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Mercy Dorcas Otieno in "Gott ist ein Deutscher".
"Ich mag keinen Schnee! Das ist meine universelle Menschenrechtserklärung: Ich mag keinen Schnee!", schreit der Bruder (T. G. Schubert) der namenlosen weiblichen Hauptfigur in Fiston Mwanzas Gott ist ein Deutscher am Ende des Stücks. Seine Schwester floh aus der Heimat, einem ungenannt bleibenden afrikanischen Staat, in dem sich jeder zweiter Nachbar erhängte, nach Deutschland, um dort mitten im Winter zu "krepieren wie ein rheumatischer Hund".
Zu Beginn wird man in einer Halle der ehemaligen Grazer Tagger Futterwerke in einen Film gezogen: Lebensfrohe Klänge (Musik: Josef Klammer) begleiten durch afrikanische Straßen, wo Armut wohnt, über saftig grüne Landstriche, die gängigen Klischees trotzen, und über vor Hitze staubende Wege.
Dann löst sich eine Frau aus dem Film und steht in der Halle: Die aus Kenia stammende Soziologiestudentin und Schauspielerin Mercy Dorcas Otieno spielt mit großer Wucht und großem Talent. Sie spielt alle Hoffnungen und alle Träume, die in jenem Menschen keimen, den der ehemalige Grazer Stadtschreiber Mwanza eigentlich als Mann geschrieben hatte.
Und Otieno spielt die Wut und die Verzweiflung, die sie vernichten, nachdem sie sich in einem Land verliert, in dem alle Türen zubleiben. Da hat sie den schleimigen Schlepper (Werner Halbedl), der sie brachte, längst vergessen.
Mwanza, der selbst aus der Demokratischen Republik Kongo floh, erzählt die für Europäer meist ungehörte Seite einer Fluchtgeschichte - ohne Kitsch mit viel ehrlicher Verwunderung über Menschenverachtung und Kälte gegenüber Fremden, die ihre Talente in einem neuen Staat einbringen wollen. Ernst M. Binder inszenierte Mwanzas Sprache respektvoll mit stillen Bildern, die für sich sprechen: Am Ende deckt Schnee die tote Frau lautlos zu, als hätte es sie nie gegeben. (cms, DER STANDARD, 1.8.2012)
1., 2., 3., & 4. 8., jeweils 20.30, Graz, Tagger Futterwerke
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Wieso inszeniert er nicht schon längst am Burgtheater??? Wahrscheinlich weiß dort niemand, wer das ist... höchst peinlich.... aber vielleicht erwachen die Dramaturgen kurz aus ihrer Nabelschau, blicken einmal vom "Theater Heute" auf und gehen einmal ins Theater. Gar nicht weit! In Graz, in Wien... da gäbe es viel zu entdecken!
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