Bürger in Wien lassen sich "keinen Maulkorb umhängen"

Julia Herrnböck, 30. Juli 2012, 18:19
  • Um das Erbe von Steinhof bemühte Bürger wollen um jeden Preis verhindern, dass die Stadt Wohnungen baut. Auch bei anderen Projekten hängt der Erfolg davon ab, ob alle Beteiligten ins Boot geholt werden können oder mit der Macht der Medien auf die Bremse steigen.
    foto: standard/corn

    Um das Erbe von Steinhof bemühte Bürger wollen um jeden Preis verhindern, dass die Stadt Wohnungen baut. Auch bei anderen Projekten hängt der Erfolg davon ab, ob alle Beteiligten ins Boot geholt werden können oder mit der Macht der Medien auf die Bremse steigen.

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    grafik: der standard

Proteste in Steinhof, Bauverzögerung der Garage in der Geblergasse, Ziesel-Mahnwache beim Heeresspital: Bürgerbeteiligung ist heute nicht mehr wegzudenken. Sie bringt der Politik nicht nur Freud, sondern auch Leid, wenn Projekte gestoppt werden müssen

Wien - Gerade erst hat die Phase der Hauptmediation im Streit um das Steinhof-Areal begonnen, ruft eine der Streitparteien bereits eine eigene Pressekonferenz aus. Es ist dies eines von vielen Projekten in Wien, in das sich Bürger als aktiv Mitgestaltende einbringen. In machen Fällen entstehen Lösungen, mit denen alle Beteiligten einverstanden sind, in anderen bewirken Proteste und Unterschriftenaktionen ein vorläufiges Ende der geplanten Vorhaben.

  • Steinhof: Gerhard Hadinger, Sprecher der Bürgerinitiative "Steinhof erhalten", betont, dass sie trotz der laufenden Mediation ihre Meinung nach außen abgeben wollen: "Wir verraten keine Details oder Vertraulichkeiten, aber wir lassen uns keinen Maulkorb umhängen." 47.000 Unterschriften gegen die Bebauung des Areals haben sie bisher gesammelt. Dass die Gesiba ein Ultimatum gestellt hat, die Verhandlungen für das östliche Areal müssten bis Ende August abgeschlossen sein, sei unrealistisch, vor allem in der Urlaubszeit.

    Die Initiative Denkmalschutz hat aus diesem Grund auf eine weitere Teilnahme verzichtet, die verbleibenden Gruppen treffen sich jede Woche. Für Hadinger ist es fraglich, ob ein Konsens erzielt werden kann. Eine Seite besteht auf Neubauten - die andere möchte dies unbedingt verhindern. Auf ihrer Homepage bittet die Initiative die Bevölkerung Wiens und Umgebung um Unterstützung, um "weiter Druck auf die Entscheidungsträger in der Wiener Politik ausüben zu können".

  • Geblergasse: Nach vielen Monaten erreichten die protestierenden Lehrer, Schüler und Eltern im Mai ihr Etappenziel: der für den Sommer geplante Bau einer Tiefgarage unterhalb des Schulgeländes wurde vorerst gestoppt und auf 2013 verschoben. Der offizielle Grund: eine fehlende Baubewilligung des Bauträgers HH59. Ein Anrainer hatte in letzter Minute berufen, die HH59 konnte den Bau während der Sommerferien nicht mehr gewährleisten.

    2011 sprach sich bei einer Anrainerbefragung die Mehrheit für die Garage aus, allerdings waren die Betroffenen der Schule nicht stimmberechtigt und sehen jetzt einen "Sieg der Vernunft".

  • Heeresspital: Weil auf der Wiese des Heeresspitals Ziesel- und Hamsterkolonien leben, die für den Bau von 950 Wohnungen umgesiedelt werden sollen, protestieren die Anrainer. 5500 Unterschriften hat die Bürgerinitiative IGL Marchfeldkanal bisher gesammelt, um den Bau zu verhindern und die Fläche in ein Naturschutzgebiet umwidmen zu lassen. Die Stadt hat ein Biologenteam beauftragt, die geschützten Tiere schonend in neue Bauten zu bringen.

  • Tierquartier: Bis 2015 soll in der Donaustadt ein neues Tierheim für rund 300 Katzen und 150 weitere Tiere erreichtet werden - die Anrainer befürchten Geruchs- und Lärmbelästigung und laufen Sturm. Sie organisierten eine Bürgerversammlung und Unterschriftenaktionen, bis sie zu einem Termin bei der Stadt Wien eingeladen wurden.

  • Mariahilfer Straße: Ob die Fußgänger, die Fahrradfahrer, die Autofahrer mehr Rechte haben sollen oder doch alle gleich viel: Die Bürger wurden befragt. 5800 Menschen kommunizierten ihre Vorstellungen elektronisch oder bei eigens dafür vorgesehen Veranstaltungen. Die Umsetzung stockt nun auf politischer Ebene - bis Ende des Jahres soll ein Masterplan vorliegen.

  • Neuer Markt: Einen "Demokratieskandal" orteten die FPÖ und die Grünen in der Innenstadt, als Bezirksvorsteherin Ursula Stenzl (VP) die Anrainer zur Umgestaltung des Neuen Marktes befragte. Anders als 2006 entschieden sich die Bürger 2012 für eine Garage. (Julia Herrnböck, DER STANDARD, 31.7.2012)
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Gebiete wie der Franzjosephsbahnhof versandeln, niemand wills nutzen oder was neues hinbauen.

Aber schöne Gärten kann man ja abreißen und schnell und billig was neues hinbauen!

Warum wird die DONAUINSEL nicht stückweise verkauft? Ideal für Schanigärten aller Art.

Es ist eine Unkultur Erholungsgebiete zu zerstören. Es gibt noch immer genug andere Plätze die man verbauen kann, ohne Parks und einen Nationalpark (Lobauautobahn) nachhaltig zu schädigen.

richtig: listet (vielleicht) alle bürgerinitiativen auf, die dort mitgliedsbeitrag zahlen !

aber in österreich ist mehr los - und das übel ist, dass es da in österreich noch immer keine öffentliche, vereinigende liste gibt !

Dass die ROT-GRÜNE Stadtregierung mit dem Parkpickerl

sich über die Bürger mit aller Gewalt hinwegsetzt wird in dem Artikel mit keinem Wort angeführt.

Anscheinend machen der Häupl und die Vassilakou in Wien eh alles was ihnen gefällt (und was GELD bringt)

Noch einmal keine Ahnung

Ja, als Kind kannte ich nur die MAUER.
Zum Glück wurden die Steinhofgründe für alle zugänglich gemacht. Oft verbrachte ich dort mit meinen Kindern, ob Sommer oder Winter eine schöne Zeit.
Vor vielen Jahren haben wir durch eine Unterschriftenaktion verhindert, dass auf diesem Areal 3000 Menschen angesiedelt werden.
Da nimmt sich der geplante Wohnbau im Spitalsareal recht bescheiden aus.
Übrigens könnten die Bewohner der Genossenschaftshäuser in der Reizenpfenniggasse froh sein, wenn durch Neubauten die Straße endlich saniert werden würde. Es ist eine Schande in Wien so eine Fahrbahn vorzufinden.
Noch zur Information für alle, die mir unterstellen, keine Ahnung zu haben: diese Gegend ist meine Heimat seit zig, zig Jahren!!!

Die Straße kann nur saniert werden, wenn dort Wohnungen ins denkmalgeschützte OWShinkommen?

Das ist jetzt aber nicht ihr Ernst, oder?

Die sollen froh sein dort, daß die Straße für 600 neue Wohnungen, d.s. 3000 neue Bewohner mit mind. 1000 Atos und 2.000 Zu/Abfahrten hinkommen?

FROH sollen die sein?

Schlaglöcher können auch ohne Wohnungsneubauten zuasphaltiert werden, Straßensanierung ohne immense Verkehrserreger - DAS wäre für die Bewohner zum Freuen!!

Mauer

Als Kinder sangen wir auch das auf passende Liedchen "Stahof, Stahof machs Türl auf der(die elpax kommt im Dauerlauf".
Von bescheidenem Ausmass meinen sie zu den Plänen der Wohnbauten? Die 600 von der Gesiba geplanten Wohnung wären ja nur der Anfang. Wenn im Spitalsarreal mal die Investoren Fuss gefasst haben gibts kein halten mehr dann könnten es nicht Wohnungen für 3000 Personen, sondern 3000 Wohnungen werden.

..dass die Gemeinde mit diesen "Figuren" überhaupt verhandelt...

jetzt wirds aber wirklich tiaf!

wofür werden sie denn gut bezahlt, diese Rathausbeamten, und von welchem Geld denn, sehr abgehoben, wenn man so denkt wie "der unbestechliche Akupunkteur" - und viel Zeit zum Posten muss er auch haben!

Offenbar is die HP der BI Ihr Baby, sonst wären Sie jetzt nicht so betroffen

Das Geschreibsel, gepaart mit halbgaren Polemiken und bunten Bilderchen ist nicht den Strom wert, den der Server braucht, auf dem sie liegt.

Und wer hier mehr Zeit zum Posten hat ist wohl eindeutig...

Muß dem Baumfreund recht geben, du bist wirklich "tiaf".

Die Homepage der BI liest sich vom Stil her wie ein FPÖ-Flieger

strotzt vor unrichtigen Behauptungen und glatten Lügen und ist in hetzerischer Manier hingeschludert, dass einem Hören und Sehen vergeht.

Und so eine BI soll man ernst nehmen? Wirklich net...

Dass die Gemeinde mit diesen Figuren überhaupt verhandelt hat, ist ihr schon hoch anzurechnen...

unbestechlich

mögen Sie ja sein, allerdings auch sehr naturbelassen.

Ist dein Posting wirklich ernstzunehmen, oder dient es nur der Erheiterung? Fragen über Fragen...

Super, dass Sie sich jetzt geoutet haben!

jetzt weiß jeder, woher der Wind weht.

Ach ja?!

lassen Sie es mich auch wissen?

SPÖ-Lemure

*LOL* So falsch sind Sie noch nie in Ihrem Leben gelegen

aber das wird wieder besser werden, ganz bestimmt!

man soll im Vorfeld die Bürger/innen seriös informieren und in Entscheidungsprozesse einbinden, dann hätte man nich nach dem "Drüberfahren" solche Probleme, wie das jetzt an vielen Stellen der Fall ist!

daran ändern auch von der Politik im nachhinein organisierte Kampfposter in einem Printmedium nichts.

Keine Ahnung?

Lieber baumfreund1!
Würde mich sehr interessieren, wovon ich keine Ahnung habe.

wöchentlich kommen solche gratisblattln ins haus

und da wär platz für information - aber ehrliche !

jedenfalls nicht von den "ins Auge gefassten" Baumaßnahmen im Areal Otto Wagner Spital!!

wovon sonst auch nicht, ist mir nicht bekannt - und es interessiert mich auch nicht....

Lieber elpax,
du hast scheinbar keine Ahnung vom "Krankenhausareal". Das ist Teil des ganzen. Wahrscheinlich kennst du es nur aus dem Kinderwagen von aussen.
Es wird nicht "östlich von den Spitalspavillons" gebaut, sondern direkt im bis jetzt in sich abgelossenen Areal des "Otto Wagner Spitals".

in unmittelbarer nähe befand sich einst herrlich wilde natur - bevor dort gebaut wurde, schrebergärten und siedlungen entstanden - warum diese anrainer sich nun gegen das stellen was sie selber einst gemacht haben ist m.m. nach diskussionswürdig. warum durfte ich bauen und warum darf neben mir nun niemend mehr bauen.
wäre theoretisch eine absiedlung der flächenmässig grossen gartenbesitzer in dicht bewohnte häuser ein gewinn an naturlandschaft?

Die die gegen etwas sind sind immer viel militanter und besser organisiert als die schweigende Mehrheit die die Projekte OK findet. Man sollte diesen Spinnern nicht zu viel Aufmerksamkeit schenken.

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