Wien: Aufregung um Frauenleiche in Mistkübel

27. Juni 2003, 15:11
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Gewaltverbrechen wird nach Obduktion ausgeschlossen - Überdosis wird vermutet - weiterhin unklar, wie Leiche in die Tonne kam

Wien - Aufregung um eine halbnackte Frauenleiche in Wien-Leopoldstadt:

Im sogenannten Stuwerviertel entdeckte ein Mann beim Durchstöbern der Mistkübel um 4.40 Uhr die Leiche einer 29-jährigen Frau aus Ottakring.

Da die Tote Verletzungen an Hals und im Gesicht aufwies, ging die Polizei anfangs von einem Mord aus. Ein Zwischenergebnis der Obduktion widerlegte diesen Verdacht allerdings: Die Frau starb demnach wahrscheinlich an einer Überdosis Suchtgift.

Verletzungen könnten von einem Sturz stammen

"Die Verletzungen könnten etwa von einem Sturz stammen", sagte Hannes Scherz, stellvertretende Leiter der Kriminaldirektion 1. Der Obduktion zufolge fanden sich an der Leiche keinerlei Würgespuren oder tiefere Wunden. "Welche Substanzen in welcher Menge sie an diesem Abend genau eingenommen hat, werden wir erst in ein paar Wochen wissen", sagte der Ermittler.

Die 29-Jährige dürfte schon länger Drogen konsumiert haben. Um ihre Sucht zu finanzieren, soll sie gelegentlich auch der Prostitution nachgegangen sein. Die Gegend rund um den Fundort der Leiche dürfte das "Arbeitsrevier" gewesen sein.

Weiterhin Unklar: Wie Leiche in die Tonne kam

Die Polizei vermutet, dass Unbekannte aus dem Drogenkreisen die sterblichen Überreste in die Tonne geworfen haben könnten. (APA)

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