Schäuble und Geithner schwören auf Durchhalten ein

30. Juli 2012, 21:07
125 Postings

US-Finanzminister trifft auch Draghi - Lob für Fortschritte

Berlin/Sylt - Eigentlich hatte der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) in seinem Urlaub auf der Nordseeinsel Sylt mit ein paar guten Krimis entspannen wollen. Am Montag jedoch wurde nichts daraus. Schäuble empfing stattdessen in seinem Feriendomizil US-Finanzminister Timothy Geithner.

Den hatte die Sorge um den Euro nach Deutschland getrieben, das Treffen war auf Wunsch von Geithner zustande gekommen. Man müsse "alle nötigen Reformschritte zur Bewältigung der Finanz- und Vertrauenskrise vereinbaren und umsetzen", hieß es danach in einer gemeinsamen schriftlichen Erklärung.

Was die USA damit meinen, dürfte Geithner im Gespräch klargemacht haben. Die USA wollen, dass die Europäische Zentralbank (EZB) mehr Geld in den Euroraum pumpt. EZB-Chef Mario Draghi hat kürzlich erklärt, die EZB werde "alles Erforderliche tun, um den Euro zu erhalten". Auch Draghi steht auf Geithners Besucherliste. Deutschland und die USA wollen zusammen mit den Partnerländern bis Herbst die "politische Agenda zur weiteren Stabilisierung der Volkswirtschaften weltweit und in Europa voranbringen". Beide äußerten sich den Angaben zufolge zuversichtlich, dass die Reformanstrengungen in den Euro-Mitgliedstaaten gelingen.

Lob für Fortschritte

Schäuble und Geithner lobten die Fortschritte nahezu aller Euro-Krisenländer. Sie verwiesen auf Irland, wo die Platzierung längerfristiger Anleihen gelungen ist. Portugal bescheinigten sie einen " anhaltenden Erfolg" bei der Einhaltung der versprochenen Sparanstrengungen. Schäuble und Geithner hätten zudem "über die beachtlichen Anstrengungen in Spanien und Italien" gesprochen, die weitreichende Fiskal- und Strukturreformen anstrebten.

Die USA haben wiederholt bei den Euro-Zonen-Staaten energischere Anstrengungen zur Überwindung der Schuldenkrise eingemahnt. Die wirtschaftliche Lage der USA ist für die Wiederwahl von Präsident Barack Obama entscheidend. (bau, DER STANDARD, 31.7.2012)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Eigentlich wollte Wolfgang Schäuble (CDU) in seinem Urlaub auf der Nordseeinsel Sylt entspannen.

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Zumindest am Montag wurde daraus wohl eher nichts.

Share if you care.