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Mit 82 Jahren für drei Teenager verantwortlich zu sein ist nicht einfach. Katherine Jackson sei "extrem froh", dass sie sich nun nicht mehr um alles alleine kümmern müsse, richteten ihre Anwälte aus, nachdem der Sorgerechtsstreit beigelegt war.
Die Mutter des King of Pop teilt die Verantwortung für Michael Jacksons Kinder Prince (15), Paris (14) und Blanket (10) künftig mit ihrem Enkel TJ Jackson (34), dem Sohn von Michaels Bruder Tito. Vorausgegangen war der Einigung ein bizarrer Streit samt Entführungsgerüchten, bei dem es wohl vor allem um eines ging: Geld.
Dass Katherine davon einmal genug haben würde, dass sich ein Streit darum lohnt, war zu Beginn ihres Lebens eher unwahrscheinlich. Geboren 1930 in Alabama als Tochter einer armen schwarzen Familie mit dem unglücklichen, weil pikanten, Namen "Screws", erkrankte sie auch noch an Kinderlähmung. Bis heute hinkt sie auf einem Bein. Mit 19 heiratete sie den jähzornigen Kranfahrer Joe Jackson, der sie oft betrog und zehnmal schwängerte. Ein Kind starb als Säugling, neun weitere zogen sie mit seinem spärlichen Lohn auf.
"Mutter des Jahres"
Vielleicht sah sie deshalb zu, als Joe fünf seiner Söhne mit dem Gürtel zu Bühnenstars prügelte. Oft weckte er die Kinder mitten in der Nacht und schleppte sie für ein paar Dollar zu Auftritten. "Wenn mein Vater uns einen Revolver an den Kopf gehalten und russisches Roulette gespielt hätte, Mom hätte stillgehalten", sagte ihr berühmtester Sohn, Michael, später über sie.
Trotzdem wählte das Magazin Essence sie 1985 zur Mutter des Jahres. Als Michael 1995 wegen Kindesmissbrauchs vor Gericht stand, war sie die einzige Angehörige, die zur Verhandlung kam. Auf seinem Anwesen Neverland gab es eine Katherine-Dampflok, eine Katherine- Straße und den Bahnhof Katherine-Station. Er habe noch nie eine so enge Beziehung zwischen einem 50-Jährigen und seiner Mutter erlebt, sagte der Manager von Michaels letzter Tour. Nach dessen Tod 2009 erbten seine drei Kinder und Katherine den Großteil des Vermögens, sie bekam das Sorgerecht. Joe und die Geschwister bekamen nichts.
Von Katherine hat ihr Ex-Mann ebenfalls nicht viel zu erwarten: Zweimal reichte die streng gläubige Zeugin Jehovas die Scheidung ein und zog sie wieder zurück, 2010 machte sie schließlich Ernst. Sie habe eine "gute Idee, wer dahintersteckt", sagte sie nun zu den Entführungsgerüchten und dem Sorgerechtsstreit. Bis jetzt hat sie sie für sich behalten. (Tobias Müller, DER STANDARD, 31.7.2012
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