Hernalser "Gschwandner" soll wiederauferstehen

31. Juli 2012, 10:39
  • Als Hernals noch ein Vorort war, eröffnete Johann Gschwandner sein Etablissement, in dem die WienerInnen gerne und ausgiebig feierten.
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    foto: apa/familienarchiv ulrike stadler

    Als Hernals noch ein Vorort war, eröffnete Johann Gschwandner sein Etablissement, in dem die WienerInnen gerne und ausgiebig feierten.

  • Der Gschwandner war berühmt für seinen Heurigen, für Feste wie den 
Wiener Wäschermädelball, aber auch für die Austragung von 
Veranstaltungen im Boxsport.
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    Der Gschwandner war berühmt für seinen Heurigen, für Feste wie den Wiener Wäschermädelball, aber auch für die Austragung von Veranstaltungen im Boxsport.

  • Nach der Generalsanierung sollen die Räumlichkeiten Ende 2013 als Veranstaltungszentrum in neuem Glanz erstrahlen.
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    Nach der Generalsanierung sollen die Räumlichkeiten Ende 2013 als Veranstaltungszentrum in neuem Glanz erstrahlen.

Das Etablissement war im 19. Jahrhundert bei den WienerInnen äußerst beliebt - Im August gibt es einen Vorgeschmack auf die Wiedereröffnung

Als eines der Juwele der Wiener Vergnügungsetablissements gilt das "Gschwandner": Das Etablissement in der Geblergasse 36 in Hernals wurde Mitte des 19. Jahrhunderts von dem Weinbauern Johann Gschwandner als Heuriger gegründet. Damals war Hernals noch ein Vorort von Wien. Nach und nach wurde das Gebäude erweitert und entwickelte sich unter der Geschäftsführung der Gschwandner-Söhne Georg und Johann jun. zu einer der beliebtesten Wiener Vergnügungsstätten.

Der "Gschwandner" war berühmt für seinen Heurigen, für Feste wie den Wiener Wäschermädelball, aber auch für die Austragung von Veranstaltungen im Boxsport. Als der Familienbetrieb 1960 seine Pforten schloss, geriet das Lokal in Vergessenheit. Dies soll sich nach der Generalsanierung, die im kommenden Winter beginnt, ändern. Ein Revival für den Heurigen gibt es aber schon davor im August. Passendes Motto: "Ausg'steckt is".

Ein neues Veranstaltungszentrum soll an dem geschichtsträchtigen Vergnügungsort entstehen, wenn es nach den Plänen der neuen Eigentümer Reza Akhavan und Daniel Jelitzka geht. Dafür müssten allerdings einige bauliche Veränderungen vorgenommen werden, da der aktuelle Zustand des Gebäudes nicht den gängigen Bestimmungen entspricht, wie Andrea Hladky, Sprecherin des neuen Gschwandner, betont. Dazu zählen neben der Generalsanierung der Räumlichkeiten etwa die Schaffung eines barrierefreien Zugangs und der Einbau von Aufzügen.

Elf Millionen Euro Renovierungskosten

Auch das Herzstück des früheren Grand Etablissements - so wurden im 19. Jahrhundert Veranstaltungsstätten im großen Rahmen bezeichnet -, der 500 Quadratmeter große Säulensaal sowie der Strauss-Lanner-Saal, werden einer Verjüngungskur unter Rücksichtnahme auf den Denkmalschutz unterzogen. Eine bauliche Neuheit wird dabei der öffentliche Durchgang von der Geblergasse in die Hernalser Hauptstraße sein. Die Renovierungsarbeiten sollen bis Ende 2013 durchgeführt werden. Die Kosten belaufen sich auf rund elf Millionen Euro. Über Förderungen der Stadt werde derzeit verhandelt, so Hladky.

Revival für den Heurigen

Doch schon vor Beginn der Bauarbeiten ist das historische Gebäude für temporäre Veranstaltungsreihen wieder der Öffentlichkeit zugänglich: Im August gibt es an den ersten drei Wochenenden, jeweils von Donnerstag bis Sonntag, ein Revival des einst berühmten Heurigen. Die Pforten öffnen sich bereits am Nachmittag ab 15 Uhr. Freitag und Samstag gibt es zudem jeweils ab 21 Uhr eine Filmvorführung - auch das ist nichts Neues, denn schon 1907 wurden nach dem Einbau eines Kinematografen Kurzfilme gezeigt.

Eröffnet wird der Gschwandner-Heurige am 2. August mit einem Konzert der Neuen Wiener Concert Schrammeln. Erst kürzlich gastierte in der Location das Impulstanz-Festival mit dem "Österreich-Pavillon".

Kunst und Kultur vereint mit Gastronomie

Mit der Wiedereröffnung des gesamten Etablissements Ende 2013 soll das Gschwandner wieder zu dem werden, was es einmal war: "Die Veranstaltungen aus Kunst, Kultur und Musik sind das Zentrum unseres Konzepts, aber es wird auch was zu essen geben", versicherte die Sprecherin. Künftig soll das Gebäude von fixen und temporären Mietern genutzt werden.

Mit dem Neubau des Säulensaals im Jahr 1877 bot die Veranstaltungsstätte insgesamt Platz für rund 1.500 Personen. Wiener Schrammelmusik, Tanzveranstaltungen und sportliche Wettkämpfe standen auf dem Programm. Nach rund 120 Jahren schloss das Gschwandner 1960 seine Pforten und wurde als Büro und Lager der Radiofabrik Ingelen und später als Requisitendepot eines Filmausstatters genutzt. (APA, 31.7.2012)

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...und gaunz Hernois is in da Häh'...

super! hernois braucht eh dringend eine sinnvolle location. wennsma dann noch hie und da einen jazz dort spielen, muss ich diesen traumhaften bezirk noch seltener verlassen. ich freu mich.

Seits mir nicht bös..

..aber ich kann mich drüber nicht freuen. Als direkter Anrainer fühl ich mich von dem dadurch entstehenden Lärm mehr als belästigt.
Ich hoff ja nur, dass der Eingang dann auf der Hernalser ist und nicht auf der Geblergasse. Aber ich glaub da werd ich Pech haben. Noch dazu werd ich wohl durch den Baulärm so oder so belästigt.
Erstaunlich ist nur, dass es heute noch recht ruhig ist. Gestern um die Uhrzeit, wo ich schlafen wollte, war daran nicht zu denken weil es zu laut war.
Wie gesagt, freuen kann ich mich darüber nicht, auch wenn der Saal von innen echt schön ist.
Ich sehe schon sehr viele schlaflose Nächte auf mich zukommen.. juhuuuuu...

Viell hat ja Mdme Streßned...

...in ihrer Luxuswohnung im Luxusersten ein stilles Luxusplatzerl für Sie...? ^^

Mal Schmähohne, viell können Sie ja ein extrem kostengünstiges Anrainer-Abo erwirken - damit wären einige Probleme auf einen Schnall gelöst...

bei solchen anrainern wie dir ,

versteh ich, warum anrainern bei um- bauplänen keine parteienstellung eingeräumt werden soll.

ich hab nix gegen die veranstaltungsstätte, geht mir nur um den erzeugten Lärm der nach 22:00 Uhr oder von mir aus auch 23:00 Uhr unter der Woche entsteht..

tua da nix an

Ich hätte lieber das Gschwandner als ein Laufhaus als Nachbarn.

Ich war gestern im Gschwandner, der Saal ist wirklich sehr schön, freu mich schon, wenn das renoviert ist.

Vielleicht ein Ball oder so was. Leider gibt es die Sophiensäle nimmer.

next hot spot in the city.

Ich möchte gerne wissen, von welchem Jahr die oberen beiden Fotos stammen!

Danke !?

Hernois is ois!

eh, würdiger Rahmen z.B. für eine Wiedervereinigungsversammlung...

Boyz from HairNoise.

Ich bin jahrelang daran auf dem Weg zur Schule vorbei gekommen. habe mich immer gefragt was das wohl ist, aber ich hätte nie mit so einem großen Saal gerechnet. Schön, dass er renoviert wird

Weiß jemand, wofür der Saal die letzten Jahrzehnte gedient hat?

lt. Artikel:

"Nach rund 120 Jahren schloss das Gschwandner 1960 seine Pforten und wurde als Büro und Lager der Radiofabrik Ingelen und später als Requisitendepot eines Filmausstatters genutzt."

Ihrer Fragestellung nach zu urteilen kann das nur die halbe Wahrheit sein?!?

und beim Dumser draussen in Neulerchenfeld?

das

war aber das jetzige Loft am lerchenfeldergürtel...

spielen die golden boys

...is perfektion.

steht heute ein neubau mit einem billa drinnen

Von einem "Wäschemädelball" würde ich mich sehr angesprochen fühlen.

Erwarten Sie sich nicht zuviel!

Mein "Wäschermädl" redet mit mir überhaupt nicht, gibt nur - nach Knopfdruck - Geräusche von sich...

förderungen??

das ding ist echt großartig und wunderbar, dass es wieder in betrieb genommen wird. aber, warum förderungen?? dann kann jede disco um förderungen kommen. gerade jetzt, wo die gelder eh sinken, finde ich das ziemlich dreist. wo bleibt der unternehmergeist?

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