Soziale Superhirne

30. Juli 2012, 11:35
2 Postings

Der ORF zeigt am 31. Juli um 20.15 Uhr in ORF 2 "Tierische Genies" in "Universum"

Orang-Utans, die ein Boot steuern, Meerkatzen, die babysitten, und Hunde, die Tausende unterschiedliche Worte verstehen: Tiere haben verblüffende Fähigkeiten. Bahnbrechende Studien haben ergeben: Tiere sind soziale Superhirne - und uns Menschen in manchen Dingen sogar haushoch überlegen. In der letzten Folge der zweiteiligen BBC-Dokumentation "Tierische Genies" zeigt "Universum" am Dienstag, dem 31. Juli 2012, um 20.15 Uhr in ORF 2 die unglaublichsten Beispiele tierischer Intelligenz. Caroline Tann hat den Film von Simon Bell deutsch bearbeitet.

"Lassie" ist auch im wirklichen Leben ein Genie: Der Collie "Chaser" hat mehr als drei Jahre lang mit seinem Herrchen 1.022 Vokabeln gepaukt. Lassie kennt die Spitznamen von 116 Bällen, 26 Frisbees und 800 Stofftieren und holt auf Kommando das gewünschte Objekt. Nicht ganz so rekordverdächtig, aber dennoch beeindruckend: Spitzen-Schäferhunde sind in der Lage, die Kommandos ihrer Hirten minutiös auszuführen und mit ihrer Herde sogar komplizierte Figuren durchzuführen. Indem sie die Hirtenpfiffe richtig verstehen, entpuppen sich die Hunde als Fremdsprachen-Genies und liefern damit eine Hochleistung in Sachen Intelligenz. Der Pferdeflüsterer Monty Roberts wurde über Nacht weltberühmt, als es ihm gelang, die Sprache der Pferde zu erlernen und so erstmals mit wilden Mustangs zu kommunizieren.

Tiere als Kommunikationstalente

Die überraschende Erkenntnis: Tiere sind wahre Kommunikationstalente, die sich wahlweise über Laute, Farben und Körpersprache mitteilen. Präzise können sie vor Feinden und Gefahren warnen und so den Fortbestand ganzer Tierkolonien sichern. Wer überleben will, muss auch einschätzen können, was sein Gegenüber denkt und fühlt. So sind Affen nur in der Lage, Menschen zu bestehlen, weil sie wissen, wann sie unbeobachtet zur Tat schreiten können. Ganz anders die Eichelhäher: Sie verstecken ihre knappe Winternahrung demonstrativ vor den Augen ihrer Artgenossen, um sie dann in einem unbemerkten Moment wieder auszugraben und ganz woanders zu deponieren. Die Entdeckung, dass der Vogel lügt und betrügt, ist Indiz für intellektuelle Höchstleistungen und eine wissenschaftliche Sensation. Denn bisher glaubte man, dass zu dieser berechnenden Aktion nur Primaten in der Lage seien.

Mit viel Gefühl

Gefühle sind unter Tieren weit verbreiteter als bisher angenommen. In aufsehenerregenden neurobiologischen Scans konnten Forscher bei Krähen in Gefahrensituationen eine erhöhte Aktivität der Amygdala, jener mandelförmigen Gehirnregion feststellen, die auch beim Menschen für das Empfinden von Angst zuständig ist. Denn das Empfinden von Gefühlen erhöht die Überlebenschancen: Furcht warnt vor Gefahr, und Liebe gewährleistet Schutz. Tatsächlich waren diese Krähen in der Lage, den Mann, der sie gefangen hatte, noch zehn Jahre später wiederzuerkennen und die ganze Krähenpopulation der Stadt vor ihm zu warnen. Sogar so "menschliche Eigenschaften" wie Liebe, Schuld und Mitgefühl könnten weit verbreiteter sein als bisher angenommen. Denn die für diese Empfindungen zuständige neurologische Basis, die Spindelzellen, finden sich auch in anderen tierischen Gehirnen wieder. Wale z. B. könnten davon dreimal so viele haben wie wir. Damit drängt sich die Schlussfolgerung auf, dass die Grenze zwischen tierischer und menschlicher Intelligenz viel dünner ist als bisher angenommen. (red, 30.7.2012)

Share if you care.