Weniger Erste-Gewinn erwartet

30. Juli 2012, 15:11
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Wien - Für die am Dienstag zur Veröffentlichung anstehenden Halbjahreszahlen der heimischen Erste Group sehen die von der APA befragten Bankanalysten beim Nettogewinn ein Minus von acht Prozent. Im Schnitt prognostizieren die Experten von Raiffeisen Centrobank (RCB) und Kepler einen Vorsteuergewinn von 714 Mio. Euro und ein Nettoergebnis von 456,5 Mio. Euro. Allerdings kam, wie die Erste Group selber schon angekündigt hat, ein guter Teil des Nettogewinns durch Einmaleffekte (Stichwort: Hybridanleihe-Rückkäufe) zustande. Vor allem die im 2. Quartal gebuchten Sondergewinne fingen Belastungen aus Abschreibungen in Rumänien auf, unterm Strich dürfte von April bis Juni der Nettogewinn nur etwa die Hälfte vom Jahr davor erreicht haben.

Den Zinsüberschuss beziffern sie im Mittel für das erste Halbjahr auf 2,65 Mrd. Euro, das wäre ein Minus von 1,4 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2011. Die Risikovorsorge im Kreditgeschäft sehen beide Bankanalysten mit 1.027 Mio. Euro (RCB) und 981 Mio. Euro (Kepler) - also im Schnitt 1.004 Mio. Euro - um 6,8 Prozent höher als im Vorjahr. Die Konsensus-Schätzung für das Handelsergebnis liegt bei 146 Mio. Euro um über 40 Prozent unterhalb des Vorjahreszeitraums.

Kepler-Analyst Dirk Becker sieht neben den Sondergewinnen aus Anleihenrückkäufen und Sonderverlusten in Rumänien, die einander ausgleichen, einen "kräftigen Gewinn" aus dem operativen Geschäft. Becker geht von einem operativen Ergebnis in der Höhe von 842 Mio. Euro im zweiten Quartal aus. Neben Rumänien ist Ungarn der zweite Problem-Markt.

Auch RCB-Analyst Stefan Maxian erwartet im zweiten Quartal einige Einmaleffekte. Rund 200 Mio. Euro davon könnten Abschreibungen (goodwill) für die Rumänien-Tochter gekostet haben. Aus dem Hybridanleiherückkauf sollten, wie die Bank angekündigt hat, im zweiten Quartal nocheinmal rund 160 Mio. Euro geflossen sein. Die Kredit-Risikokosten, die im Jahresabstand weiter stiegen, seien im Verlauf des Halbjahres gesunken, trotz Unsicherheiten in Rumänien und Ungarn. (APA, 30.7.2012)

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