Stiefelkönig tritt tiefer in Verlustzone

30. Juli 2012, 19:28
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Die steirische Schuhhandelsgruppe Leder & Schuh muss bei ihrer neuen Tochter Stiefelkönig massive Verluste verarbeiten

Wien - Das Minus bei der ehemaligen BAWAG-Tochter habe sich 2011 auf 24,6 Mio. Euro fast verdreifacht, sodass eine Kapitalspritze notwendig geworden sei, heißt es in einem Vorab-Bericht des "WirtschaftsBlatt" (Dienstagsausgabe). 17,04 Mio. Euro mussten demnach nachgeschossen werden. Das Eigenkapital von Stiefelkönig sei aber dennoch mit 1,8 Mio. Euro negativ gewesen. Der Umsatz sank von rund 70 auf etwa 64 Mio. Euro. Mit dem Turnaround rechnet der Vorstandschef der Stiefelkönig-Mutter, Gottfried Maresch, nach wie vor 2013.

Um nicht insolvenzgefährdet zu sein, habe Leder & Schuh das Stiefelkönig-Verrechnungskonto in Höhe von 9,9 Mio. Euro nachrangig gestellt. Die Auslandstöchter von Stiefelkönig bereiteten große Probleme. Die Beteiligungen in Kroatien und Slowenien seien zur Gänze abgeschrieben worden. Aus diesen Märkten will sich Stiefelkönig mit wenigen Ausnahmen zurückziehen.

Filialschließungen belasten

Den hohen operativen Verlust von 22,8 Mio. Euro erklärt Maresch mit Filialschließungen. "Die sind teuer." Ohne die Schließungen wäre das operative Ergebnis "nur leicht negativ". In den kommenden drei bis vier Jahren sollen die Verbesserungen der Ladenbaukonzepte und Standorte jeweils einen einstelligen Millionenbetrag kosten. Im Zuge der Schließungen wurde der Personalstand bei Stiefelkönig von rund 645 auf etwas über 500 Mitarbeiter gekürzt.

Den österreichischen Markt dominieren zu 70 Prozent fünf Unternehmen. Nummer 1 ist Leder & Schuh mit den Vertriebslinien Humanic, Jello, Shoe4you, Corti und Dominici. Seit Mitte 2011 gehört auch Stiefelkönig zu der Gruppe. Zweiter am Markt ist Deichmann, dahinter folgen ANWR Garant, Ringschuh und Salamander. (APA, 30.7.2012)

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