Prutsch nach zweiter Niederlage out

  • Simone Prutsch: "Natürlich bin ich enttäuscht, aber ich habe mir nichts vorzuwerfen."
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    Simone Prutsch: "Natürlich bin ich enttäuscht, aber ich habe mir nichts vorzuwerfen."

Keine Chance gegen favorisierte Taiwanesin Cheng Shao-chieh - Prutsch: "Habe viel dazugelernt"

London - Die absolute Weltklasse ist noch eine Nummer zu groß. Das hat Badminton-Spielerin Simone Prutsch bei ihren ersten Olympischen Spielen vor Augen geführt bekommen. Die 33-jährige Steirerin verlor am Montag in der Wembley Arena in London auch ihr zweites Gruppenspiel und ist damit ausgeschieden. Die Außenseiterin musste sich der als Nummer sieben gesetzten Taiwanesin Cheng Shao-chieh mit 0:2 (-11,-9) geschlagen geben.

"Natürlich bin ich enttäuscht, aber ich habe mir nichts vorzuwerfen", meinte Prutsch. "Ich habe das gemacht, wozu ich imstande war." Die Weltranglisten-82., Österreichs erste Badminton-Spielerin bei Olympia, versuchte ihr Spiel auch gegen Cheng offensiv zu gestalten, machte dabei aber auch viele Fehler. "Ich bin eine Spielerin, die gerne auf den Punkt geht", erklärte Prutsch. "Ich habe versucht, mein Spiel zu spielen." Das ging selten auf.

"Simone hat alle Punkte gemacht - ihre eigenen und die für ihre Gegnerin", sagte Nationaltrainer John Dinesen. "Es hat ein wenig die Geduld gefehlt." Zu den absoluten Topspielerinnen sei ein Unterschied erkennbar. Zudem sei es schwierig, bei der ungewohnt großen Kulisse von bis zu 6.000 Zuschauern die eigene Leistung abzurufen. "So viele Leute sind bei uns nicht oft da", erinnerte der Däne.

Prutsch nimmt von den Spielen vor allem Erfahrung mit. Vielleicht wird die achtfache Einzel-Staatsmeisterin auch auf Rio 2016 noch einen Anlauf unternehmen. Dann wäre sie 37. "Ich habe viel dazugelernt", versicherte die Steirerin. "Zum Beispiel, dass ich keine Angst zu haben brauche. Ich kann mich mit den besten Spielerinnen der Welt messen." Im ersten Spiel hatte sie das türkische Supertalent Neslihan Yigit zumindest an den Rand eines Satzverlustes gedrängt.

Ihr volles Potenzial rief die Weizerin allerdings in keinem der beiden Gruppenspiele ab. "Das hat teilweise mit Angst und mit dem größeren Druck zu tun gehabt", erklärte Prutsch. Das Großereignis Olympia hat seine Spuren hinterlassen. "Alles ist viel größer, auch die Aufmerksamkeit. Das alles zusammen hat bei mir schon Druck verursacht", gestand die Heeressportlerin. "Insgesamt ist es aber ein schönes Gefühl, hier einmal dabei gewesen zu sein."

Dabei ist auch noch ihr Teamkollege Michael Lahnsteiner. Der Oberösterreicher bestreitet am Dienstag (14.07 Uhr MESZ) sein zweites und letztes Gruppenspiel, ist gegen den Weltranglisten-Sechsten aber ebenso großer Außenseiter wie Prutsch gegen Cheng. "Viel mehr, als ihn zu ärgern, kann ich mir nicht vornehmen", meinte Lahnsteiner, der sein Auftaktspiel gegen den Esten Raul Must ebenfalls glatt in zwei Sätzen verloren hatte. (APA, 30.7.2012)

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2 Postings

Prutshc hat GENAU das abgerufen, was sie kann.
Mehr ist da nicht. Die hat die Quali nur mit Unterstützung des Verbandes und viel Geldeinsatz für billige Weltranglistenpunkte auf exotischen Turnieren geschafft.

Mehr ist da einfach nicht! Anstatt, dass sich der Verband um nachhaltige Strukturen kümmert, werden solche Strohfeuer finanziert.

Arm ist nur der Nationalcoach, der eine coachingresitente Spielerin hat.

Eigentlich war Simone Prutsch auch nicht qualifiziert.

Sondern Claudia Mayer, die geringfügig besser in der Rangliste positioniert war. Allerdings war die kein Mitglied des Nationalteams und wurde deswegen auch nicht nominiert.
Fairerweise muss man sagen, dass Mayer sich sicher auch nicht für das Viertelfinale qualifiziert hätte.

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