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Vergessen wir mal reißerische Darstellungen wie die obige. Das "wahre Gesicht" des Grafen Dracula sieht deutlich unspektakulärer aus - würde er in der U-Bahn neben Ihnen sitzen, fiele er Ihnen nicht weiters auf (vorausgesetzt natürlich er behält die Zähne drin und verzichtet auf Cape und dergleichen). Sehen Sie selbst:
--> The Composites: Count Dracula
Der Graf ist der prominenteste Neuzugang in einer Porträt-Galerie der besonderen Art. In seinem "Composites"-Blog erstellt der kanadische Künstler und Hobby-Forensiker Brian Joseph Davis Porträts literarischer Figuren mit Hilfe von im Handel erhältlicher Software - ähnlich der, die die Polizei für die Erstellung von Fahndungsfotos verwendet. Die Passagen, in denen das Äußere der jeweiligen Figur beschrieben wird, dienen dabei als Entsprechung der Aussagen von Augenzeugen.
In seinem Repertoire finden sich unter anderem die Titelfigur aus Stephen Kings "Misery", Arthur Conan Doyles Professor Moriarty, Herman Melvilles Kapitän Ahab oder "Mr. Wednesday" alias Göttervater Odin aus Neil Gaimans "American Gods". Davis ist übrigens für weitere Anregungen (auch von Seiten der Autoren, wenn es um Detailmodifikationen geht) offen:
--> The Composites: Porträtgalerie
(red, derStandard.at, 5. 8. 2012)
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Normale Fanart gibts eh viel, aber Fahnungsfotos eben eher nicht.
Dass die Gesichter alle gleich aussehen, verrät eigentlich mehr darüber, wie wir Menschengesichter wahrnehmen.
Es liegt an ihrem neutralen Gesichtsausdruck einerseits - wir sind es gewohnt einen grundsätzöichen Gesichtsausdruck und damit auch eine Grundstimmung zu erfassen und zur Einteilung, wen wir da sehen, heranzuziehen.
Andererseits: sie gehören alle der gleichen Spezies an, wir sehen sie halt nur mal alle "geeicht" von vorn, in Grautönen etc. und des Charakters beraubt.
Es ist wie wenn Menschen Schimpansen sehen, zu denen sie keinen persönlichen Bezug haben. Alle sehen gleich aus. Dabei sind Chimpgesichter sogar vielfälter und varianter als menschliche.
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