Nierenkrebs: Impfstoff in klinischen Studien erfolgreich angewendet

Der Nierenkrebsimpfstoff IMA901 wird therapeutisch verabreicht, wenn der Patient bereits an Krebs erkrankt ist

Wissenschaftler der Universität Tübingen haben in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift Nature Medicine die Ergebnisse zweier klinischer Studien mit dem Nierenkrebsimpfstoff IMA901 veröffentlicht. IMA901 wird therapeutisch verabreicht, wenn der Patient bereits an Krebs erkrankt ist. Der Impfstoff besteht aus zehn synthetischen sogenannten tumor-assoziierten Peptiden (TUMAPs), die körpereigene Killer-T-Zellen gegen den Tumor aktivieren. Im Gegensatz zu Chemotherapien werden hier die körpereigenen Abwehrkräfte gezielt gegen den Tumor mobilisiert. Die Ergebnisse der Studien zeigen, dass die aktive Immunisierung gegen Krebs erfolgreich sein und das Leben deutlich mehr verlängern kann als sogar die neuesten Chemotherapien und das bei nur geringen Nebenwirkungen, schreiben die Forscher in einer Aussendung.

Analyse der Immunantwort

"Alle bisher eingesetzten Medikamente haben zwar eine deutliche Verbesserung in der Einschränkung des Tumorwachstums beim Nierenkrebs gebracht, jedoch haben sie nicht die gewünschte Lebensverlängerung oder gar Heilung erzielt", so Arnulf Stenzl, Leiter der Abteilung Urologie des Universitätsklinikums Tübingen, unter dessen Leitung die klinischen Studien durchgeführt wurden. Ein besonderer Aspekt der vorliegenden Nierenkrebsstudie sei eine bisher einmalig tiefgehende Analyse der Immunantwort gegen die eingesetzten Krebsantigene mit Hilfe von Biomarkern. Insbesondere die Eigenschaften der beteiligten weißen Blutkörperchen im Verlauf der Impfung wurden detailliert gemessen.

Die Studie zeigt, dass bei Nierenkrebspatienten mit nachweisbaren T-Zell-Reaktionen gegen zwei oder mehr tumor-assoziierte Peptide (TUMAPs) Immunreaktion und klinischer Verlauf eindeutig miteinander in Zusammenhang stehen. Das bestätigt die Hypothese, dass krebstherapeutische Maßnahmen durch eine breit angelegte Aktivierung des Immunsystems gegen mehrere Zielstrukturen auf der Tumoroberfläche gleichzeitig entscheidend weiterentwickelt werden können, so die Forscher. (red, derStandard.at, 30.7.2012)

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Abstract zur Studie im Fachmagazin Nature Medicine

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3 Postings
Abwarten, nicht zu früh jubeln.

A randomized phase 3 study to determine the clinical benefit of treatment with IMA901 is ongoing.

Phase III ist ja schon gar nicht mehr schlecht. Aber ja, solange das nicht abgeschlossen ist...

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