Alpinist stürzte am Großglockner 500 Meter in den Tod

31. Juli 2012, 09:57
  • Beim Abstieg in die Glocknerscharte stürzte der 24-jährige Alpinist vor den Augen seiner Begleiter in die Tiefe.
    foto: dapd/joensson

    Beim Abstieg in die Glocknerscharte stürzte der 24-jährige Alpinist vor den Augen seiner Begleiter in die Tiefe.

Der 24-Jährige wurde von Alpinpolizisten geborgen

Innsbruck - Vor den Augen seiner Kameraden ist am Montag ein 24-jähriger Mann am Großglockner in Osttirol in den Tod gestürzt. Die drei Alpinisten hatten sich in die sogenannte Glocknerscharte abgeseilt und wollten einen schrittbreiten Teilabschnitt über eine steile Rinne seilfrei hinter sich bringen. Dabei dürfte der Bergsteiger gestolpert sein, schilderte eine Alpinpolizist. Der 24-Jährige stürzte über 500 Meter ab, für ihn kam jede Hilfe zu spät.

Das Unglück hatte sich kurz vor 15.00 Uhr in einer Höhe von rund 3.700 Metern ereignet. Gefunden wurde der Verunglückte schließlich in einer Höhe von rund 3.200 Metern. Weil die Witterungsbedingungen keine Hubschrauberflüge zuließen, wurde die Leiche des 24-Jährigen von Alpinpolizisten geborgen.

Am schmalen Teilabschnitt abgestürzt

Die Gruppe war am Sonntag von Kärnten aus über die Kaiser-Franz-Josefs-Höhe zur Adlersruhe aufgestiegen, wo sie die Nacht auf Montag verbrachten. Montagfrüh stiegen die drei Alpinisten zum Gipfel auf. Beim Abstieg seilten sie sich in die Glocknerscharte ab. Die beiden Begleiter des Verunglückten, zwei Männer im Alter von 23 und 24 Jahren, überquerten den schmalen Teilabschnitt zuerst. Der 24-Jährige, der als Letzter ging, stürzte vor den Augen seiner Begleiter ab.

Die beiden versuchten noch vergeblich, zu ihrem Kameraden abzusteigen. Das sich rasch verschlechternde Wetter ließ das aber nicht zu, erklärte der Alpinpolizist. Daher setzten sie einen Notruf ab. Zwei Bergretter stiegen schließlich zu den beiden auf und retteten sie. Laut dem Beamten waren die Alpinisten gut ausgerüstet. (APA, 31.7.2012)

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hm

war er nicht gesichert? wobei klar ist, dass kein mitdenkender mensch, also jemand, dem solche gefahren reflexiv bewußt sind und der sich nicht als übermensch, dem nix passieren kann, fühlt, hier raufgehen würde...

nicht gesichert als mitdenkender mensch...war noch nie am glockner, aber viele gipfel kann man auch ungesichert erreichen, ohne dass man gleich ein depp is...
hochkönig zb, 3.000m, belohnt wird man dann mit den schönsten sonnenauf und untergängen..
verstolpern kann an jedem berg schlimm ausgehen...

Nein, er hat sich ohne Seil abgeseilt

Übertreiben's net...

Ich nehme mal stark an, sie waren da noch nicht oben. Also wissen sie nicht, wovon sie reden. Bei gutem Wetter ist es am Gipfel absolut fantastisch.

Wir haben uns damals gesichert, aber man kann die Glocknerscharte auch ohne weiters ungesichert gehen. Ein halber Meter Breite reicht eigentlich, um sicher von A nach B zu kommen - also reine Kopfsache.

Wie duschen also - da kann man auch ausrutschen und tödlich stürzen.

ich bin da 1975 drübergegangen

auch ungesichert, da "man" dort als Bergsteiger normalerweise nicht gesichert geht (ist natürlich diskussionswürdig, jeder der sich unsicher fühlt, sollte schon am Seil gehen).

Natürlich besteht die Gefahr eines Stolperers auch bei erfahrenen Berggehern, ich habe einen ehemaligen Schulfreund verloren, der am Mont Blanc an einer an sich ungefährlichen Stelle beim "Austreten" (Pipi oder grosse Notdurft) in die Tiefe gestürzt ist!
Und es gibt jedes Jahr zig schwere Unfälle bei einfachen Rinnenquerungen, wenn der Firm morgens spiegelglatt ist!

Da gehen viele ungesichert. Ist auch nicht wirklich schwierig oder gefährlich, wenn man ausreichend trittsicher ist. Die Gefahr geht dann eher von den anderen Bergsteigern aus, wenn es sich staut, und man einen unbeabsichtigten Stoss bekommt, oder sich wer an dir anhalten will, da es dort oben sehr eng ist.

RTFA (read the ...), dann beantwortet sich auch deine Frage.

"Laut dem Beamten waren die Alpinisten gut ausgerüstet."

Die beste Ausrüstung nutzt halt leider nix, wenn man sie spazierenträgt statt sie zu benutzen...

Das scheint zum Trend zu werden.
Früher war sehr oft von schlecht ausgerüsteten Verunfallten ("Halbschuhtouristen") zu lesen, inzwischen deckt sich jeder dahergelaufene Geocacher mit teurem Outdoorequipment ein und glaubt, er wird dadurch zum Alpinisten.

Vorbild und Wirkung

Zum ansehen, wie es bei der Glocknerscharte runtergeht.

http://www.youtube.com/watch?v=5WKYOpMoEcE

ich weiß ja warum ich sowas grundsätzlich nicht mache - mir wird da schon beim ansehen des videos schwindlig ...

wobei.... soviel Schnee liegt selten dort...der auf- bzw abstieg vom bzw zum schartl ist meistens aper.

mögliches szenario: er hatte die steigeisen an, und ist bei einer felsplatte ausgerutscht...wie auch immer: der glocker wird brutal unterschätzt.

eine Pole

nachwievor auffallend viel Osteuropäer, die verunfallen.

Bledsinn.

Laut Statistik (2007) fallen in Österreich noch immer mit Abstand am meisten Österreicher vom Berg, gefolgt von Deutschen und Schweizern (!) bzw. im Jahr drauf (2008) Holländern (Plätze 1 & 2 bleiben fest in deutschsprachiger Hand, neuere Statistiken gibts noch keine), also in erster Linie gerade die, die sich für tolle Bergsteiger halten...

Die Polen sind da nur jeweils mit einem Prozent vertreten - wo nimmst du also deine Behauptung her? Osteuropaphobie? Hat dir ein Pole die Freundin ausgespannt?

Wobei man korrekterweise eigentlich nur den Anteil der verunglückten Bergsteiger pro Nation betrachten darf. Daß Österreicher und Deutsche absolut am öftesten dort abstürzen verwundert nicht, die gehen ja mit Sicherheit auch am öftesten hinauf.

vorsicht, vorsicht

"also in erster Linie gerade die, die sich für tolle Bergsteiger halten..."

mit absoluten zahlen argumentiert sichs bezüglich fähigkeiten ganz schlecht!

Ich habe nicht mit Fähigkeiten argumentiert, sondern mit vermeintlichen, selbstzugeschriebenen Fähigkeiten...

Lt. welcher Statistik? Laut dieser z.B. gar nicht: http://www.alpinesicherheit.at/alpinunfa... .php?id=79

Schöne Tabellen, doch eine Aufschlüsselung der Bergtoten nach Nationen seh' ich nicht...

Wenn Sie

im Menü links auf tödliche Unfälle klicken dann sehen Sie diese nach Nationen gelistet.

also ich habs dort gefunden:

aufgliederung nach herkunftsland:

http://www.alpinesicherheit.at/alpinunfa... .php?id=80

bissl scrollen muss man halt schon ...

Die Statistik ist 5 Jahre alt.
Gerade in den letzten 5 Jahren ist aber Bergsport zu einem Trendsport geworden.

Also erstens ist Bergsteigen 2012 nicht wesentlich “trendiger“ als es 2008 auch schon war (d.i. das Datum der jüngsten, nicht viel anders aussehenden Statistik, außer dass die Schweizer auf Platz 3 von den Niederländern verdrängt wurden - der Anteil an Polen ist noch immer bei ca 1%, sogar etwas weniger), und zweitens steigen solche Zahlen i.a. immer anteilsmäßig proportional, weil kaum davon auszugehen ist, dass ausgerechnet der Anteil an polnischen Bergsportlern so dramatisch ansteigt gegenüber dem Rest - sollen es doppelt so viele abgestürzte Polen sein, dann sind es 2% und die These des OP ist immer noch Schwachsinn und durch nichts unterstütze unmotivierte Privatmeinung.

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