Auftakt-Out von Schlosser gegen Chinesen Lei

31. Juli 2012, 15:21
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9:15-Niederlage in 1. Florett-Runde - "Er ist nicht ohne Grund Top Ten" - Verständnis für Verhalten von Kampfrichterin Csar

London - Der Auftaktkampf von Florett-Fechter Roland Schlosser bei den Olympischen Spielen in London ist nach Papierform verlaufen. Der Vorarlberger verlor daher am Dienstag in der ExCeL-Arena in der Runde der letzten 32 gegen den chinesischen Weltranglisten-Neunten Lei Sheng, nach einer 9:15-Niederlage schied er aus. Bei seinen dritten Olympischen Spielen ist Schlosser zum zweiten Mal sieglos geblieben, in Peking 2008 hatte er das Achtelfinale bzw. Rang 15 erreicht.

Der in Kopenhagen lebende Familienvater hatte sich gegen Lei einen Plan zurechtgelegt und diesen zunächst gut umgesetzt. "Es war ein Konzept aus Verteidigung und Offensive. Ich habe gut angefangen", erklärte Schlosser. Nach dem Stand von 2:2 zog der Asiate jedoch auf 9:3 davon, das war die Vorentscheidung. "Es waren da ein paar fragliche Entscheidungen, aber sie gehen in Ordnung", äußerte sich der 29-Jährige fair. "Man kann da eben so oder so entscheiden."

"Kein Misserfolg"

Schlosser aber wurde dadurch aus seinem Konzept gebracht. "Das hat mich leicht aus der Bahn geworfen, da war ich kurz ein bisschen ratlos." Zwar holte er auf 6:9 auf, aber nicht mehr. "Ich habe gewackelt und Lei hat noch drei, vier Punkte draufgelegt. Er ist nicht ohne Grund Top Ten und ich nur Weltranglisten-33.", erläuterte der Fechtclub-Salzburg-Athlet. Vorzuwerfen habe er sich nichts. Schlosser. "Ich werte es nicht als Misserfolg. Ich war gut vorbereitet und hatte die richtige Einstellung."

Zufrieden war Schlosser auch damit, dass er technisch durchaus entsprochen hatte. "Wenn ein Gefecht über die Aktionswahl entschieden wird, kann ich damit leben", begründete der Softwareentwickler. "Denn mit schlechten Entscheidungen in einem Kampf kann man noch leben, nicht aber mit technischen Fehlern." Allerdings wäre in mehr richtigen Entscheidungen wohl auch der Schlüssel zum Erfolg gewesen. "Der Quantensprung ist sich leider nicht ausgegangen, auf den ich hingearbeitet habe."

Angesprochen auf den Zwischenfall am Vortag im Degen-Semifinale zwischen der Deutschen Britta Heidemann und der Südkoreanerin Shin A-Lam meinte Schlosser, dass sich die österreichische Kampfrichterin Barbara Csar regelkonform verhalten habe. "Sie hat es ganz vernünftig gemacht. Sie macht auch sonst ihren Job einwandfrei." Nicht in Ordnung findet er aber, wie sich die Technische Direktion verhalten habe. "Das ist eher fragwürdig, dass eine halbe Stunde lang diskutiert wurde." (APA, 31.7.2012)

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    Schlosser out.

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