Spielfilm "Sierra Zulu" zum Teil mit Crowdfunding finanziert

Für ihren Spielfilm "Sierra Zulu" konnten Johannes Grenzfurthner und Arash T. Riahi als eine der ersten hierzulande eine bedeutsame Summe für ein Kulturprojekt via Kickstarter lukrieren

402 UnterstützerInnen haben auf kickstarter.com bis 30. Juli rund 51.000 Dollar gespendet, damit die Actionkomödie "Sierra Zulu" zustande kommt. Die private Crowdfunding-Plattform ermöglicht es UserInnen, in einem gewissen Zeitraum Kulturprojekte finanziell zu unterstützen. Die SpenderInnen für das österreichische Projekt "Sierra Zulu" werden je nach Höhe des finanziellen Beitrags belohnt: Bei einer Unterstützung von zehn Dollar landet der eigene Name im Abspann, gibt man sich spendabler winken sogar Statistenrollen. In den USA gibt es schon einige Beispiele, wie auf diese Weise etwa Computerspiele finanziert wurden. Langsam zeigt Crowdfunding nun auch bei uns Wirkung. Gregor Schmidinger realisierte etwa seinen Kurzfilm "Homophobia" mithilfe der Crowd.

Johannes Grenzfurthner von der Künstlergruppe monochrom, der aus Los Angeles derStandard.at erste Reaktionen auf den Erfolg liefert, sieht in der Plattform durchaus neue Chancen für Kulturschaffende: "Kickstarter ist sicher eine Möglichkeit, Projekte zusätzlich zu unterstützen. Für kleinere Projekte denke ich sogar, dass Kickstarter massive Änderungen einläutet - vor allem in Ländern mit schwacher oder nicht existierender Förderinfrastruktur. Aber ich würde auch sagen, dass die Kulturförderung in Österreich sich nicht aus der Verantwortung ziehen kann. Die Abwälzung von Förderung ist ja auch eine neoliberale Tendenz."

Über die nächsten Schritte sagt Grenzfurthner: "Natürlich sind 50.000 Euro nicht genug, um einen abendfüllenden Spielfilm zu finanzieren. Aber die abgelehnten Filmförderungen werden wir natürlich wieder angehen und mit Hilfe des Kickstarter-Erfolgs mit Neueinreichungen unterstreichen. Es gibt offensichtlich massiv Interesse an einem Film wie 'Sierra Zulu'. Wir hoffen, dass unser Zeitplan mit Drehbeginn März 2013 eingehalten werden kann."

In "Sierra Zulu" soll es um eine UN-Friedensmission zwischen Österreich und der Agrar-Enklave "Sowjet-Unterzögersdorf" gehen, monochrom kündigt "eine bizarre Verschwörung aus Industriespionage, Medienwahn und politischer Intrige" an. Grenzfurthner selbst soll Regie führen, produzieren wird Arash T. Riahi. Riahi war zuletzt Regisseur von "For a Moment, Freedom" ("Ein Augenblick Freiheit"), der den Wiener Filmpreis der Viennale 2008 erhielt. (Lisa Stadler, derStandard.at, 30.7.2012)

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