Zeit Online stellt anonymen Briefkasten für heikles Material ins Netz

31. Juli 2012, 08:15
  • Zeit Online startet neue Plattform für Whistleblower.
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    Zeit Online startet neue Plattform für Whistleblower.

Chefredakteur Blau erwartet sich Datenspenden aus DAX-Unternehmen, Stiftungen oder Sportvereinen

Zeit Online hat einen digitalen Briefkasten ins Netz gestellt und erhofft sich dadurch Datenspenden von "Menschen, die in einem DAX-Unternehmen arbeiten, in einer bekannten gemeinnützigen Stiftung, in einem Sportverein", erklärt Chefredakteur Wolfgang Blau in einem Video zum Start der Plattform. Militärgeheimnisse wie bei Wikileaks erwarte er sich hingegen nicht. Heikles Material könne man hier hochladen, ohne sich selbst in Gefahr zu bringen, sagt Blau.

Verschlüsselte Datenübergabe

Eine verschlüsselte Verbindung soll dies beim Hochladen der Dokumente garantieren, die Informationen werden anschließend PGP-verschlüsselt an die Redaktion weitergeschickt, die die Informationen journalistisch prüft. Ausgeschlossen ist eine automatische Veröffentlichung, wie man sie von Leaks-Plattformen kennt.

Open Source

Die Plattform ist Open Source, das heißt, der Code wird veröffentlicht. Bei Zeit Online erhofft man sich dadurch auch eine Weiterentwicklung und -verbreitung der Software. "Fachbloggern und Konkurrenten von uns, allen steht dieses Tool zur Nutzung frei", sagt Blau. (sb, derStandard.at, 31.7.2012)

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8 Postings
Hoffentlich wird "Die Zeit" jemals wieder ihrem Ruf gerecht.

Würde man in diesen "Briefkasten" wahre Begebenheiten

..aus Österreich reinstellen, würde man uns das des öfteren gar nicht glauben.

Man stelle sich mal vor, es würden Vorhaben bzw. Tätigkeiten von ÖVP-Funktionären dort hinterlegt werden.

Die würden in Hamburg glauben, das sei ein Gag...

ich kenne Österreicher, die gerechtfertigte Asylgründe hätten

die leut vom VGT?

die wohl auch leider.

stellen sie sich vor: die ansage von beamten an einen ngo-juristen: "wenn du noch einmal die nase in gesetze steckst, ruinieren wir dich" und es GELINGT. person hat keine familie, die sie auffängt. nur eigene sorgepflichten. ruf im a.., konkurs folge. zeugen: andere beamte.

was raten sie dem???

für ähnlich gesinnte missionäre: stimmt ja eh nicht, habs eh erfunden und nur als hypothese hierher gestellt

nein, ich glaub schon das was ordentlich schief hängt in österreich. was an die öffentlichkeit dringt ist ja immer nur der gipfel des eisberges.

Wikileaks Trittbrettfahrer

Die Idee ist gut und macht Sinn. Nichts desto werden diese Plattformen dafür gemacht, dass im Idealfall ohne großer Recherche eine tolle Story gemacht werden kann. Da kann ich doch die Unterlagen gleich gegen Geld dem NEWS & Co vertscheppern - kommt sich auf das selbe raus, nur dass man da wenigstens noch beteiligt wird.

Da lob ich mir den Markus Wilhelm von www.dietiwag.org , dems dabei wirklich um die Sache geht und nicht um die Auflage. Der Gebi Mair von den Grünen Tirols versuchts ja auch als dietiwag-Trittbrettfahrer, wobei's dem ums politische Kleingeld statt der Auflage geht.

Nicht falsch verstehen: Idee ist gut, Umsetzung ist gut, bitte Zeug einsenden. Nur dieses "Wir sind so wikileaks"-Getue kann man sich sparen.

???

Beim Zeit Briefkasten geht es darum, dass der Absender Anonym bleiben kann, was vermutlich viele/einige auch wollen. Und im Gegensatz zu Wikileaks wird 1. das was hineinkommt auch redaktionell bearbeitet und 2. ist es völlig ungewisse ob es überhaupt zu einer Veröffentlichung kommt. Das entscheidet die Redaktion.

Die Zeit will sich hier auch ganz bewusst von Wikileaks abgrenzen.

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