Zeugnisangst zu Ferienbeginn

27. Juni 2003, 15:47
4 Postings

50.000 Schüler mit Fleck im Zeugnis - Psychologische Hotlines im Volleinsatz - SPÖ für Aufsteigen mit Fünfer

Rund 470.000 Schüler in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland erhalten heute, Freitag, ihre Zeugnisse und starten anschließend in die neunwöchigen Sommerferien.

Keine ungetrübte Urlaubsfreude wird es dabei für knapp 50.000 Kinder und Jugendliche geben, die das Schuljahr mit einem oder mehreren Fünfern abgeschlossen haben. In allen Bundesländern stehen zu Ferienbeginn verstärkt die schulpsychologischen Beratungsdienste im Einsatz. An Eltern wird appelliert den Zeugnistag nicht zum Drama zu machen.

SPÖ für Aufsteigen mit Fünfer

Für das Aufsteigen mit einem Fünfer spricht sich SPÖ-Bildungssprecher Erwin Niederwieser aus. "Wir sind gegen Klassenwiederholungen nur wegen einer einzigen Note", so Niederwieser.

Alternative Leistungsfeststellung

Außerdem plädierte er für alternative Leistungsfeststellungen wie verbale Beurteilungen, Sachgespräche und das Vorlegen von Arbeitsmappen. Lehrer wiederum sollten mehr Zeit an den Schulen verbringen - dazu bräuchten sie allerdings einen ordentlichen Arbeitsplatz mit moderner technischer Ausstattung.

Schulen ganztags nützbar machen

Die Schulen selbst müssten so umgebaut werden, dass sie ganztags, an freien Tagen und in den Ferien besser nutzbar seien, so Niederwieser. Die Betreuung könnte dabei durchaus auch durch "kompetente Organisationen" erfolgen, wodurch eine Verbindung zwischen Unterricht und Förderbereich hergestellt würde. Ein solches Vorhaben koste aber auch Geld.

Die Hälfte der Ferien ausspannen - auch bei mehreren Fünfern

Auch wenn es gerade in den Sommermonaten vielen am schwersten fällt - ohne "Büffeln" ist eine Nachprüfung nicht zu schaffen. Für den Erfolg wichtig ist dabei jedoch auch ein Ausgleich zwischen Erholung und dem notwendigen Lernen und Üben, raten Schulpsychologen.

Insgesamt die Hälfte der Ferien sollte daher der reinen Erholung gewidmet werden - eher kontraproduktiv ist es, wenn gleich nach Schulschluss wieder mit der Arbeit begonnen wird. Gerade Kinder, die während des Schuljahrs um den Aufstieg kämpfen mussten, benötigen eine Lernpause.

Zeiteinteilung in Lern- und Freizeit

In jener Hälfte der Ferien, die der Vorbereitung auf die Wiederholungsprüfung dienen, sollte der Tag in Lern- und Erholungszeiten aufgeteilt werden. Günstig ist es, im gewohnten Schulrhythmus überwiegend am Vormittag zu lernen, vor dem Schlafengehen den Stoff noch einmal zu wiederholen, das Wochenende grundsätzlich "Büffel"-frei zu halten und die Lernzeit mit Näherrücken des Ferienendes sukzessiv zu erhöhen. Rund ein bis zwei Wochen vor der Prüfung sollten die Schwerpunkte dabei mehr auf dem Abprüfen und Wiederholen liegen als auf dem Einprägen neuer Stoffe.

Eineinhalbstündige Lernphasen

Für die tägliche Arbeitsplanung in den Lernwochen empfiehlt sich das "Büffeln" in je eineinhalbstündigen Lernphasen. Anfangs genügt dabei täglich eine Lernphase, bei Heranrücken der Prüfung sollte zwei- bis drei Mal am Tag gelernt werden. Die Phasen selbst können in zwei Abschnitte zu je 45 Minuten mit einer kurzen Pause dazwischen aufgeteilt werden.

Lehrer sind zum Fragen da

Ein Tipp für den Einstieg in die Lernplanung: Es ist immer ratsam, Schulkollegen oder Lehrkräfte zu befragen, um zu wissen, wo man am besten ansetzt und in welchem Bereich die Lücken besonders groß sind.

Stresstraining - viel Bewegung

In der letzten Phase vor der Prüfung sollte auch eine Art Zeittraining nicht fehlen, bei dem man sich möglichst realitätsnah auf die Stresssituation einstimmt. Dazu gehören etwa das Lösen von Beispielen oder das Schreiben von Aufsätzen gegen die Uhr.

Schließlich müssen nicht zuletzt auch das seelische und körperliche Wohlbefinden stimmen: Vor dem Tag X sollte daher kräftig Energie aufgetankt werden und Bewegung nicht zu kurz kommen.

Schulbeginn für die östlichen Bundesländer ist wieder am 1. September (3. September für höhere Schulen). (APA)

Share if you care.