Nachrichten in aller Kürze
Alles zur Community
Nachrichten, die zu Ihnen kommen: Newsletter, Feeds und SMS
Alles zu unseren mobilen Angeboten: Apps, Mobilversion und SMS
Unsere Radio- und TV-Angebote
Die Zeitung im Internet: Abo, E-Paper, Anzeigen und mehr
Alles über die Redaktion von derStandard.at
Alles über Onlinewerbung, Stellenanzeigen und Immobilieninserate
Washington - Zuletzt war es Francesco Schettino, der den Glauben an die Ritterlichkeit auf See erschüttert hat: Zuerst steuerte der Kapitän der Costa Concordia das Kreuzfahrtschiff an einen Felsen, und dann gehörte er bei der Rettungsaktion zu den Ersten, der das sinkende Schiff verließ. Insgesamt kamen bei dem Unglück 32 Personen ums Leben, 16 Frauen und 16 Männer.
Wie aber war das bei den richtig großen Schiffskatastrophen der Menschheit? Verhielten sich die Kapitäne und die männlichen Passagiere an Bord altruistischer und ließen Frauen und Kindern den Vortritt bei den Rettungsaktionen - so wie wir es mustergültig von der Titanic kennen?
Mikael Elinder und Oscar Erixson von der Uni Uppsala sind der Sache auf den Grund gegangen: Sie werteten Daten von insgesamt 18 Schiffsunglücken der letzt 150 Jahre aus, bei denen insgesamt mehr als 15.000 Menschen beteiligt waren und jeweils mehr als 100 Menschen starben.
Ihre im US-Wissenschaftsmagazin PNAS veröffentlichte Studie räumt ganz eindeutig mit dem Mythos der selbstlosen Männer auf. Frauen hatten bei großen Schiffskatastrophen viel schlechtere Überlebenschancen als Männer (etwas unter 30 Prozent zu rund 40 Prozent), Kinder mit nicht einmal 20 Prozent die allerschlechtesten. Die Chancen der Frauen stiegen nur, wenn der Kapitän den Befehl "Frauen und Kinder zuerst" gegeben hatte. Dies war allerdings nur bei fünf Untergängen der Fall. Die Dauer der Katastrophe oder der Prozentanteil der Frauen an Bord machten keinen Unterschied.
Konkret wurden in elf Fällen signifikant mehr Männer als Frauen gerettet, in fünf Fällen war die Bilanz nicht eindeutig und nur bei zwei Desastern - jenem der Titanic 1912 und der Birkenhead 1852 - umgekehrt. Wie überhaupt die Titanic die große Ausnahme von der Regel ist.
Überlebten bei allen 18 analysierten Katastrophen mehr als 60 Prozent der Besatzung, waren es bei der Titanic nur rund 20 Prozent. Während insgesamt knapp 40 Prozent der männlichen Passagiere mit dem Leben davonkamen, waren es auf der Titanic nur knapp 20 Prozent - aber mehr als 70 Prozent der Frauen. Das war vor allem dem resoluten Einschreiten des englischen Kapitäns geschuldet, der angeblich sogar auf sich vordrängende Männer schießen ließ und dann pflichtbewusst mit der Titanic unterging.
Immerhin: Seit dem Ersten Weltkrieg schrumpft der Abstand bei den Überlebenswahrscheinlichkeiten von Frauen und Männern, was für die schwedischen Forscher am gestiegenen sozialen Status der Frauen und ihrer größeren Autonomie liege. (tasch, DER STANDARD, 31.7.2012)
Abstract
PNAS: Gender, social norms and survival in maritime disasters
Ein Professor wird durch eine Pop-Vorlesung über Lady Gaga berühmt und macht sich selbst zum Thema seiner Forschung
Psychoanalytiker Arno Gruen über die Wichtigkeit, das eigene Selbst leben zu können, die Entstehung von Hass und wie in Zeiten wirtschaftlicher Not alles schlimmer wird
Die Robotik-Expertin Julie Shah vom MIT in Boston erforscht, wie Roboter und Menschen gute Teams bilden können
Wegen eines drohenden Eisschollen-Bruches sollen 16 Wissenschafter sowie technisches Gerät evakuiert werden - Eisbrecher läuft am 31. Mai aus
Die Wissenschafterin des Jahres 2002 peilt einen neuen Weg für die Zeit nach der Forschungstätigkeit an
"San Francisco Declaration on Research Assessment" gegen einseitige Bewertung wissenschaftlicher Leistung
Der deutsche Antisemitismusforscher Wolfgang Benz sprach zum zehnjährigen Bestehen des Wiener Ustinov-Instituts über die alte Juden- und die neue Islamfeindschaft
Dutzende Kisten mit Filmen, Notizbüchern, Zeichnungen, Auszeichnungen und Fotos
US-Mathematiker modellieren Vorgänge im Schaum und berechnen drei verschiedene Phasen der "Schaum-Evolution"
Autoren des aktuellen Forschungs- und Technologieberichts: Keine Annäherung an das F&E-Ziel für 2020
Akribischer Erforscher der NS-Zeit - Schwerpunkt war das sogenannte Euthanasieprogramm
Gemeinsam mit Ignacio Cirac für "grundlegende theoretische Beiträge zur Quanteninformationsverarbeitung, Quantenoptik und zur Physik von Quantengasen" ausgezeichnet
Was Sprache in Österreich über räumliche und soziale Herkunft aussagt
Londoner Installation "Insects Au Gratin" als spielerischer Zugang zu einer Idee mit ernsthaftem Hintergrund
Saskia Sassen von der Columbia University für ihre Beschäftigung mit der "Global City" geehrt
Sein derzeitiges Hauptstudienobjekt ist der Wolf als "Spiegel für unsere eigene Verfasstheit"
Wiener Experimentalphysiker freut sich über Anerkennung durch US-amerikanische Mitglieder
Unter den 18 von ihm gestellten mathematischen Problemen gelten nur vier als gelöst
Niederländische Forscher entwickeln Software, die Kurz-Nachrichten sprachwissenschaftlich analysiert
Zwei Ehrungen führen Carl Djerassi im April nach Wien: Der 89-jährige Autor und Chemiker über das Sammeln von Kunst und die Psychoanalyse
Tagung in Wien widmet sich derzeit Feindbildern und Menschenrechten im "sehr schnell erregbaren Zeitalter"
Das Kinder-Bildungsangebot im Sommer wächst stetig: Die Wiener Kinderuni hat schon 4.000 kleine Besucher
Konferenz-Teilnahme abgesagt - nun herrscht Unklarheit, ob aus politischen oder gesundheitlichen Gründen
Der Philosoph und Wissenschafter des Jahres 2006 versteht sich nicht als Bewohner des Elfenbeinturms
Ich glaube, dass es im Katastrophenfall nicht möglich sein wird eine entsprechende Frauen-Quote durchzusetzen. Grundsätzlich geht es hierbei nicht um das Geschlecht sondern um körperliche Durchsetzungsfähigkeit!
Wenn das eigene Leben unmittelbar bedroht ist, darf es keinen Zwang geben Benachteiligungen von einzelnen Personen oder Gruppen durch Quoten auszugleichen. Das ginge eindeutig zu weit! Oder soll es dann auch eine Quote für federgewichtige Männer geben?
Diskriminierung ist natürlich zu bekämpfen. Aber das Anerkennen einer grundsätzlichen Unterlegenheit (unabhängig des Geschlechts) ist keine Diskriminierung und kann nicht immer "ausgeglichen" werden.
Der Kapitän hat das Schiff nach der Kollision mit dem Felsen nicht an die Küste gesteuert - dort war es ja schon - sondern auf das offene Meer. Infolge der offenen Schotten lief das Schiff mit Wasser voll und als deshalb die Motoren ausfielen war das Schiff manövrierunfähig.Das war aber ein Glück. Denn ein auflandiger Wind trieb das Schiff gegen das Land. Wäre es nach dem Kapitän gegangen, wäre das Schiff zur Gänze untergegangen mit unverstellbaren Folgen für die darauf befindlichen Menschen. Ob der Kapitän auch dann in ein Rettungsboot gefallen wäre, ist reine Spekulation.
1. Es handelt sich bei den Schiffen um Passagiersschiffe. Das sollte auch wenn nicht explizit erwähnt, klar sein.
2. Der Vergleich findet mit Prozentzahlen statt. Sprich wenn 5 von 10 Frauen und 50 von 100 Männer gestorben sind haben beide Seiten einen Verlust von 50%.
Man bekommt auch bei Kriegsschiffen Prozentzahlen bei 0 Frauen wäre es dann eben immer 100%.
3. Schiffsunglücke Passiern ja auch nicht alle Tage...
Abgesehen davon ist es Repräsentativ. Wenn von 18 Schiffen nur dort die Frauenquote höher ist als bei den Männern wo Entsprechender befehl gegeben wurde. Dann zeigt das ziemlich deutlich dass dies nicht die Regel ist.
Bei der Titanic waren es in erster Linie Personen der oberen (teureren) Kabinen, die überlebt haben. Manche der ersten zu Wasser gelassenen Boote waren halb leer. Wobei sicher eine Rolle gespielt hat, dass das riesige Schiff sicherer erschien als die winzigen Rettungsboote, und etliche anfangs überredet werden mussten, in die Boote zu steigen. Nebenbei: nicht nur der Kapitän, sondern auch unzählige Besatzungsmitglieder incl. Schiffsarchitekt haben sich letzten Endes absolut heldenhaft verhalten.
Dem heute herrschenden Ehrencodex zufolge nicht nachvollziehbar, leider.
so schnell kann ein schiff gar nicht sinken, werfen sie ein jahrhundert frauenemanzipation über bord. wo ist definiert, dass die mutter die wichtigste bezugsperson eines kindes ist? wärs dann nicht besser, die frau sollte zurück an den herd und sich der kindererziehung widmen?
sie haben behauptet, dass die mutter die wichtigste bezugsperson des kindes sei, worauf ich die frage stellte, wo das definiert sei! wenn sie ihre aussage ernst nehmen, dann kann ich nur daraus schließen, dass sie ein völlig antiquiertes frauenbild haben.
ich sehe hier nichts aus dem zusammenhang gerissen, noch dass mir irgendwelche argumente ausgehen.
Die Mutter ist nunmal die wichtigste Bezugsperson für ein Kind. Das hat mit Emanzipation oder Frauenbildern nichts zu tun. Und je kleiner das Kind, desto überproportional steigt die Wichtigkeit.
Deshalb hat ein Kind in Begleitung seiner Mutter einfach höhere Überlebenschancen.
Was wollen/können Sie an dieser Tatsache nicht verstehen?
ist doch klar. die brauchen mit stöckelschuhen und röckchen ja auch viel länger um auf das rettungsboot zu kommen. und dann muss man auch noch aufpassen, dass kein fingernagel abbricht.
ich als frau kann verstehen, wenn da jedem mann die geduld reißt und er sich vordrängt.
Nicht zu vergessen, wie viel Zeit die Frauen dann noch brauchen um die richtigen Kleider für die Rettung auszusuchen.
Oder die Kinder die ihre Teddybären und sonstiges Spielzeug noch suchen müssen während die Luft bereits aus dem Schiff entweicht, anstatt schnellstmöglich zu den Rettungskapseln zu laufen.
Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.