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Neuer Glanz für alte Mauern. Das Luger-Areal in Dornbirn schmückt nun ein goldenes Kästchen.
Das "goldene Kästle" hätte das ehrwürdige Haus in der Dornbirner Bahnhofstraße 3 nun wirklich nicht gebraucht, wird in Leserbriefen kritisiert. Der glänzende Anbau ist aber auch das Einzige, was manche an der Renovierung des Luger-Areals durch das Architekturbüro Baumschlager Hutter Partners irritiert.
Das Luger-Areal, über Jahrzehnte durch das gleichnamige Möbelgeschäft erste Adresse für stilbewusste Vorarlberger, war nach dem Aus für den Möbelhandel ein Sorgenkind der Stadt. Eine adäquate Nutzung für das Gebäude, im Ursprung ein 1911 errichtetes Jugendstilhaus, wurde gesucht und ein Investor, der die von der Stadt als schützenswert eingestufte Nordfassade entsprechend würdigt. Schließlich übernahm Rhomberg Bau die Aufgabe. Geplant wurde das "Wohn- und Geschäftshaus Josef Luger" vom Architekten Hanns Kornberger (1868-1933).
Dem ursprünglichen Zustand "angenähert"
Zahlreiche Villen und Geschäftshäuser in Dornbirn und Hohenems, dort auch das Alte Krankenhaus, tragen Kornbergers architektonische Handschrift. "Den Charme des historischen Gebäudes, den äußeren Flair wollte man erhalten", sagt Martin Summer, Geschäftsführer der Rhomberg Bau GmbH, "gleichzeitig galt es die inneren Strukturen auf modernsten Standard zu bringen".
Man akkordierte den Umbau mit dem städtischen Bauamt, die Fassade wurden von den baulichen Errungenschaften der 1950er- und 1960er-Jahre befreit und nach aktuellen Qualitätsansprüchen renoviert. Man habe sich dem ursprünglichen Zustand "angenähert". Ziel des Bauträgers war, das Stadthaus möglichst ökologisch zu sanieren.
Wie in alten Zeiten ist das Erdgeschoß dem Handel vorbehalten, das erste Stockwerk Büros. Für gewerbliche Nutzung stehen 1327 Quadratmeter in sechs Einheiten (darunter der glänzende Anbau) zur Verfügung. Den Großteil des historischen Gebäudes machen die 38 Eigentums- und Mietwohnungen aus, deren Grundrisse trotz Altbestands heutigen Ansprüchen angepasst wurden. Hofseitige Balkone und Terrassen machen das Stadthaus grün. Geheizt wird mit Holzpellets. (jub, DER STANDARD, 28./29.7.2012)
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