Heute ein neues Hüftgelenk, morgen wieder auf den Beinen

  • In Österreich bekommen rund 16.000 Personen jährlich ein künstliches Hüftgelenk.
    foto: apa/jan woitas

    In Österreich bekommen rund 16.000 Personen jährlich ein künstliches Hüftgelenk.

Minimalinvasiver Hüftgelenksersatz mit moderner Micro-Hip-Technik - Patienten binnen drei Tagen wieder mobil

Regensburg - Ein neues Hüftgelenk und einen Tag nach der Operation wieder auf den Beinen: Moderne Operationstechniken machen es möglich. Die Orthopädische Klinik der Universität Regensburg in Bad Abbach gilt als führendes Zentrum für minimalinvasive Hüftgelenksoperationen in Europa, berichtet der deutsche Online-Reportagedienst obx-medizindirekt. Dort wurde in den letzten Jahren die Micro-Hip-Technik mit entwickelt und perfektioniert. Für die Patienten bietet die Operationsmethode viele Vorteile. In aller Regel sind die Patienten unmittelbar nach der Operation bereits schmerzfrei. Am ersten Tag nach dem Eingriff ist Aufstehen, nach acht Tagen gestütztes Treppen steigen mit Gehhilfen möglich. Drei Tage nach dem Einsatz eines künstlichen Hüftgelenks sind die Betroffenen wieder mobil.

15 Millionen Menschen leiden heute in Deutschland unter arthrosebedingten Gelenkbeschwerden. Um auch im Alter mobil zu sein werden werden jedes Jahr in der Bundesrepublik mehr als 200.000 Hüftgelenke ersetzt - Tendenz steigend.

Operation hinauszögern

"Der Ersatz eines Hüftgelenks ist heutzutage eine Routineversorgung. Unsere minimalinvasive Operationstechnik mit einem nur kleinen Hautschnitt verhindert das Risiko von postoperativen Problemen. Auch weil bei dieser Technik keine Muskeln durchtrennt werden, der Blutverlust sehr gering und auch keine Vollnarkose erforderlich ist", betont der Leiter der Orthopädischen Klinik der Universität Regensburg im Asklepios Klinikum Bad Abbach, Joachim Grifka. Orthopädische Chirurgen aus ganz Deutschland sind regelmäßig in Bad Abbach Gäste, um als Zuschauer bei Live-Operationen via TV-Übertragung die modernen Operationstechniken kennenzulernen.

"Die Entscheidung zu einem künstlichen Gelenk darf nicht vorzeitig getroffen werden. Wir versuchen zunächst alle anderen Möglichkeiten der Behandlung auszuschöpfen", so der Mediziner. Chirurgen in Bad Abbach haben deshalb eine Operationsmethode zur Gelenkumformung entwickelt. Mit Hilfe dieser "Arthroplastik" lässt sich der altersbedingte Gelenkverschleiß deutlich reduzieren und der Einsatz eines künstlichen Hüftgelenks zeitlich erheblich hinauszögern. (red, 31.7.2012)

Share if you care