DAX schließt knapp behauptet

31. Juli 2012, 18:41
posten

Gewinnmitnahmen nach jüngster Erholung

Frankfurt - Die Frankfurter Aktienbörse hat am Dienstag knapp behauptet geschlossen. Der DAX ermäßigte sich um 1,80 Punkte oder 0,03 Prozent auf 6.772,26 Einheiten. Der TecDAX fiel um 2,48 Punkte oder 0,32 Prozent auf 777,69 Punkte. Der M-DAX verlor 109,55 Punkte oder 1,00 Prozent auf 10.826,26 Zähler. Der HDAX schloss mit 3.470,85 Einheiten und einem kleinen Minus von 5,41 Zählern oder 0,16 Prozent. Der C-DAX verlor 0,77 Punkte oder 0,13 Prozent auf 599,13 Zähler.

Nach Gewinnen am Vormittag fiel der DAX im weiteren Verlauf wieder knapp ins Minus. Börsianer begründeten das Schwinden der Aufschläge mit einsetzenden Gewinnmitnahmen, nachdem das Kursbarometer seit dem Zwischentief am Donnerstag in der Spitze um mehr als 8 Prozent zugelegt hatte. In der Früh war der Index erstmals seit Anfang Mai wieder über 6.800 Punkte gestiegen.

"Die Annahmen und Spekulationen über weitere Maßnahmen der EZB zur Rettung der Eurozone haben teilweise sehr groteske Züge angenommen", sagte Aktienhändler Andreas Lipkow von MWB Faitrade. Eine Banklizenz für den permanenten Euro-Rettungsschirm ESM sei dabei wohl noch die gröbste Mutmaßung gewesen. Die Spekulation erhielt aber einen Dämpfer, als sich das Bundesfinanzministerium am Dienstag erneut gegen diese Idee aussprach. "Gewinnmitnahmen waren mehr als absehbar", betonte Lipkow.

Voll in Fahrt war am Dienstag auch wieder die Berichtssaison mit zahlreichen Unternehmen aus der ersten und zweiten Reihe. Im DAX stiegen die Aktien des Halbleiterkonzerns Infineon als unangefochtener Spitzenreiter um 6,69 Prozent auf 5,929 Euro. Zwischenzeitlich waren sie erstmals seit Ende Juni wieder über die Marke von 6,00 Euro gestiegen. Dirk Schlamp von der DZ Bank lobte über seinen Erwartungen liegende Umsätze sowie die operative Marge.

Nach der Zahlenvorlage sehr fest präsentierten sich auch die Papiere von Metro mit plus 3,01 Prozent und von Bayer mit plus 1,24 Prozent. Beim Handelskonzern war es nicht zu der von Analysten befürchteten Prognosesenkung gekommen, während der Pharma- und Chemiekonzern nach einem operativ starken zweiten Quartal die Prognose für das Gesamtjahr erhöht hatte. Am Vormittag waren die Bayer-Aktien auf den höchsten Stand seit Jänner 2008 gestiegen.

Den Aktien der Deutschen Bank hat der Zwischenbericht einer seit Anfang Juni laufenden Überprüfung der Konzernstrategie knapp mit 0,12 Prozent ins Plus verholfen. Demnach hat sich beim deutschen Branchenprimus ein Einsparungspotenzial von rund 3 Milliarden Euro ergeben. Teil dessen soll der Abbau von 1.900 Stellen sein, mit Fokus auf dem Investmentbanking - der Sparte, die am Morgen noch als Schwachstelle der vorgelegten Zahlen für das zweite Quartal angesehen worden war.

Während die Finanzwerte in ganz Europa von schwachen UBS-Zahlen in Mitleidenschaft gezogen wurden, tendierten auch die Titel der Commerzbank freundlich. Positive Reaktionen auf die überraschend am Vorabend veröffentlichten Zahlen und den zugleich vermeldeten Verkauf einer Tochter in der Ukraine sorgten für einen Aufschlag von 0,40 Prozent. Schwäche zeigten dagegen HeidelbergCement mit minus 1,89 Prozent. Den Quartalsbericht des Baustoffherstellers nutzten Anleger für Gewinnmitnahmen. (APA, 31.7.2012)

Share if you care.