Heute ein neues Hüftgelenk, morgen wieder auf den Beinen

31. Juli 2012, 08:25
  • In Österreich bekommen rund 16.000 Personen jährlich ein künstliches Hüftgelenk.
    foto: apa/jan woitas

    In Österreich bekommen rund 16.000 Personen jährlich ein künstliches Hüftgelenk.

Minimalinvasiver Hüftgelenksersatz mit moderner Micro-Hip-Technik - Patienten binnen drei Tagen wieder mobil

Regensburg - Ein neues Hüftgelenk und einen Tag nach der Operation wieder auf den Beinen: Moderne Operationstechniken machen es möglich. Die Orthopädische Klinik der Universität Regensburg in Bad Abbach gilt als führendes Zentrum für minimalinvasive Hüftgelenksoperationen in Europa, berichtet der deutsche Online-Reportagedienst obx-medizindirekt. Dort wurde in den letzten Jahren die Micro-Hip-Technik mit entwickelt und perfektioniert. Für die Patienten bietet die Operationsmethode viele Vorteile. In aller Regel sind die Patienten unmittelbar nach der Operation bereits schmerzfrei. Am ersten Tag nach dem Eingriff ist Aufstehen, nach acht Tagen gestütztes Treppen steigen mit Gehhilfen möglich. Drei Tage nach dem Einsatz eines künstlichen Hüftgelenks sind die Betroffenen wieder mobil.

15 Millionen Menschen leiden heute in Deutschland unter arthrosebedingten Gelenkbeschwerden. Um auch im Alter mobil zu sein werden werden jedes Jahr in der Bundesrepublik mehr als 200.000 Hüftgelenke ersetzt - Tendenz steigend.

Operation hinauszögern

"Der Ersatz eines Hüftgelenks ist heutzutage eine Routineversorgung. Unsere minimalinvasive Operationstechnik mit einem nur kleinen Hautschnitt verhindert das Risiko von postoperativen Problemen. Auch weil bei dieser Technik keine Muskeln durchtrennt werden, der Blutverlust sehr gering und auch keine Vollnarkose erforderlich ist", betont der Leiter der Orthopädischen Klinik der Universität Regensburg im Asklepios Klinikum Bad Abbach, Joachim Grifka. Orthopädische Chirurgen aus ganz Deutschland sind regelmäßig in Bad Abbach Gäste, um als Zuschauer bei Live-Operationen via TV-Übertragung die modernen Operationstechniken kennenzulernen.

"Die Entscheidung zu einem künstlichen Gelenk darf nicht vorzeitig getroffen werden. Wir versuchen zunächst alle anderen Möglichkeiten der Behandlung auszuschöpfen", so der Mediziner. Chirurgen in Bad Abbach haben deshalb eine Operationsmethode zur Gelenkumformung entwickelt. Mit Hilfe dieser "Arthroplastik" lässt sich der altersbedingte Gelenkverschleiß deutlich reduzieren und der Einsatz eines künstlichen Hüftgelenks zeitlich erheblich hinauszögern. (red, 31.7.2012)

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11 Postings
haha

ich mach ma a Fluffi-Verlängerung: aus den abgeschnittenen Lapperl mach ich mir Extentions bis zum Knie.

haha.... ich leb halt anti-zyklisch gegen den Trend

*ironie off*

Also nicht morgen wieder auf den Beinen, sondern überüberübermorgen.

Nettes Buch

How to survive your doctors care

http://www.regnery.com/lifeline/... press.html

Minimalinvasiv hört sich gut an, aber mein Chirurg sagte mir, dass die Komplikationsrate bei dieser Methode bei ca. 10% liegt und bei der herkömmlichen (mit langem Schnitt an der Oberschenkel Seite) bei ca. 1%.

Abgesehen davon, dass diese Operationsmethode nicht für alle Patienten in Betracht kommt, reagieren Muskeln nicht nur auf ein Durchtrennen unentspannt, sondern auch auf ein übermäßiges Dehnen (das bei dieser OP nicht ausbleibt).

Ich hatte jedenfalls auf der Reha einen Patienten kennengelernt, der sich (6 Wochen noch seiner Minimalinvasiven OP) genauso herumgeplagt hat wie ich und dabei hatte es sich um einen junge, nicht übergewichtigen und normals sportlichen Mann gehandelt.

das gleiche sagte mein chirurg, ich bin am 28. august dran. er sagt die konventionelle methode vor allem ohne einzementieren haelt besser.
ausserdem zeigt das bild ein metallgelenk meines wird aus keramik werden soll angeblich besser vertraeglich sein, der "einbaustengel" ist aus gerauhtem titan damit sich der kallus leichter tut.
anfangs war ich etwas verwirrt da sich offensichtlich die chirurgen nicht ganz einig sind welche methode nun besser ist, hab mich fuer diese entschieden da mir der chirurg irgendwie besser vorkommt.

Der Vorteil der minimalinvasiven Arthroplastik

liegt ganz sicher im raschen Beginn der Rehabiliation, da das Gelenk schneller belastbar ist. Und das ist auch der einzige wikliche wissenschaftlich feststellbare Vorteil. Was die Gesamtzeiten der Reha angeht, schenken sich beide Methoden nicht viel, die Komplikationsrate ist nur dann höher, wenn sich der Chirurg zu viel zutraut und die Komplikationen in Kauf nimmt. Von solchen Chirurgen sollte man aber prinzipiell Abstand halten.

Wieso muss immer alles möglichst schnell belastbar sein? Der tiefe Schnitt der Haut muss verheilen, die Muskeln sich von ihrer Dehnung erholen und die Nerven, Sehnen und was auch immer da in Mitleidenschaft gezogen wurde, benötigen ebenfalls Erhohlung.

Ganz abgesehen davon, dass sich die Körperstatik verändert hat und der Körper sich auch daran erst mal gewöhnen muss.

Vielleicht sollte man endlich damit aufhören, das Einsetzten einer Hüft-TEP als simple 'Renovierungsarbeit' zu betrachten, bei der man nach wenigen Tagen wieder voll einsatzfähig ist. Heilung benötigt Zeit, nicht jeder Körper steckt diesen großen operativen Eingriff gleich gut weg und manchmal läuft es einfach nicht so wie geplant.

Prinzipiell muss ich ihnen ja recht geben....aber es kann sich nicht ein jeder leisten, ewig im Beruf auszufallen und die Einschränkung im privaten Leben ist ja nach einer Hüft-TEP auch nicht so ganz ohne.

Was also spricht dagegen, wenn sich Medizin weiterentwickelt und die Patienten wieder schneller fit sind?

wie kann ein Laie von übermütigen Chirurgen Abstand halten?

In dem er ihnen davonläuft;>))

Spass beiseite - fragen - fragen - fragen. So viele Patienten als möglich - ich hab es getan bis ich überzeugt war.
UND gehen Sie ruhig in ein REHA-Zentrum in Ihrer Nähe und fragen herum, wer wem operiert hat.

Stimmt genau

Fragen stellen, sobald man kein gutes Gefühl hat, einfach danke sagen und zum nächsten gehen. Die Leute, die sehr zufrieden nach der OP waren sind allerdings meistens die, die man mit Schmerzmitteln zugedröhnt hat, was zwar sicher das bessere postoperative Outcome hat, aber keine Aussage über die Qualität der Operation tätigt.
Die einzige aussagekräftige Zahl in diesem Zusammenhang ist die Revisionsrate von TEPs, die aber neuesten Studien zufolge eher einer Lotterie gleicht, sprich: man weiß nicht, warum eine TEP gut verlaufen ist und warum nicht.
Will hier aber keine Weltuntergangsstimmung verbreiten, eine TEP ist in Österreich vollkommene Routine mit geringen Komplikationsraten und international sehenswerten Rehazeiten.

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