Kampfrichter-Eklat mit österreichischer Beteiligung

1. August 2012, 15:35

Südkoreanische Fechterin entschloss sich nach umstrittener Jury-Entscheidung zu einem Sitzstreik - Österreichische Offizielle erklärte Deutsche Heidemann zur Siegerin

London - Eine Österreicherin ist am Montagabend im Zentrum eines Fechtskandals gestanden. Im Semifinal-Duell zwischen der Deutschen Britta Heidemann und der Südkoreanerin Shin A-lam brauchte es nach dem Kampfende rund eine halbe Stunde, bis die Siegerin feststand. Die Jury konnte sich nämlich nicht entscheiden, ob der letzte und entscheidende Treffer der Deutschen, der ihrem Land schließlich die erste London-Medaille überhaupt brachte, noch innerhalb der Zeit gefallen war. Kampfleiterin war Barbara Csar aus Salzburg, und sie erklärte letztlich Heidemann, die spätere Silbermedaillen-Gewinnerin, zur Siegerin, was die Südkoreanerin zu einem dreiviertelstündigen Sitzstreik motivierte.

Shins Protest hatte einen guten Grund. Heidemann benötigte in der letzten Sekunde noch einen Treffer, durfte dazu aber gleich vier Anläufe nehmen - die Uhr blieb stets bei einer Sekunde stehen und die österreichische Offizielle ließ wieder anfechten, bis dann Heidemann tatsächlich traf und ins Finale einzog. Nach Riesenprotesten der Südkoreaner und langen Beratungen der Jury entschied man sich für einen Sieg der Deutschen, Shin weigerte sich daraufhin, die Planche zu verlassen.

"Es war eine sehr schwierige Stunde"

Der Helm lag dabei die ganze Zeit neben ihr, über die Schultern hatte sie ein weißes Handtuch gelegt. "Es war eine sehr schwierige Stunde. Ich habe an all die Zeit gedacht, die ich beim Training für Olympia verbracht habe", klagte die Südkoreanerin im Anschluss. Die deutschen Betreuer äußerten Verständnis für deren Frust, sprachen aber kühl von einer "Tatsachenentscheidung". Als der Protest abgeschmettert war und ein Funktionär Shin am Montagabend nach einer guten Dreiviertelstunde aufforderte, die Planche zu verlassen, brach sie wie schon nach dem Ende des Gefechts in Tränen aus und erhob sich nur äußert widerwillig.

Am Ende konnte sich die Südkoreanerin nicht einmal mit Bronze trösten, sie verlor auch noch das Gefecht um Platz drei. Heidemann wurde ihres Halbfinalsieges aber auch nur halb froh. Im Finale unterlag die Siegerin der Spiele von Peking 2008 der Ukrainerin Jana Schemjakina mit 8:9 nach Verlängerung. Immerhin war es der erste Medaillengewinn für Deutschland in London überhaupt.

Erinnerungen an 1988

Der Vorfall erinnerte an einen Skandal bei den Olympischen Sommerspielen 1988 in Seoul. Boxer Byun Jong-il wurde damals vor heimischen Publikum wegen Kopfstoßens gegen den Bulgaren Alexandar Christow vom neuseeländischen Ringrichter Keith Walker allerdings zu Recht zweimal verwarnt und verlor daher nach Punkten.

Daraufhin stürmten sein Trainer, Offizielle der südkoreanischen Delegation und Zuschauer in den Ring und griffen Walker an. Etwa 30 bis 40 Personen sorgten für den Tumult. Nachdem sich die Lage im Ring beruhigt hatte, blieb Byun dort noch 67 Minuten lang sitzen. (APA, 30.7.2012)

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Die Csar ist aber sehr fesch!

Sonst habe ich leider nichts mitbekommen. Soviele Aktionen in einer Sekunde da muss man sich auf das wesentliche konzentrieren.

Recht so.

Die Deutsche hat ja auch viel schöner gefochten.

Welcher Eklat genau?

Nur weil die Regeln der Zeitnehmung ein wenig hinterher hinken, ist das noch lange kein Schiedsrichter-Skandal. Das ist jetzt zwar traurig für die Südkoreanerin, aber trotzdem Regelkonform.

Sollen die Verbände halt die Köpfe zusammenstecken und das Regelment ändern.

Der Eklat besteht vor allem darin, dass man nach Ende des Kampfes eine halbe Stunde diskutieren musste, was jetzt eigentlich ist: Hat die eine gewonnen oder doch die andere oder soll man die Verlängerung wiederholen lassen oder ...

IMMER WIEDER, IMMER WIEDER, IMMER WIEDER ÖSTERREICH!

immer wieder UNNÖTIG!

Habe mich gestern als dieses im ORF gezeigt wurde geschämt, Österreicher zu sein...

habe mich ebenso geschämt

als ich Ihr Posting lesen musste.
Lesen Sie doch bitte unstehende Postings um Klarheit über Ihr Unwissen zu bekommen,
oder auch das zurück rudern der Presseagenturen hinsichtlich ihrer Mitteilungen zu dem Gefecht

so ein unsinn. was kann denn die schiedsrichterin dafür, dass keine zehntel gemessen werden?

Warum? Soweit ich das jetzt beurteilen kann, völlig korrekte Entscheidungen der Kampfleiterin. Bitte um Gegenargumente, danke.

P.S.: Meine kannst du weiter unten nachlesen.

die kampfleiterin hat schon die koreanerin zu siegerin erklärt. die hat natürlich ihre anspannung fallen lasssen. die deutsche hingegen hat schreiend protestiert und war auf 180. dann mussten sie doch weiter kämpfen. die koreanerin war nach der entscheidung schon sichtlich nicht mehr bei der sache und sie zitterte dann sogar schon so, als sie sich wieder konzentrieren wollte, dass mans sogar am degen sehen konnte.

"die kampfleiterin hat schon die koreanerin zu siegerin erklärt", sorry lieber Oachkatzlschwoaf, aber das ist mir jetzt bei dieser Geschichte neu. ;-)

ok tut mir leid habs mir noch mal angesehen und falsch in erinnerung gehabt!(war auch lange gestern;-)
wennst as auch sehen willst nimm den link, klick auf den pfeil rechts bis fencing, dann drunter auf 30.july und dann auf ca 10:31:00.(heidemann, shin 5:5)

da kannst dir auch das ganze anschauen.

http://www.eurovisionsports.tv/london201... index.html

Danke für den Link! :-)

Wenigstens ewas,

wo sich Österreich zeigen konnte... :-)

Lösung:

jeder Angriff kostet desfinitionsgemäß mindestens 1 Sekunde der Kampfzeit, dann kommt es nicht zu so unwürdigen Szenen.

Bravo Österreich: Olympia doch noch einen Stempel aufgedrückt! weiter so!

"Heidemann benötigte in der letzten Sekunde noch einen Treffer, durfte dazu aber gleich vier Anläufe nehmen - die Uhr blieb stets bei einer Sekunde stehen ..."

Das verstehe ich nicht. Kann das jemand erkären?

Habs im TV gesehen...

Die Angriffe der Deutschen waren jedesmal blitzschnell und dauert scheinbar alle weniger als 1 Sekunde und die Uhr sprang nicht weiter. Dann sprang die Uhr auf 0:00, jedoch zeigte die Elektronik nicht das Kampfende an, seinbar war noch immer zeit übrig. Daraufhin ließ die österreichische Schiedrichterin die Uhr auf 0:01 zurückstellen und die Deutsch konnte nochmals 2 Angriffe starten und konnte irgendwann den Treffer landen.
Auf jeden Fall war das absolut ungerecht. Die Koreanerin hätte gewinnen müssen.

ich hab jetzt den bericht und 2 gleichartige auf anderen portalen gelesen

bin aber immer noch nicht schlau daraus geworden.

was sind die gründe im fechtsport etwas wiederholen zu lassen? hat man der koreanerin irgendeien unsportlichkeit bzw. foul vorgeworfen?
ich habe 0 information warum wiederholt wurde - eine meinungsbildung ist für mich deshalb einfach nicht möglich.
vielleicht waren es auch 4 glasklar richtige entscheidungen und es ist garkein skandal.

im fußball würde man ja auch nicht nur schreiben "spieler xy wurde wegen rot vom platz gestellt" ohne irgendeine weitere info was passiert ist und welches vergehen ihm vorgeworfen wird.

das ist ja das Problem,

wer auch immer die Pressemitteilung verfasst hat, hatte scheinbar selbst keine - wenig Ahnung.
Es wurde nichts wiederholt! Die Kampfzeit war noch nicht abgelaufen. Daher wird natürlich weiter gefochten. Dann ist die Zeit irrtümlich abgelaufen, wurde also auf die vielzitierte 1 Sekunde gesetzt. In dieser ist dann der siegbringende Treffer gefallen

Wie kann denn die Zeit "irrtümlich" ablaufen?

ganz einfach,

die Stoppuhr wird zu früh betätigt...
vgl Fehlstart in der LA, im Schwimmen

erster Wettskandal?

am Gesichtsausdruck der Richterin sieht man wie zuwieder es ihr selbst war immer wieder den letzten Angriff wiederholen zu lassen. hat vielleicht viel Geld dafür bekommen so lange zu wiederholen bis die Deutsche gewinnt

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