Erste Bank kämpft mit Verlust im Ostgeschäft

31. Juli 2012, 11:00
64 Postings

Der Halbjahres-Nettogewinn der Bank war nur dank Sondererlösen möglich. Rumänien-, Ungarn- und Ukraine-Geschäft tiefrot

Wien - Höhere Verluste in den Tochterbanken in Rumänien (140,5 Millionen Euro), Ungarn (72,7 Millionen Euro) und der Ukraine (17,8 Millionen Euro) haben die börsenotierte Erste Group im ersten Halbjahr belastet. In Rumänien musste die Tochter BCR noch weiter abgeschrieben werden (210 Millionen Euro). Auch die neue Bankensteuern schlugen zu Buche.

Die Fahne hoch für das Ostgeschäft hält die Ceska Sporitelna. Die tschechische Tochter hat im ersten Halbjahr 2012 ihren Nettogewinn um 14 Prozent auf 8,22 Milliarden Kronen (325,5 Millionen Euro) gesteigert.

Rückkauf von Hybrid-Anleihen putzt aus

Wie die Erste Group am Dienstag früh mitteilte, weist die Halbjahresbilanz einen Nettogewinn von 453,6 Millionen Euro aus (ein Rückgang um 12,9 Prozent). Die Bank verdankt diesen Gewinnausweis nach den hohen Abschreibungen im Osten im wesentlichen Einmal-Effekten wie dem Rückkauf von Hybrid-Anleihen, was der Bank 413,2 Millionen Euro für die Ergebnisrechnung brachte, zudem gab es Verkaufsgewinne von Immobilien (42,7 Millionen Euro).

Das Betriebsergebnis lag bei 1,75 Milliarden Euro, ein Rückgang um 11,2 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2011.

2013 soll Rumänien-Geschäft positiv sein

Im Ausblick hielt der Vorstand fest, dass im Gesamtjahr mit einem leicht unter Vorjahr liegenden Betriebsergebnis zu rechnen ist. Die Risikokosten sollten auf etwa zwei Milliarden Euro zurückgehen, obwohl in Rumänien der Kreditvorsorgebedarf 2012 seinen Höhepunkt erreichen dürfte. 2013 soll die rumänische Tochter BCR wieder in schwarze Zahlen zurück kommen.

Die von der europäischen Aufsicht vorgebebene Quote von hartem Kernkapital (Pflicht waren 9 Prozent bis Ende Juni) hat die Erste mit 9,9 Prozent übererfüllt, wie weiter berichtet wurde. Unter Anrechnung des unterjährigen Gewinns ergäben sich 10,4 Prozent.

24,8 Prozent der Aktien hält die Erste-Stiftung als Hauptaktionärin aktuell. Zweitgrößte Aktionärin ist mit 9,7 Prozent die spanische Großsparkasse La Caixa. (APA, 31.7.2012)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Bankchef Andreas Treichl muss das Ostgeschäft wieder profitabel machen.

  • Bild nicht mehr verfügbar
Share if you care.