Spanien rutscht tiefer in die Rezession

30. Juli 2012, 11:05

Das Bruttoinlandsprodukt schrumpft weiter, die Teuerung verstärkt sich

Madrid - Mitten in der Schuldenkrise taumelt das finanziell angeschlagene Spanien immer tiefer in die Rezession. Das Bruttoinlandsprodukt schrumpfte von April bis Juni um 0,4 Prozent zum Vorquartal, wie das nationale Statistikamt am Montag auf Basis vorläufiger Daten mitteilte. Damit verliert die viertgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone konjunkturell noch mehr an Boden und gilt weiter als nächster Kandidat für den Rettungsschirm. Bereits Ende 2011 und Anfang 2012 war die Wirtschaftskraft um je 0,3 Prozent geschrumpft.

Die Rezession treibt die Arbeitslosigkeit zudem auf den höchsten Stand seit der Rückkehr zur Demokratie Mitte der 1970er Jahre. Die Arbeitslosenquote kletterte im zweiten Quartal auf 24,6 Prozent. Ein höheres Niveau hat es seit Einführung der Statistik 1976 - und damit ein Jahr nach dem Tod des langjährigen Diktators Franco - nicht gegeben.

Reformen verschlimmern Lage kurzfristig

Nach dem Konjunktureinbruch zum Ende des Immobilienbooms 2008 ächzt das Land inzwischen unter der Schuldenkrise und dem mangelnden Vertrauen der Finanzmärkte. Für seinen maroden Bankensektor bekam Spanien von seinen Euro-Partnern schon Finanzhilfen von bis zu 100 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Die hohen Kosten für die Staatsfinanzierung schüren aber Sorgen, dass das Land als Ganzes unter den Euro-Rettungsschirm schlüpfen muss. Die Regierung um Ministerpräsident Mariano Rajoy stemmt sich mit einem harten Sparkurs über 65 Milliarden Euro dagegen.

Ausgabenkürzungen und Steuererhöhungen sollen mittelfristig die Haushalte entlasten, dürften kurzfristig aber die Krise verschärfen. "Der Verbrauch bleibt sehr schwach", sagte Analyst Jose Carlos Diez vom Brokerhaus Intermoney. Der Internationale Währungsfonds (IWF) prognostiziert für Spanien in diesem Jahr einen BIP-Rückgang von 1,5 Prozent, die EU-Kommission sagt sogar ein Minus von 1,8 Prozent voraus. Die Wirtschaft dürfte nach Ansicht vieler Experten bis weit ins nächste Jahr hinein schrumpfen. (Reuters, 30.7.2012)

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überall gehts bergab

manchmal schneller, manchmal langsamer ...

http://www.zerohedge.com/news/glob... ontraction

Spanien müsste nach den Theorien der Standard-Experten super dastehn.

Die haben einen sehr hohen Akademikeranteil.
Bildung ! Bildung ! Bildung !

Wieso stinken die so ab ?

Und in Spanien nennen wir den "Grexit"

dann "S exit" - oder schlicht: "Exit"?

Die sind besser ebinander den die Briten.....

was wollen die schwaetzer Euch Alllen vorgaukeln...da steht es genau was los ist...die Briten sind mit mehr als 430% verschuldet....die armen Griechen stehen besser da als die Deutschen...

http://www.usdebtclock.org/world-deb... lock.html#

Verschuldung sagt nicht alles aus. In Spanien ist es eher der Zustand der Wirtschaft bzw. die hohe Arbeitslosigkeit.

Aber dass die Briten besser dastehen wage ich auch zu bezweifeln.

Die Spanier sollen sich einfach gegenseitig beraten und coachen. Das ist die Zukunft. Und dann läuft´s auch wieder mit der Wirtschaft. Nicht ? Am besten 5 Mio. zusätzliche Unternehmensberater. Dienstleistungsgesellschaft ! Boom ! Hochqualifizierte Berater !

genau

blablabla....europa muß sich von einer indrustiegesellschaft zu einer dienstleistungsgesellschaft wandeln und blablabla.

oder noch besser.alchemist.....äh,finanzindustrie.die wundersame vermehrung.
funktioniert in gb doch auch tadellos. oder?

Der Erfolg von Griechenland weist uns den Weg !

Öffentliche Verwaltung und Tourimus. Sonst nix.
Ausser ein bißchen Olivenöl und gefüllte Weiblätter.
Aber das Olivenöl wird eh schon aus Italien zugekauft bzw. dort abgefüllt.

Eine reine Dienstleistungsgesellschaft wie aus dem Lehrbuch.

Vom griechischen Wirtschaftsmodell lernen heisst siegen lernen.

"Experten" haben schon immer gesagt, dass das die Zukunft ist.

Einfach sich gegenseitig beraten - oder noch besser, sich gegenseitig schwindlige Wertpapiere verkaufen.

Hat auch den Vorteil, dass es nicht laut und dreckig ist, Anreiner brauchen sich nicht über gesundheitsgefährdende Industrie beschwerden.

Hoffentlich wird Europa bald eine eine Dienstleistungsgesellschaft. Die Milch kommt eh aus dem Supermarkt und der Strom aus der Steckdose.

@ bildungsferneschicht

Diese Vorschläge - sogar als halbamtlichen Befehl - gibt es doch schon von allerhöchster Stelle!
http://uhupardo.wordpress.com/2012/07/2... g-in-2014/

der verbrauch bleibt sehr schwach.

wow. welch erkenntnis.

natürlich,die arbeitslosen werden sich sicher mit seats,handys und desigual shirts eindecken.weils nicht wissen wohin mit der vielen kohle.

als nächstes kommen dann die neoliberalen fuzzis mit "spanien muß wettbewerbsfähiger werden",löhne zu hoch,staatsausgaben zu hoch,unternehmenssteuern zu hoch.

der globus konkurriert sich noch zu tode.

"Reformen verschlimmern Lage kurzfristig"
Gleiche Argumentation wie in Griechenland zu Beginn des Dramas.
Die Indikatoren Spaniens (abgesehen von der wesentlich geringeren Staatsverschuldung) haben die gleiche Tendenz wie in Griechenland.
Griechenland ist in einer Depression. Spanien wird durch seine Banken in eine Dpression gedrängt. Die Rezession ist bereits angekommen!
Ein Grossteil de Neuverschuldung der letzten Jahre kam aus den diversen Bankenrettungspaketen (in ganz Europa!) Strukturreformen bei Banken und Finanzkonzernen - Fehlanzeige. Wie gehts weiter. Bis ende September haben wir eine massive Bankenkrise, und dieses mal kann kein Staat mehr Rettungspakete schnüren.
Wer bezahlt alles? Die Bürger. Dank der Politiker :(

Wir werden mit Sicherheit keine Bankenkrise haben, nach der Finanzkrise, Staatsschuldenkrise, Über-die-Verhältnisse-gelebt-haben-Krise, Frühpensionisten-Krise, Zu-viele-Beamte-Krise kommt dann vielleicht die Banken-Unions-Finanzierung-Krise aber sicher keine Banken-Krise.

Solange die Manager Millionen bekommen, die Unternehmer Milliarden in die eigene Tasche stecken und Sportler in defizitären Vereinen hunderte Millionen nachgeschoben bekommen,

gibt's ja genug Gründe, die Allgemeinheit über die EU zur Hilfe eilen zu lassen, mit Billionen Euro

an der Mehrheit der Menschen, die mittlerweile in Armut oder zumindest latent armutsgefährdet leben, ist eh niemand interessiert, dafür treffen sie die Sparmaßnahmen am allerhärtesten, davon abgesehen, dass mit Sparen allein die Konjunktur nicht angekurbelt und auch sonst nichts positives bewirkt werden kann

des Menschen liebste Lernmethode (insb der weniger begabten): "TRIAL & ERROR"

aber solange es nur um die "normalen, ehrlichen" Menschen geht und nicht um die Reichen und Superreichen, ist keine Maßnahme zu menschenverachtend; aber wehe ein Reicher (also sowas nutzloses wie Ronaldo und Konsorten) müsste womöglich Steuern zahlen od

jeder 2. jugendliche ist ohne arbeit, jeder 4. überhaupt

tja, wer soll denn die güter kaufen, die produziert werden. reeles wie nahrung, kleidung, etc. kan gekauft werden, finanzleistungen eben nicht. und die wirtschaft lebt vom konsum, dazu braucht es arbeitsplätze und keine superdotierten bankmanager

Welche Güter werden den produziert?

zB. die Schuhindustrie, war mal sehr stark im Land Valencia, es gab sehr viele Arbeitsplätze dort in dieser Industrie.
Heute kommen ALLE Schuhe aus Marokko oder China...
Zoll ist keiner drauf und auf der Verpackung steht so schön MADE in SPAIN.... Warum? weil die Verpackung aus Spanien stammt! Übrigens bei deutschen Schuhen ists genau so....

bravo, das ist die richtige mischung für einen bail-out

sinkendes bip + steigende preise = griechenland

"Ausgabenkürzungen und Steuererhöhungen sollen mittelfristig die Haushalte entlasten, dürften kurzfristig aber die Krise verschärfen. " Wer sagt, dass die Krise dadurch nur kurzfristig verschärft wird? Der Lochgott? Es deutet ALLES darauf hin, dass diese Art der Politik (Austerität über alles) immer tiefer in die Krise hineinführt statt sie zu beenden.

Ein weiteres Beispiel für die fatale Theorie: wenn das bis jetzt nicht geholfen hat, dann war der Weg schon richtig, aber wir müssen noch mehr tun.

Brauchbare Vorortquelle statt StandardAPA Journalismus
http://uhupardo.wordpress.com/

das Problem ist.....

...dass es schon zu spät ist. wenn die Schulden ein gewisses Level übersteigen, dann gibt es bur eins : Konkurs oder im Falle eines Staates, Austritt aus der für die Wirtschaft viel zu harten Währung und sofortiges massives Abwerten der Peseten. Aber das will ja keiner hören. Und nun haut mich wieder. Dies gilt übrigens für mehr als die Hälfte der Staaten i nder EU. Und GB soll sich endlich entscheiden, wohin es will, da als amerikanischer Trojaner bringt es der Eu nix.

vollkommen richtig!

retten soll man Menschen, aber Staaten kann man nicht retten. Da hilft nur ein Neuanfang bei null, wenn man´s zu weit getrieben hat... - leider gilt das heute für fast die gesamte Welt...

Hurra, wir sparen die Krise weg!

Offensichtlich sind sämtliche konservativen Kreise in Europa von einer Art rasant fortschreitenden Kretinismus befallen.
Das ist ja schon unglaublich, wie kann man derart beratungsresistent sein und die Vernunft auf dem Altar einer verstaubten Ideologie opfern.

ja, das ganze wirkt irgenwie bizarr...

wird die Sache allerdings beschleunigen, und das ist vermutlich das geringere Übel für die Menschen in den Ländern... - sie können langsam hoffen, der Spuk ist bald vorbei, und dann gibts wieder eine (stark abgespeckte) Perspektive... - aber das wichtigste für Menschen ist eine neue Perspektive, nicht den Status Quo mit allen Mitteln zu erhalten...

Krise kurzfristig verschärfen?

"Ausgabenkürzungen und Steuererhöhungen sollen mittelfristig die Haushalte entlasten, dürften kurzfristig aber die Krise verschärfen." – Woher nimmt der Autor diesen Optimismus? Ausgabenkürzungen und Steuererhöhungen werden kurz- und langfristig die privaten Haushalte belasten, die Nachfrage reduzieren, damit die Wirtschaft und die Steuereinnahmen bremsen – und damit wird es auch mittelfristig kein Licht am Ende des Tunnels geben.

Grüße aus Andalusien
Helmut Wiener

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