5 Mio. Euro dotierten neuen Fernsehfilmförderungsfonds, der als "Spitzenförderung" gedacht ist und bei dem laut Morak nur formale, aber keine inhaltlichen Kriterien erfüllt werden müssen. Der Fonds richte sich an freie Produzenten, die 80 Prozent der Finanzierung eines Projektes aufbringen müssten, um die restlichen 20 Prozent über den Fonds lukrieren zu können.

Gemischte Reaktionen

Während Produzent Helmuth Grasser von einem "guten Instrument" sprach, "weil es von der reinen Auftragsproduktion wegführt und die Eigeninitiative stärkt", und Regisseur Virgil Widrich meinte, es sei "prinzipiell immer gut, wenn es frisches Geld gibt", es käme aber stark auf die Richtlinien (und in Zusammenhang mit dem ÖFI auf die künftige neue Führung) an, zeigte sich der Geschäftsführer des Filmfonds Wien, Peter Zawrel, eher skeptisch: "Wie das funktionieren soll, kann ich mir im Moment noch nicht vorstellen." (APA)

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