Geflügeltest: Jede zehnte Probe verdorben

1. August 2003, 12:58
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AK kritisiert falsche Kühlung von Huhn und Pute - In 78 Prozent sei Lufttemperatur zu hoch

Wien - Mit der richtigen Kühlung von Hühner- und Putenfleisch wird es in Wiener Supermärkten offenbar nicht immer genau genommen.

Laut einem Test der Arbeiterkammer (AK) Wien wurde bei 45 Prozent der untersuchten Vitrinen die angegebene Lagertemperatur von höchstens vier Grad überschritten, hieß es heute, Freitag, in einer Aussendung. Rund ein Drittel der Probe war verdorben oder enthielt Krankheitserreger. Zum Schutz der Konsumenten forderte die AK realistischere Ablaufdaten, korrekte Lagertemperaturen und Maßnahmen zur Reduktion pathogener Keime.

20 Wiener Kühlvitrinen im Test

20 Wiener Kühlvitrinen testete die Lebensmittelversuchsanstalt im Mai im Auftrag der AK. Außerdem wurde beim Fleisch die Kerntemperatur gemessen. Die Temperaturanzeigen - so vorhanden - stimmten meist nicht mit den tatsächlichen Werten überein, sagte AK-Konsumentenschützer Heinz Schöffl. In 78 Prozent der Fälle war die Lufttemperatur um etwa drei bis vier Grad zu hoch.

Kühltemperatur

Verpacktes Geflügelfleisch sollte laut AK bei maximal vier Grad Celsius gelagert werden, ohne die Kühlkette zu unterbrechen. Bei 45 Prozent der untersuchten Kühlvitrinen wurde dieser Wert überschritten, der Rekord lag bei 8,8 Grad. Als höchste Kerntemperatur des Fleisches wurden 9,2 Grad gemessen.

Jede zehnte Probe verdorben

Die schlechte Lagerung wirkt sich laut AK auch auf die Fleischqualität aus: Zehn Prozent der Geflügelproben waren verdorben. Weitere 20 Prozent enthielten krankmachende Keime wie Salmonellen oder Campylobacter.

In zwanzig Prozent Salmonellen

20 verpackte Hühner und Puten aus 20 Wiener Supermarktfilialen wurden im Mai gekauft und bis zur Untersuchung am Tag des Ablaufdatums geprüft. Jede zehnte Probe war bereits am Ablauftag verdorben, hieß es. Bei 20 Prozent wurden Salmonellen oder Campylobacter nachgewiesen. Beim richtigen Erhitzen sind diese Keime zwar kein Gesundheitsrisiko, so Schöffl, allerdings können sie leicht auf andere Lebensmittel übertragen werden.

Bei einem früheren Test war ein Viertel der Waren verdorben, so die AK. Doch Fleisch muss auch am Tag des Ablaufdatums eine gute Qualität haben. Die durchgehende Einhaltung der Kühlkette von der Erzeugung bis zum Verkauf sei wesentlich für die Lebensmittelqualität. Deshalb muss der Handel laut AK Kühlgeräte und Thermometer besser überprüfen. Die tatsächlichen Kühltemperaturen sollten von der Lebensmittelaufsicht gezielt kontrolliert und Verstöße sanktioniert werden.

Weiters forderte die AK, dass in der Hygiene-Verordnung Lagertemperaturen als maximale Produkttemperaturen angesehen werden. Die Verbrauchsfristen sollten schließlich auf Grund wirklich realistischer Kühltemperaturen berechnet werden. (APA)

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