Surfen, feiern und abhängen am Murufer

12. August 2003, 19:45
posten

"LaMur" kultiviert die Flusskultur der Grazer musikalisch, sportlich und entspannend

Graz - Wer braucht schon die Cote d'Azur, wenn man doch an den Ufern von "La Mur" - wie manche Grazer ihren Hausfluss liebevoll nennen - die lauen Frühsommernächte verbringen kann. "LaMur" heißt auch ein Projekt des jungen Programms der Kulturhauptstadt Graz 2003, "access all areas", das Pionierarbeit in Sachen Bespielung des Murufers leistet.

Erst seit einem Jahr kann man dem Fluss durch eine neu geschaffene Promenade und die Designer-Stahlinsel von Vito Acconci nahe kommen. Doch den Leuten von "LaMur" war das nicht genug: Ab heute beleben sie auch das Ufer jenseits des Endes der Ausbaustrecke. Im Schatten der letzten Stahlbrücke der Stadt, der Radetzky-Brücke, kann man sich ab 14 Uhr an der "Mobilbar" laben und dem Sound der DJs, die in Brückennischen sitzen, lauschen. Wem das abends zu feucht wird, der kann in der "Postgarage" am nahen Rösselmühlpark trocken weitertanzen.

Am Samstag starten dann die ersten österreichischen Meisterschaften im Flusswellenreiten - ebenfalls unter der stark befahrenen Radetzky-Brücke. Für Unsportliche wird es auch während der Bewerbe Musik und Trank geben. Am Sonntag endet ein "LaMur"-Wochenende mit einem gemeinsamen Ufer-Frühstück mit Open End.

Murinsel für Arme

Wem die Acconci-Insel zu schick ist, der hat ab kommendem Mittwoch eine echte Alternative: Unweit des alten Bootshauses des Grazer Kajakklubs wird ein 24 Quadratmeter großes Kunststoffgebilde zu Wasser gelassen. Auf dem Mittelding zwischen "Floß und Seebühne", erklärt Projektleiter Thomas Wolkinger, können Liegestühle und Kassetten mit Musik von Grazer Bands ausgeliehen werden. Um dieses entspannende Inselambiente zu schaffen, war ein wahrer Behördenmarathon notwendig, der Wolkinger überraschte: "Für die echte Murinsel hat man sicher nicht mehr Ansuchen stellen müssen." Dass es nun mit der Sonnenterrasse im Fluss doch noch etwas geworden ist, steht erst seit Dienstag fest. (DER STANDARD, Printausgabe, 27.6.2003)

Von
Colette M. Schmidt
Share if you care.