Kolosseum in Rom sinkt ein

Seit einem Jahr wird das Kolosseum beobachtet - Möglicherweise Sanierung wie beim Turm von Pisa notwendig

Das antike Kolosseum in Rom, in dem Gladiatoren und wilde Tiere einst um ihr Leben kämpfen mussten, neigt sich ähnlich wie der Turm von Pisa. Um 40 Zentimeter ist das Gebäude an der Südseite eingesunken, Experten untersuchen nun, ob rasche Reparaturmaßnahmen nötig sind.

Vor einem Jahr wurde erstmals festgestellt, dass sich das Kolosseum neigt. Seither werde das Gebäude beobachtet, erklärte die Direktorin des 2.000 Jahre alten Bauwerks, Rosella Rea, der italienischen Zeitung "Corriere della Sera".

Der Turm von Pisa wurde 2001 neu eröffnet, nachdem zehn Jahre lang daran gearbeitet wurde, ihn vor einem weiteren Einsinken ins Erdreich zu schützen. An der Universität La Sapienza und am römischen Geologieinstitut IGAG wurde eine Studie in Auftrag gegeben, die das Phänomen untersuchen soll.

Weitere Untersuchungen nehmen den nahen Straßenverkehr und dessen Auswirkungen auf das antike Gebäude in Augenschein. Giorgio Monti von der Uni La Sapienza warnt davor, dass es zu Rissen im Fundament kommen könnte. Die Betonplatte, auf der das Kolosseum steht, könnte einen Sprung haben, teilte er der Zeitung mit. Sollten sich die Befürchtungen bestätigen, könnten Stabilisierungsmaßnahmen ähnlich jenen beim Turm von Pisa notwendig werden. Noch sei es aber zu früh, darüber zu entscheiden, was die beste Vorgehensweise im konkreten Fall sei. (Reuters/red, derStandard.at, 30.7.2012)

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