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Wien - "Tigermücke auf dem Vormarsch" oder "Tigermücke überträgt Todesfieber" lauteten Schlagzeilen der vergangenen Wochen in den heimischen Medien. Weniger dramatisch sieht die Situation der Ökologe und Stechmücken-Experte Bernhard Seidel: Für Österreich gebe es aktuell noch keine Gefahr durch die asiatische Tigermücke. Im periodisch durchgeführten bundesweiten Gelsen-Monitoring der AGES sei die markant gezeichnete Stechmücke nämlich bisher nicht aufgetaucht.
Daher könne man sagen, dass sie entgegen mancher derartiger Meldungen etwa "in Oberösterreich sicherlich nicht im Vormarsch ist". Von den weit verbreiteten heimischen Arten gehe zwar kaum Gefahrenpotenzial als Überträger neuer exotischer Erkrankungen aus, problematisch sei aber, dass sie sehr wohl andere Krankheiten übertragen könnten.
Erstnachweis gelungen
Das Monitoring-Programm arbeite mit mehreren, sich ergänzenden Methoden, mit denen man bei signifikant großer Verbreitung der Tigermücke auch fündig geworden wäre, so Seidel. Er selbst selbst hat in Ergänzung der AGES-Arbeiten im Frühjahr zwei nahe beieinander liegende Brutstellen der Mücken gefunden und ihre Art auch bestimmt - gleichsam der Erstnachweis für Österreich. Es handle sich um ein bescheidenes Vorkommen am Rande von Österreich. Der Experte betonte jedoch, dass es sich hier um "kein Zufallsereignis" handle, weil die Art bereits in Südeuropa vorkommt und durch Gütertransport und Warenhandel weitergeschleppt wird.
"Was die besagte 'große Gefährlichkeit' angeht, wäre jedoch eine große Verbreitung dieser Mücke entscheidend", so der Ökologe. Die Tigermücke sei zwar in der Lage, das Dengue-Fieber und andere virale Erreger zu verbreiten, heimische Gelsen könnten aber genauso Krankheiten wie das Usutu-, das West Nile- oder das Tahyna-Virus verbreiten und täten das auch regelmäßig. "Es gab in den Jahren meiner Freilandtätigkeit ständig Probleme mit heimischen Stechmücken, die zudem millionenfach auftreten - dagegen kann die Tigermücke mit ihrem nunmehrigen kleinen Bestand nichts ausrichten." Laut Seidel besteht daher kein Grund für Angstmache zur Urlaubszeit. "Wenn man die Probleme mit den heimischen Gelsen jahrelange negiert, dann braucht man sich um die Tigermücke nun wirklich keine so großen Sorgen machen."
Nicht fündig
Dazu komme, dass die Tigermücke in unseren Breiten an Dengue-Fieber-Erreger nicht herankäme, sie müsste sie bereits mitbringen. Aus Kroatien, Slowenien und Italien seien zwar Fälle bekannt, dort sei sie aber im Gegensatz zu Österreich schon "weit verbreitet". Im Zuge eines Projekts des Bundeslandes Kärnten und der AGES habe man an möglichen Einfallstoren aus dem Süden genau nach den Tieren gesucht - fündig wurde man aber nicht. Seidel: "In Kärnten ist sie also definitiv nicht."
Möglich sei allerdings, dass sich die bisher sehr seltenen Insekten in den kommenden Monaten noch weiter verbreiten. Die Tigermücke entspreche nämlich einem Lebensformtyp, für die sich in temporären, stehenden und kleinsten Gewässern die besten Vermehrungsoptionen bieten. Aufgrund des aktuellen Wetterverlaufs mit dem ständigen Wechsel von Regenphasen und heißen, "fast tropischen" Perioden, hätten die Tiere jetzt theoretisch gutes Brutwetter. Es könnten rasch mehrere Generationen schlüpfen und eine extreme Vermehrung stattfinden. Daher gelte es, sie weiter im Auge zu behalten. Das Hauptaugenmerk sollte jedoch weiter auf den allgegenwärtigen heimischen Arten liegen, die "unsere volle Aufmerksamkeit erfordern", so Seidel. (APA, 31.7.2012)
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Stimmt!
Bin von diesen Schweinsviechern auch schon von Sizilien bis zum Gardasee (grad letztes Wochenende wieder) angeknabbert worden.
Grosse Dippln, die tagelang wie verrückt jucken.
Tiere, die die Welt nicht braucht. ;-)
Aber bis jetzt haben sie beim mir noch keine gesundheitlichen Probleme verursacht...
Es wäre schon ein riesiger Zufall, dass die wenigen asiatischen Aedes, die man in Österreich findet, auf einen (auf einer Tropenreise) infizierten Wirten treffen, danach das Dengue-Virus vermehren und an andere Menschen weitergeben. Dann müssten die damit Infizierten zumindest noch einmal von einem anderen Serotypen infiziert werden, um die gefährliche, sog. hämorrhagische Variante des Dengue-Fiebers zu entwickeln. Alles sehr unwahrscheinlich, zumindest aus heutiger Sicht. In 20 Jahren kann es aber wieder anders aussehen.
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