Ein bunter Abend mit Peer Gynt

30. Juli 2012, 22:26
posten

Regisseurin Irina Brook inszenierte Musicalmärchen

Wien - Mit einer ganz aus der Zeit fallenden Bühnenshow gab Regisseurin Irina Brook Montagabend ihren Einstand bei den Salzburger Festspielen. Bis zur Pause ihrer „Peer Gynt"-Inszenierung wurde die alte Salinenhalle auf der Perner Insel Hallein tief in sattes Licht und vielerlei Musik getaucht. Den Weltenbummler Peer (Ingvar E. Sigurdsson), der die Mutter (Mireille Maalouf) und die norwegische Idylle hinter sich lässt und nach Afrika aufbricht, um sich selbst gerecht zu werden, interpretiert sie als Möchtegern-Rockstar, der mit seinen überfliegenden Ideen oft aneckt. Ein Mann, der mit dem Übermut der Jugend ein ganzes Leben bestreiten will und hier zur Halbzeit noch vor dem großen Aufbruch steht. 

Der Abend hat bis dahin einen künstlerisch wenig ergiebigen, aber unterhaltenden Showcharakter, der zu sehr auf Äußerlichkeiten setzt: Ein musicalhaftes Märchen, bei dem das internationale Ensemble in buntscheckigen Kostümen (von Noëlle Ginefri) circensische Spielfreude zeigt. Keine Frage, hier ist die Handschrift von Neo-Schauspielchef Sven-Eric Bechtolf schon spürbar. Im Positiven vorerst dadurch, dass die Compagnie Irina Brook mit ihren Multikulti-Schauspielern die Welt einmal nicht nur „weiß" abbildet, wie das im deutschen Sprachraum sonst Gewohnheit ist. (afze, DER STANDARD, 31.7.2012)

Share if you care.