Als Siebente Medaille verpasst

30. Juli 2012, 18:03
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Niederlage der Österreicherin in Hoffnungsrunde gegen italienische Titelverteidigerin

London - Ein unerlaubter direkter Griff auf das Bein der Gegnerin hat Sabrina Filzmoser am Montag in London aus ihren olympischen Medaillenträumen gerissen. Die Oberösterreicherin unterlag nach Disqualifikation zum Auftakt der Judo-Hoffnungsrunde in der Gewichtsklasse bis 57 Kilogramm der Peking-Olympiasiegerin Giulia Quintavalle aus Italien und klassierte sich auf Rang sieben.

Perfekter Start

Filzmoser war äußert konzentriert und aggressiv in das Turnier gegangen. Ihren Auftaktkampf gegen die Kanadierin Joliane Melancon gewann sie ebenso mit Ippon wie den darauffolgenden gegen Hortance Diedhiou aus dem Senegal.

Im Viertelfinale wartete mit der Französin Automne Pavia eine unangenehme Gegnerin, die Fünfte der Weltrangliste fiel durch Inaktivität auf, wusste Angriffe von Filzmoser aber zu kontern und siegte nach der vollen Kampfzeit von fünf Minuten mit drei Yuko-Wertungen.

Die erste Yuko-Wertung war vielleicht die entscheidendste des Tages, denn Filzmoser hatte schon die Faust geballt, jedoch Pavia den Punkt zugesprochen bekommen. "Wenn ich diesen Punkt gemacht hätte, hätte ich vielleicht um den Einzug ins Halbfinale gekämpft", so Filzmoser. Sie hatte die Niederlage dann aber rasch abgehakt und sich für den Kampf gegen Quintavalle und die Bronze-Chance motiviert.

"Sie ist kräftig und stark, aber ich war vom Trainer super eingestellt. Ich hatte die richtige Körperspannung. Ich wusste, ich kann sie schlagen. Ich habe Gas gegeben und hatte ein Supergefühl. Und dann habe ich zu bald zugepackt. Ich dachte, sie macht den Angriff", schilderte Filzmoser. Das ist ihr nicht das erste Mal passiert, das passiert auch anderen Topkämpferinnen. "Bei einer Gegnerin mit gleicher Auslage ist man versucht, das zu tun."

"Völliger Kurzschluss"

"Ein völliger Kurzschluss", meinte Taro Netzer, der Trainer von Ludwig Paischer, der sich mit seinem Athleten den Kampf auf der Tribüne angesehen hatte. "Lupo ist leichenblass und schwitzt", erzählte er. "Wir können es alle nicht glauben." Paischer war am Samstag mit einer Niederlage in der zweiten Runde früh gescheitert, die Hoffnungen ruhten nun auf der zweifachen Europameisterin.

Filzmoser blieb der Trost, nach der bitteren Auftaktniederlage vor vier Jahren in Peking ein besseres Ergebnis erreicht zu haben. "Im Moment fühle ich nichts und will auch nicht darüber nachdenken", meinte sie gegen die Tränen kämpfend. Auch die aufmunternden Worte von Trainer Udo Quellmalz werden erst später Wirkung zeigen.

Gold in Filzmosers Klasse gewann die Japanerin Kaori Matsumoto, sie setzte sich im Finale gegen die Rumänin Corina Caprioriu im Golden Score dank einer Disqualifikation durch. In den Bronze-Medaillen-Kämpfen gab es für die Bezwingerinnen der Österreicherin Sieg und Niederlage. Während die Französin Automne Pavia, die Filzmoser im Viertelfinale besiegt hatte, sich in ihrem Duell mit der Ungarin Hedvig Karakas eine Medaille sicherte, scheiterte die Italienerin Giulia Quintavalle, die die Österreicherin in der Hoffnungsrunde endgültig aus dem Turnier geworfen hatte. Die Siegerin von 2008 unterlag Marti Malloy aus den USA.

Letzte Hoffnung Drexler

Am Dienstag ist für Österreich noch Hilde Drexler in der Gewichtsklasse bis 63 Kilogramm im Einsatz. Das ÖOC-Team hat zuletzt zweimal in Folge Olympia-Medaillen gewonnen, 2004 in Athen durch Claudia Heill (Klasse bis 63 kg) ebenso Silber wie 2008 in Peking Ludwig Paischer (Klasse bis 60 kg). (APA/red; 30.7.2012)

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    Peking-Olympiasiegerin Giulia Quintavalle aus Italien (li) besiegelte das Ende aller Medaillenhoffnungen für Sabrina Filzmoser.

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    Zum Auftakt gegen Joliane Melancon lief es noch nach Wunsch.

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