Timoschenko demonstrativ als Spitzenkandidatin aufgestellt

30. Juli 2012, 11:41
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Wahlkommission dürfte Antreten der Ex-Regierungschefin ablehnen - Deutsche Ärzte wehren sich gegen Vorwürfe

Kiew (APA/dpa) - Die ukrainische Opposition hat die inhaftierte Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko demonstrativ als Spitzenkandidatin für die Parlamentswahl am 28. Oktober aufgestellt. Allerdings dürfte die Wahlkommission dies ablehnen, weil Inhaftierte nicht kandidieren dürfen. Auf einem Kongress in Kiew stimmte ein Zusammenschluss aus Oppositionsparteien für die Kandidatenliste.

In der Ex-Sowjetrepublik begann am Montag offiziell der Wahlkampf. Oppositionsführerin Timoschenko, die wegen Amtsmissbrauchs zu sieben Jahren Haft verurteilt wurde, will die Macht der regierenden Partei der Regionen und des Präsidenten Viktor Janukowitsch brechen.

Timoschenko braucht nach Einschätzung deutscher Ärzte mindestens acht Wochen absolute Ruhe. Neue Stresssituationen könnten die bereits erreichten Behandlungserfolge zunichtemachen, sagte der Leiter der Berliner Universitätsklinik Charite, Karl Max Einhäupl, am Montag nach einem Gespräch mit Timoschenko in einem Krankenhaus der Stadt Charkiw (Charkow).

Deutsche Ärzte wehren sich gegen Vorwürfe

Wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" am Montag berichtete, wehren sich die Charite-Ärzte in einer vierseitigen Erklärung gegen Vorwürfe, die vonseiten der ukrainischen Regierung um Präsident Viktor Janukowitsch gegen sie erhoben worden sind. Demnach dauert die Behandlung des Rückenleidens Timoschenkos zu lange. Außerdem stellte das ukrainische Gesundheitsministerium den fachlich-medizinischen Auftrag der deutschen Ärzte infrage.

Die Mediziner schreiben hingegen, bis Mai 2012 sei der Bandscheibenvorfall nicht oder nur unzureichend behandelt worden. "Sich jetzt über den mangelnden Fortschritt bei der Rehabilitation zu beklagen, halten wir angesichts der durch die Versäumnisse der ukrainischen Behörden verursachten Verzögerungen für unangemessen", heißt es laut "FAZ" in der Erklärung, die das Team am Montag den ukrainischen Behörden übergeben wollte. (APA, 30.7.2012)

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