Wie ein Casinomogul Mitt Romney die Wahlen kauft

Blog | Solmaz Khorsand
30. Juli 2012, 13:35
  •  Sheldon Adelson mit Gattin Miriam Ochsorn.
    foto: ap/dapd/kin cheung

    Sheldon Adelson mit Gattin Miriam Ochsorn.

Sheldon Adelson versucht Obamas jüdische Wahlklientel zur Vernunft zu bringen

Eigentlich hat Sheldon Adelson etwas dagegen, wenn sich reiche Leute in die Politik einmischen. Eigentlich. Bloß, wenn George Soros für die Demokraten Geld lockermachen kann, wird er es wohl für die Republikaner tun dürfen, so das Fairnessprinzip des 78-jährigen Casinotycoons. 100 Millionen Dollar will Adelson für Mitt Romneys Wahlkampf springen lassen. Damit gilt Adelson als der größte Privatspender des Republikaners. Sein Vermögen wird auf knapp 25 Milliarden Dollar geschätzt, Romneys Millionenspende sind also nur Peanuts.

Ursprünglich unterstützte Adelson den republikanischen Kandidaten Newt Gingrich. Doch als dieser ausschied aus dem Rennen, schwenkte Adelson zu seinem neuen Schützling um. Er will alle Hebel in Bewegung setzen, um Amerika von Barack Obamas "sozialistischer" Wirtschaftspolitik zu befreien. Das müssen seine jüdischen Glaubensgenossen doch nun endlich einsehen, befindet Adelson. 

Gemeinsam mit der Republican Jewish Coalition will Adelson jüdische Wähler davon überzeugen, dem Republikaner Romney ihre Stimme zu geben. Ein schwieriges Unterfangen, wenn man bedenkt, dass laut Umfragen fast 70 Prozent aller jüdischen Wähler 2008 für Obama gestimmt haben. Doch Adelson ist ein Optimist. Mehr als sechs Millionen Dollar will er in die breit angelegte Kampagne investieren, um seine Glaubensbrüder zur Vernunft zu bringen.

In wenigen Tagen soll die Kampagne "My Buyer's Remorse" anlaufen. Ziel ist es, Obama-müde Wähler in den Swing-States Florida, Ohio und Pennsylvania zu mobilisieren. In den ersten Werbevideos kommen jüdische Wähler zu Wort, die vor vier Jahren Obama gewählt haben, heute hingegen ihre Entscheidung bereuen. Obamas Arbeitsmarktpolitik sei untragbar und seine Position gegenüber Israel sehr fragwürdig, gar gefährlich, erklären enttäuschte Männer und Frauen in den Videobotschaften.

Ein unmoralisches Angebot

Liberale jüdische Wähler versuchen Adelson nun auf kreative Weise Einhalt zu gebieten. Seine 100 Millionen Dollar wären doch viel besser bei Obama aufgehoben, meint US-Komikerin Sarah Silverman. Prompt macht sie Romneys Sugardaddy ein unmoralisches Angebot. 

Wenn er sein Geld Obama spenden würde, sei sie bereit, ihn sehr glücklich zu machen, und das wäre definitiv ein Grund für ihn, bei seinen republikanischen Kollegen anzugeben - Konkreteres auf ihrer Homepage. (Solmaz Khorsand, derStandard.at, 30.7.2012)

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16 Postings

die treibts aber auch mit jedem:

http://www.youtube.com/watch?v=0UJRceGziGQ

aber ihr freund weiß wie man sowas handhabt:

http://www.youtube.com/watch?v=TwIyLHsk2h4

na ja hat er seinen spendenvorsprung markant ausbauen können, vielleicht wird er ja wirklich potus

Ich kenn mich zwar nicht aus, aber

Romney ist mir so unsympathisch da muss Obama einfach gewinnen...

Ein Jammer daß Newt Gingrich ausgeschieden ist und dem softie(zu gemäßigt u liberal, IMO) Romney das ruder überlassen hat. Er wäre ein super neuer US Präsident geworden.

und diese Sarah soll sich gscheiter so schnell wie möglich mal nackig machen. könnte ein ziemlich heißer feger sein.

interessante turning points!

Ein unmoralisches Angebot

und nachm Artikel ein Link: "HIV-Test gefällig?"

Nice one :)

mein gott, wie süss.
IN FOR MIERT EUCH!

Jüdisches Milliarden für Rechtspopulisten

Wenn man in einer Zeit sozialisiert ist, in der alle Rechten, die man kennengelernt hat, in der Regel auch standhafte Antisemiten waren, kommt einem das schon sehr "schräg" vor.
Wenn man weiß, dass die Antisemiten in Amerika (die es vor allem am Lande massenhaft gibt) in der Regel republikanisch wählen, kommt einem das noch "schräger" vor.
Ich kenn mich nimmer aus...

dabei wäre die antwort so einfach:

armen ist oft die religion wichtiger als (wirtschafts-)politische argumente
wohlhabenden sind in der regel wirtschaftliche gründe wichtiger als religion!

Ihr Posting ist schräg.

Kommt mir auch so vor

Aber ich sagte ja, ich kenn mich nimmer aus.
Nachdem Sie aber nichts Inhaltliches erwidern, nehme ich an, Ihnen geht es genau so...

Warum soll jemand nicht rechts - nach der Sitzordnung der Französischen Nationalversammlung sind die Konservativen, also Bewahrer, rechts im Plenum gesessen - sein, nur weil er einer bestimmten Religion zugehört?

Ich glaube, Ihr Verständnis von Rechts und Links ist einfach zu eng.

Das mag zum Teil schon richtig sein, nur steht "rechts" und "konservativ" heute in Europa und den USA weitestgehend doch für etwas Anderes, als in der Französischen Nationalversammlung des ausgehenden 18. Jahrhunderts.

Conservare heißt "bewahren"

Warum sind dann die "Konservativen" in Amerika die ersten, wenn es um die Zerstörung der natürlichen Lebensgrundlagen und die Leugnung des Klimawandels geht?
Wie schon gesagt, ich kenn mich nimmer aus...

und das ist eben eine eingeengte sichtweise.

denn wohin soll sich denn heute eine amerikanischer konservativer wenden?

gut, sie können einwenden, dass er ja noch immer die demokraten wählen kann.

und sie beschreiben die außensicht, konservative sehen das anders und zwar auch bunter (nicht dass ich einer wäre ...)

Geld ist offenbar wichtiger.

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