Spanier scheiden aus und machen Honduras glücklich

30. Juli 2012, 15:34
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Aus des Mitfavoriten in der Vorrunde nach der zweiten 0:1-Niederlage: "Darbietungen am Rande der Lächerlichkeit" - Briten brauchen Punkt gegen Urus

Newcastle - Der Traum vom nächsten großen Titel ist für Spaniens Fußballer brutal geplatzt. "Die Niederlage fühlt sich an wie ein trockener Faustschlag in die Magengrube", beschrieb die Zeitung "El Mundo" am Montag die Stimmung nach dem frühen Olympia-Aus. Nach 0:1-Niederlagen gegen Japan (das sich mit einem 1:0 über Marokko bereits für das Viertelfinale qualifizierte) und Honduras haben die Iberer schon vor dem abschließenden Gruppenmatch gegen Marokko keine Chance mehr aufs Erreichen des Viertelfinales.

Die Spanier hatten nach dem Gewinn der EM-Turniere 2008 und 2012 sowie der Weltmeisterschaft 2010 bei Olympia mit einem Finale gegen Brasilien und dem Gewinn der Goldmedaille geliebäugelt. "Das Olympia-Aus beschädigt das Ansehen des spanischen Fußballs", beklagte die Zeitung "El Pais". "Spanien bot gegen Teams der zweiten Kategorie Darbietungen, die am Rande der Lächerlichkeit standen."

Nach dem Abpfiff des Honduras-Spiels erwiesen sich die Spanier auch noch als schlechte Verlierer. Die Europameister Juan Mata und Javier Martinez konnten ihre Teamkameraden nur mit Mühe davon abhalten, ihren Frust am Schiedsrichter auszulassen. "Jeder hat gesehen, was geschehen ist: Der Referee hat uns zwei Elfmeter versagt", empörte sich Iker Muniain, noch der beste Spanier.

Sein Team war durch Jerry Bengtson in der 7. Minute früh in Rückstand geraten und fand lange nicht zum Spiel. Erst in der Schlussphase bestürmte "La Rojita" ("Die kleine Rote") bedingungslos das Tor der Mittelamerikaner, hatte aber bei drei Pfosten- und Lattentreffern Pech. "Spanien spielte erst so wie Spanien, als es praktisch schon zu spät war", meinte "El Mundo".

Das Madrider Sportblatt "Marca" tröstete die Fans damit, dass im Fußball vor allem die Welt- und Europameisterschaften zählen. "Olympia hat nie wirklich an den Fußball geglaubt", schrieb die meistgelesene spanische Zeitung. "Spanien hat die Wettbewerbe gewonnen, auf die es in Wirklichkeit ankommt. Die Olympia-Schlappe gefällt uns zwar nicht, aber sie schmerzt auch nicht sonderlich."

Dagegen sind die übrigen Top-Favoriten auf Kurs. Gold-Anwärter Brasilien zog mit einem 3:1-Sieg über Weißrussland vorzeitig ins Viertelfinale ein. Gastgeber Großbritannien verhinderte mit dem mühsamen 3:1-Erfolg über die Vereinigten Arabischen Emirate eine Schlappe und steht schon bei einem Punktgewinn gegen Uruguay (0:2 gegen den Senegal) ebenfalls in der Runde der Top-Acht. Die Briten wähnten sich nach dem frühen 1:0 durch Kapitän Ryan Giggs per Kopf schon auf der Siegerstraße (16.), gerieten nach dem Ausgleich durch Rashed Eisa (60.) aber ins Schwimmen. Joker-Tore durch Scott Sinclair (73.) und Daniel Sturridge (76.) ebneten jedoch den Weg zum Erfolg. (sid/APA/red - 30.7. 2012)

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    Freude in der honduranischen Hauptstadt Tegucigalpa nach dem kribbelnden Spanien-Schock.

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