US-Dürre treibt Maispreis in Rekordhöhe

30. Juli 2012, 18:57
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Trifft auch Ethanol-Industrie

Wien - Rohstoff-Händler in den USA blicken besorgt in den Himmel. Die Jahrhundert-Dürre hat den Preis von Mais am Montag auf neue Rekordhöhen katapultiert. Der Agrarrohstoff hat sich im Monat Juli so rasch verteuert wie zuletzt im Jahr 1988. Der Mais- Future für Dezember ist am Montag um 2,8 Prozent auf 8,17 Dollar (6,68 Euro) gestiegen, das bedeutet für den Monat Juli ein Plus von 29 Prozent. Analysten befürchten, dass das Wetter auf Sicht der kommenden Tage kaum Besserung verspricht.

Das könnte auch die Ethanol-Industrie in den USA deutlich belasten, knapp 40 Prozent der Maisproduktion gehen dieses Jahr in die Treibstoffverarbeitung, so Analysten der Deutschen Bank.

Unwetter in Russland

Wetterkapriolen gibt es auch in Europa. Der drittgrößte Weizenexporteur nach den USA und Australien, Russland, ist davon betroffen. Seit Wochen wüten Unwetter in wichtigen Anbaugebieten, oder es ist überdurchschnittlich heiß. Ausfuhrstopps, wie sie etwa 2010 verhängt wurden, werden von Experten derzeit aber nicht erwartet.

Die Agrarprodukte sind damit - neben den Edelmetallen - die einzigen Rohstoffe, deren Preise seit Jahresbeginn gestiegen sind. Die lahmende Konjunktur hat insbesondere die Kosten für Energieträger und Industriemetalle fallen lassen. Der Stahlpreis etwa ist um ein Viertel gefallen, die Preise für Kohle und Eisenerz um mehr als 15 Prozent. (APA, DER STANDARD, 31.7.2012)

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